Fahrerflucht am Wahrzeichen
Kombi rammt den "Bornschorsch" - Nun sucht die Stadt nach Zeugen
Fotos: Christoph Blum
05.08.2026 / SCHLITZ -
Er hat schon so manches kommen und gehen sehen – doch das hätte dem "Bornschorsch" fast die Füße weggezogen: Am Samstagabend des 1. Augusts, ist der historische Marktbrunnen im Herzen der Schlitzer Altstadt von einem Auto gerammt und beschädigt worden. Der Fahrer oder die Fahrerin fuhr einfach davon – die Stadtverwaltung bittet nun um Hinweise.
Ein lauer Sommerabend auf dem Schlitzer Marktplatz, die Menschen sitzen auf Terrassen und Balkonen und genießen die warme Dämmerung – und dann ein lauter Knall. Zwischen 21 und 21.30 Uhr fuhr ein Kombi gegen den Brunnen und flüchtete anschließend mit quietschenden Reifen, wie ein Mitarbeiter der Stadt gegenüber O|N bestätigt. Dass das Becken derzeit trocken liegt, hat übrigens nichts mit der Sommerhitze zu tun: Das Wasser ist schlicht ausgelaufen.
"Mit großer Wucht gegen den Brunnen"
Beste Sicht auf das Geschehen hatten ausgerechnet die Gäste der Pizzeria mit dem treffenden Namen "Zum Bornschorsch", direkt gegenüber. "Die Gäste auf unserer Terrasse haben beobachtet, wie ein angeblich weißer Kombi – eventuell ein Mercedes – mit großer Wucht gegen den Brunnen stieß und dann einfach weiterfuhr", berichtet Wirt Tim Dittrich. "Leider hat sich niemand das Kennzeichen gemerkt. Das Auto parkte zuvor schon mehrere Stunden auf dem Marktplatz."Drei Zeugenaussagen liegen der Stadt bislang vor – und die haben einen Haken: Einig sind sich alle, dass es ein großer Kombi war, vermutlich ein Mercedes. Bei der Farbe aber gehen die Angaben auseinander – weiß, grau, schwarz. Man tappt also im wahrsten Sinne noch im Dunkeln. Auch wenn der Schaden seitens der Stadt Schlitz auf "nur" rund 700 Euro geschätzt wird, ist doch die Empörung in der Burgenstadt groß. In den sozialen Netzwerken schlägt der Vorfall derweil hohe Wellen: Von "völlig inakzeptabel" ist die Rede, verbunden mit der Hoffnung, dass der Verursacher gefunden wird.
Seit 1930 wacht der "Schorsch" über den Marktplatz
Der Marktbrunnen diente einst als Schöpfbrunnen zur Wasserversorgung der Innenstadt. Die Figur des heiligen Georg wurde 1930 aufgestellt – gestiftet von der Familie des Färbereibesitzers Schmidt. Im Volksmund heißt der Drachentöter seither liebevoll "Bornschorsch" – "Born" für Brunnen, "Schorsch" für Georg. Zwischen Rathaus, Stadtkirche und Ottoburg gehört er zu den beliebtesten Fotomotiven der Burgenstadt.