Luchse mit fast perfektem Wochenende
Sieg im Derby - Punktverlust gegen TUS Wiehl
30.10.2014 / EISHOCKEY -
Stark dezimiert, aber hoch motiviert, traten die Lauterbacher Luchse die Fahrt zum ersten von vier Derbys gegen die Roten Teufel Bad Nauheim an. Das im Vorfeld von vielen als Spitzenspiel gehandelte Match der beiden Hessischen Vertreter in der RL West, bot den Fans beider Lager gutes und bis zum Schluss spannendes Eishockey.
Wie schwer die Aufgabe für die Luchse werden würde, zeigte sich bereits beim Blick auf die Mannschaftsaufstellung der Roten Teufel. Die bis dato ungeschlagenen Gastgeber aus Bad Nauheim, gingen mit 19 Spielern in die Partie, darunter auch wieder Spieler aus dem Kader der 2. Liga Mannschaft aus Bad Nauheim. Luchse Coach Roger Nicholas hatte dagegen erneut nur 12 Spieler zur Verfügung. Doch diese 12 Spieler waren bis in das Luchsfell motiviert und perfekt auf den Gegner eingestellt. Nach dem ersten Abtasten, hatten die Luchse die besseren Torchancen für sich zu verzeichnen. In der 10. Spielminute war es dann soweit. Nach feinem Zuspiel von Hantak und Böhm, brachte Stürmer Nils Feustel die Luchse mit 1:0 in Führung. Trotz zahlreicher weiterer Chancen auf beiden Seiten, hielten die beiden Goalies ihre Tore sauber.
Im Mitteldrittel kamen die Bad Nauheimer mit jeder Menge Wut im Bauch zurück auf das Eis. Doch immer wieder war bei Jan Obernesser im Tor der Luchse, Endstation für die Angriffe der Wetterauer.
Die Luchse agierten weiterhin taktisch sehr diszipliniert und clever. Bad Nauheim versuchte den Druck weiter zu erhöhen, agierte dabei aber teilweise überhart und mit wenig Erfolg. Alles was dabei für die Gastgeber heraussprang, waren Strafzeiten. Trotz der sehr stabilen Abwehr der Luchse, musste man in der 36. Spielminute den Ausgleichstreffer hinnehmen. Das dieser Bad Nauheimer Treffer aber bei den Luchsen keine Wirkung im Spielsystem zeigte, wurde nur drei Minuten später deutlich. Noch im zweiten Drittel, erhöhte Feuerfeil, nach einem schönen Doppelpass mit Schulz, in Überzahl auf 2:1 für die Luchse.
Spannung pur also für das letzte Drittel. Mit der knappen Führung im Rücken, spielten die Luchse kontrolliert und defensiv orientiert weiter, ließen wenig Chancen zu und lockte damit die Roten Teufel des Öfteren aus deren Abwehr. Eine Großchance hatte zunächst Schulz für die Luchse, allerdings stand dem Torjäger der Torpfosten im Weg. Mehr Glück im Abschluss hatte dann in der 53. Spielminute, der Ex-Luchs Etzel, der nach einem Konter den erneuten Ausgleich für Bad Nauheim erzielte. Doch die Luchse schlugen auch diesmal eiskalt zurück. Als erneut ein Spieler der Roten Teufel auf der Strafbank platz nehmen musste, war Benni Schulz zur Stelle. Von Sturmpartner Feuerfeil schön freigespielt, brachte er sein Team in der 55. Spielminute mit 3:2 in Führung. Diese Führung verteidigten die Luchse bis zum Schluss. Bad Nauheim setzte eine Minute vor dem Abpfiff alles auf eine Karte und nahm den Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Diese sich bietende Möglichkeit nutzten die Luchse mit zwei weiteren Toren, durch Benni Schulz und Nils Vogel, zum 5:2 Endstand.
Tor: Jan Obernesser; Sebastian Grunewald
Abwehr: Naumann, Hornivius, Hilgenberg, Filip;
Sturm: Feuerfeil, Hantak, Grund, Kreuz, Böhm, Feustel, Schulz, Vogel
Tore: 0:1 (10.) Feustel (Böhm, Hantak); 1:1 (36.) Filipovic; 1:2 (39.) Feuerfeil (Schulz); 2:2 (53.) Etzel; 2:3 (55.) Schulz (Feuerfeil); 2:4 (59.) Schulz (Hilgenberg); 2:5 (59.) Vogel (Hantak, Filip)
Strafen:
Lauterbach 8
Bad Nauheim 16 + 10 Disziplinarstrafe Patejdl
Punktverlust gegen TUS Wiehl – Verletzungen sorgen für Unmut
Nur 24 Stunden nach dem schweren Spiel in Bad Nauheim, mussten die Luchse erneut ran. Diesmal waren die Pinguine des TUS Wiehl zu Gast in der Lauterbacher EissportArena. Vor rund 550 Zuschauern kamen die Luchse aber gegen den vermeintlich leichten Gegner nur ganz schwer in Tritt. Jedem der Spieler konnte man deutlich anmerken, das ihm das kraftraubende Spiel vom Vortag noch in den Knochen steckte. Die Luchse versuchten zwar das Spiel an sich zu reißen, doch oftmals wirkten die Angriffe zu überhastet. Die Gäste aus Wiehl wussten die mentale und körperliche Schwäche der Luchse von Beginn an zu nutzen. Immer wieder kamen sie überfallartig vor das Tor der Luchse. Wenig überraschend, fiel in der 3. Spielminute dann, die frühe Führung für die Pinguine. Zwar versuchten die Männer um Coach Roger Nicholas, den überfälligen Anschlusstreffer zu erzielen, doch der starke Torhüter der Gäste, sowie die eigene Unkonzentriertheit standen dem Ausgleich im Weg. Weitere Treffer sollten in den ersten 20 Spielminuten nicht fallen.
Auch im zweiten Drittel brauchten die Luchse ein wenig Anlauf, doch mehr und mehr, bauten die Lauterbacher Eishockeycracks Druck auf. Schnürten die Wiehler in deren Drittel teilweise ein, doch im Abschluss fehlte einfach das nötige Scheibenglück. Stürmer Nils Vogel war es dann, der Fans und Mitspieler erlöste. Geschickt verzögerte er vor dem Tor der Pinguine, um dann eiskalt zum längst verdienten Ausgleich einzunetzen.
Hatte Florian Böhm zunächst noch Pech mit einem Schuss an die Latte, brachte er in der 31. Spielminute sein Team erstmals an diesem Abend in Führung. Mit einem platzierten Handgelenkschuss, ließ er dem Goalie der Pinguine keine Abwehrchance. Der Knoten schien endlich geplatzt und die Luchse spielten nun deutlich befreiter. Torjäger Jens Feuerfeil erhöhte in der 34. Spielminute auf 3:1 für die Luchse. Dies war auch gleichzeitig der Pausenstand.
Das letzte Drittel stand aber ganz im Zeichen der durchweg unsicheren Schiedsrichter. Zunächst lief noch alles nach Plan und die Männer um Kapitän Niels Hilgenberg behaupteten den knappen Vorsprung. Mit den Kräften sichtlich am Ende, versuchten die Luchse die Angriffe der Pinguine abzufangen. Einen mentalen und körperlichen Einbruch der Lauterbacher gab es in der 52. Spielminute. Der slowakische Topverteidiger Marko Filip, bekam lange nach dem Abpfiff des Schiedsrichters, den Puck eines aufgebrachten Wiehler Spielers direkt ins Gesicht geschossen. Bei dieser Aktion sind dem Verteidiger vier Zähne abgebrochen, zudem trug er einen Cut an der Lippe davon. Eine Strafzeit gab es für diese unsportliche Aktion nicht. Lauterbach musste aber fortan ohne Marko Filip auskommen. Kurz darauf die nächste Hiobsbotschaft.
Nicht nur, das Wiehl durch einen verdeckten Schuss den Anschlusstreffer erzielte, sondern dass sich Goalie Jan Obernesser beim Versuch den Schuss zu parieren, schwer verletzte. Er wird den Luchsen definitiv 4-6 Wochen fehlen. Doch damit noch nicht genug. Backup Goalie Sebastian Grunewald hatte nach seiner Einwechselung kaum Gelegenheit sich auszuzeichnen, da markierten die Wiehler den Ausgleich. Die nächste „Glanzleistung“ zeigten die Schiedsrichter drei Minuten vor Spielende. Stürmer Benni Schulz bekam den Schläger eines Gegners mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen. Mit einem tiefen Cut oberhalb der Nase ging es direkt in die Kabine und danach ins Krankenhaus. Doch statt einer 5 Minutenstrafe wie es das Regelwerk vorsieht, verhängte der Schiedsrichter lediglich 2 Minuten für hohen Stock.
Die restliche Spielzeit endete torlos. Unentschieden nach der regulären Spielzeit. Einen Punkt für beide Teams. Nun blieb die Frage offen, wer sich im Penaltyschießen den Zusatzpunkt sicherte. Doch dazu kam es nicht. Die Schiedsrichter waren mit ihrer Aufgabe nun komplett überfordert und beharrten auf Verlängerung. Hier hatten die Luchse dann das bessere Ende für sich. Jens Feuerfeil erlöste seine Mannschaft nach nur 40 Sekunden in der Overtime.
Aufstellung der Luchse:
Tor: Jan Obernesser; Sebastian Grunewald
Abwehr: Naumann, Hornivius, Hilgenberg, Filip;
Sturm: Feuerfeil, Hantak, Grund, Kreuz, Böhm, Feustel, Schulz, Vogel, M. Six
Statistik des Spiels:
Tore: 0:1 (3.) Schuhmacher 1:1 (22.) Vogel (Hantak, Böhm); 2:1 (31.) Böhm; 3:1 (34.) Feuerfeil (Schulz, Hantak); 3:2 (52.) Vermeersch; 3:3 (54.) Kuntz; 4:3 (61.) Feuerfeil
Strafen:
Lauterbach 10
Wiehl 22 + 30 Disziplinarstrafe Schuhmacher. (sn) +++