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Hünfelder SV - TSV Lehnerz 2:4 (0:1)

Hessenpokal: Hünfeld bricht sich erneut selbst das Genick - Yildiz fliegt


Fotos: Julius Böhm

28.08.2014 / FUSSBALL - Es war wieder ein unnötiger Platzverweis, der dem Hünfelder SV am Mittwochabend (27.08.) im Hessenpokal-Spiel das Genick brach: Trotz starker Leistung der Platzherren siegte am Ende der Hessenligist aus Lehnerz mit 4:2 (1:0). Bis zur 71. Minute waren die Hünfelder zwar klar überlegen und verdient in Führung, doch die Einwechslung von Dominik Rummel und die Notbremse von Ferhat Yildiz brachten die Wende für den TSV.


"Es ist mir ein absolutes Rätsel, wieso wir nicht manns genug sind, so eine Führung mal nach Hause zu bringen", war Hünfeld Trainer Dominik Weber nach dem Abpfiff stocksauer, "es ist dasselbe wie am Samstag gegen Borussia Fulda passiert: Wir spielen gegen einen stark besetzten Gegner und bringen eine verdiente Führung nicht über die Zeit." Man müsse einfach cleverer agieren und versuchen zu kontern. "Wir müssen nicht noch besondere Angriffe fahren, anfangen zu zaubern und dann die Dinger fangen", ließ Weber seinem Unmut freien Lauf.

Genau solch ein schöner Angriff wurde dem HSV zum Verhängnis: Im Konter über Christoph Neidhardt kam Oliver Krenzer an den Ball, spielte Thorsten Trabert an, der den Doppelpass suchte, Krenzer aber nicht erreichte. Die Lehnerzer drehten den Spieß um und konterten über Patrick Broschke. Dieser war auf und davon, wurde von Ferhat Yildiz im Strafraum gelegt - Elfmeter und glatt Rot. Der eingewechselte Dominik Rummel verwandelt eiskalt zum 2:2 und leitet somit den Lehnerzer Sieg ein.

Zuvor spielten nur die Weißen: Zehn Minuten vor dem Seitenwechsel begann die Sturm- und Drangphase des HSV. Chipflanke von Gensler auf den völlig frei stehenden Sebastian Alles, der gekonnt volley einnetzte, doch scheinbar im Abseits stand. Nur kurze Zeit später brachte Alles den Ball flach in den Strafraum, wo Robert Simon am Außennetz scheiterte. In der 45. Minute war es dann wieder Simon, der nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam. Lehnerz hatte über Patrick Schaaf den letzten Angriff. Unbedrängt marschierte der Lehnerzer Spielmacher durch die HSV-Abwehr und schlenzte zur unverdienten Pausenführung ein.

Doch auch von einer großen Pomnitz-Chance zum 2:0 ließ sich Hünfeld nicht entmutigen und kam schnell zurück. Zuerst schickte Hohmann Christoph Neidhardt auf die Grundlinie, von wo der mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel den Ausgleich erzielte - Bayar sah da nicht gut aus. Zwei Minuten später war es Lucas Budenz, der in den Strafraum dribbelte, zwei Gegenspieler aussteigen ließ und mithilfe des Innenpfostens die Führung bescherte. Doch dann dasselbe Spiel wie im Derby gegen Borussia Fulda: Platzverweis und plötzlich ist man von der Rolle. Lehnerz nutzte das aus und drehte das Spiel gekonnt.

"In meinen Augen ist das nicht mehr nur Schicksal oder Pech, sondern fast schon Dummheit", sprach Weber harte Worte, "es kann einmal passieren, dass man ein so einfaches Tor fängt, auch zwei oder drei Mal. Wir kommen aber schon wieder in dengleichen Trott wie in der letzten Saison. Da muss sich Jeder mal selbst hinterfragen." Henry Lesser, der einige Stützen wie seinen Sohn Patrick oder Pierre Mistretta schonte nahm den Pokalabend deutlich gelassener: "Es war eben ein typisches Pokalspiel. Für uns ist positiv, dass wir uns nach dem Rückstand wieder gefangen haben." Am Ende kommt die reifere, nicht unbedingt die stärkere Mannschaft eine Runde weiter und steht somit im Achtelfinale. (Julius Böhm)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:


Hünfelder SV: Hein - Gensler, Alles, Simon, Witzel, Krenzer (90.+3 Schilling), Trabert (86. Hampl), Neidhardt, Yildiz, Budenz, Hohmann (70. Krieger).

TSV Lehnerz:
Bayar - Scholz, Bettendorf (46. Broschke), Pomnitz, Pecks, Odenwald, Schaaf, Jordan (62. Rummel), Vogt, Sarvan, Bartel.

Schiedsrichter:
Timo Wlodarczak (Bebra).

Tore:
0:1 Patrick Schaaf (45.), 1:1 Christoph Neidhardt (57.), 2:1 Lukas Budenz (59.), 2:2 Dominik Rummel (72., Foulelfmeter), 2:3 Andre Vogt (84.), 2:4 Dominik Rummel (85.).

Zuschauer:
300.

Rote Karte:
Ferhat Yildiz (71., Hünfeld) wegen Notbremse.+++


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