"Manchmal ist es eine Geschmacksexplosion"
Trocken, feinherb und fruchtig - 15. Deutscher Riesling Spätlese Wettbewerb - VIDEO

Fotos: Julissa Bär
19.08.2014 / FULDA -
Es drehte sich alles um die Rieslings-Rebe: Ingesamt 165 Weine wurden unter die Lupe genommen, darunter 60 Weine Spätlese trocken, 33 Weine Spätlese halbtrocken und 72 Weine Spätlese fruchtig. Die Top-Platzierungen wurden dann an zwei Tagen von einer Jury aus anerkannten Weinexperten ermittelt. Beurteilt wurde nach einem 20-Punkte-Bewertungssystem.
Neutral bleiben
So viele edle Tropfen bergen neben dem Genuss auch große Herausforderungen für die Experten. Schwenken, Schlürfen, Spucken - getrunken werden die Weine zunächst nicht. Der Grund dafür ist einfach: "Man muss vor allem im Kopf neutral sein", erklärt Jurorin Pöhler auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Die Flaschen werden vor jedem Durchgang verhüllt, grobe Formen sind jedoch zu erkennen. Das geschulte Auge könnte daher bei manchen Formen schon etwas erahnen. Dennoch ist Neutralität der höchste Anspruch der Fachleute. Hier wird Wein nun mal von verschiedenen Seiten betrachtet.
HINTERGRUND: Der fuldische Fürstabt erwarb 1716 die Domäne Johannisberg im Rheingau und ließ die Weinberge mit sortenreinen Rieslingreben bepflanzen. Vor jeder Ernte musste ein Bote von Johannesberg nach Fulda reiten, um die Leseerlaubnis einzuholen, doch der Reiter verspätete sich 1775 und die Trauben waren bei seiner Ankunft bereits von Edelfäulen befallen. Trotzdem wurden die Trauben geerntet und ergaben einen exzellenten Wein – die Spätlese.+++