Trial WM in Norwegen
Goldmedaille für Moritz METTENHEIMER und deutschem Team
Fotos: Mettenheimer
14.09.2014 / MOTORSPORT -
Der Schottener Moritz Mettenheimer vom ASC Melsungen Team Bikes-in-Motion ist zusammen mit dem Deutschen National - Team und der Goldmedaille im Gepäck von der Welt Meisterschaft im Fahrradtrial aus Lillehammer (Norwegen) zurückgekehrt. Moritz Mettenheimer gehörte zusammen mit Dominik Oswald als Juniorenstarter zum siegreichen deutschen Team, dem auch die die erst 15 - jährige Nina Reichenbach und die beiden Elitefahrer Raphael Pils und Hannes Herrmann, angehörten.
Bei der Wertung zählten die Ergebnisse des Halbfinales. Hier konnte der Schottener, der seit drei Jahren für den ASC Melsungen an den Start geht, mit seinem 5. Platz und dem Einzug ins Finale der jeweils besten 8. wertvolle Punkte einfahren.,,Ich habe an den Sieg erst geglaubt, als wir zur Siegerehrung aufgerufen wurden ", sagt der 18 -jährige Schottener im Rückblick. Als er dann zusammen mit seinen Teamkameraden auf dem Podium stand und die deutsche Nationalhymne hörte, sei das ,,ein unglaubliches Gefühl gewesen" Zwar war die Hymne nur ein schönes Kurzzeiterlebnis, aber das weiße Weltmeister - Trikot mit den Regenbogenfarben und die Goldmedaille zieren nun sein Zimmer im Wohnhaus seiner Eltern.
Im anschließenden Finale des Einzelwettbewerbs der 26 Zoll - Klasse lief es dagegen nicht so gut. Einmal mehr hatte der Schottener Pech. In den insgesamt zwölf Sektionen wurde er gleich mehrmals mit der maximal Strafpunktezahl ,,bestraft". Zweimal blieb er mit dem Trikot in den engen Toren an den Richtungspfeilen hängen, und schließlich verdarb ein platter Reifen am Hinterrad jegliche Aussichten auf eine bessere Platzierung, was durchaus möglich schien und er musste mit dem 8 Platz vorlieb nehmen.Pech hatte Moritz Mettenheimer auch bei der Deutschen Meisterschaft gehabt,als ihm ebenfalls ein Reifenschaden und eine defekte Bremsleitung zurückwarfen, aber immerhin noch die Bronzemedaille als zählbares Ergebnis blieb.
In dessen Förderprogramm ist auch Moritz Mettenheimer aufgenommen, was die jährlich auflaufenden Kosten ein Wenig reduziert.Das Wettkampfgerät kostet rund 2,500 Euro, zwei davon werden benötigt, um bei den Wettkämpfen im Schadenfall schnell auf ein Ersatzrad umsteigen zu können. Die Wettkampforte liegen selten vor der Haustür, sondern deutschlandweit verstreut. Dazu kommen Einsätze auf internationaler Ebene bei der Welt-Cup-Serie. Mit dem Trialsport Geld verdienen lässt sich nicht, mit Ausnahme einerHandvoll Topathletenin in der Elite-Klasse. So hat Moritz Mettenheimer auch für das berufliche Standbein vorgesorgt.
Seit zwei Jahren geht er bei einem Schottener Handwerksmeister in die Schreinerlehre, da bleiben unter der Woche nur die Abende für drei Mal Training pro Woche. Trialer benötigen nicht ganz so hohe Ausdauerwerte wie Mountainbiker oder Straßenfahrer. Sprungkraft, Koordination und ein gutes Balancevermögen sind die wesentlichen Fähigkeiten, die ein Trialer beherrschen muss, dazu die technischen Fertigkeiten und nicht zuletzt auch viel Mut, denn die zu überwindenden Hindernisse in Form von Baumstämmen, großen Steinen aufgestapelten Paletten, oder auch großformatigen Reifen reichen nicht selten bis in zwei Meter Höhe.Entsprechend wird im Training viel Wert auf Schnellkraft und Balance-Schulung gelegt. Auch die Grundtechniken, wie zb. Sidehop, Praller,Distanzsprünge aufs Vorder und Hinterrad werden geübt.
Für den Rest der Saison hat der Schottener noch ein großes Ziel. Am 4.Oktober findet in Riedelbach (Hochtaunus) der letzte Lauf zur Norddeutschen Meisterschaft statt. Obwohl Moritz Mettenheimer noch zur Junioren-Klasse gehört, hat der 18-jährige freiwillig in der Eliteklasse gemeldet, die er vor dem Finale mit einem Punkt anführt. Der Norddeutsche Meistertitel wäre eine schöne Empfehlung für die nächste Saison, die für den Schottener eine besondere Herausforderung darstellt : In der Elite-Klasse wird es nochmal deutlich schwieriger, auf vordere Plätze zu fahren. Besonders auf internationaler Ebene wird zudem mit vollem Risiko gefahren", weiß der Schottener nicht zuletzt aus eigener Anschauung während der WM in Lillehammer. +++