Künstlerische Bandbreite

"Frisch vom Blech" – 2. Bräss-Fest Fulda war ein voller Erfolg

Das 2. Bräss-Fest Fulda war ein voller Erfolg
Foto: Stadt Fulda

02.06.2026 / FULDA - Der Fürstensaal Fulda bot den feierlichen Rahmen für das zweite Bräss-Fest "Frisch vom Blech", das auf bemerkenswerte Weise zeigte, welche künstlerische Bandbreite und klangliche Reife in der Blechbläserarbeit der Musikschule bereits erreicht wird. Das Programm des Projektkonzerts mit Schülerinnen und Schülern der Klassen Jürgen Vautz, Kurt Adolph und Martin Klüh spannte einen weiten Bogen von festlicher Barock- und Romantiktradition bis hin zu Jazz.



Den Auftakt setzte Richard Wagners Trompetenfanfare aus "Tannhäuser", die mit strahlender Präsenz und präziser Artikulation den Raum des Fürstensaals sofort füllte und eine festliche Grundstimmung etablierte. Mit Wolf Eschers Etüde Nr. 16 sowie Andy Mayerls "Good News Stomp" zeigte Jakob Schmitt (Trompete) eine sichere technische Basis und viel rhythmische Energie. Besonders im jazzigen Charakterstück überzeugten die klare Phrasierung und der mutige Zugriff auf die stilistische Sprache.

Ein berührender Moment des Programms war das gemeinsam gestaltete "Dona nobis Pacem", das in reduzierter, konzentrierter Form eine eindringliche Ruhe entfaltete. Beteiligt waren Anna Barbara Albrecht, Lothar Thei-sen, Clemens Frisch, Winfried Reinhard und Jost Bachmann, die gemein-sam einen transparenten, homogenen Klangkörper formten. Das Posau-nenduo präsentierte mit Franz Kanefzkys dreiteiligem Zyklus ("Dorffest", "Polka", "Zwiefacher") eine lebendige Mischung aus traditioneller Tanzmusik und moderner Bläserästhetik. Georg Sauerbier und Kurt Adolph sorgten hierbei für prägnante rhythmische Kontur und einen kräftigen, zugleich flexiblen Ensembleklang.

Besonders farbenreich gestaltete sich das Programm mit Stefan Dünsers "Hornquintton Ruf & Die Moldau", in dem Cornelius und Clemens Batzdorf (Horn) durch klangliche Differenzierung und souveräne Intonation überzeugten. In den "20 Jazz Duetten" Nr. 2, 3 und 4 von Wolf Escher zeigten Tilman Sauerbier und Martin Klüh (Trompeten) ein sehr gut aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, das durch stilistische Sicherheit im Jazzidiom überzeugte.

Mit Alexander Glasunows "Reveries" gelang Clemens Frisch (Horn) gemeinsam mit Dongbin Leo Kim am Klavier eine besonders atmosphärische Interpretation, die durch weite melodische Bögen und eine fein abgestufte Dynamik geprägt war. Einen lyrisch-intimen Kontrast boten Gabriel Faurés "Pavane" sowie das traditionelle "Albanian Wedding Song" in Bearbeitung von John Glenesk Mortimer. Theo Günther (Euphonium) und Dongbin Leo Kim (Klavier) überzeugten hier mit einem besonders warmen, gesanglichen Klangideal und großer musikalischer Ruhe.

Einen Höhepunkt im Bereich der Ensemblearbeit bildeten die Beiträge der "Bräss-Bande", die mit Filmmusik aus "Harry Potter" (John Williams) sowie "I Got Rhythm" (George Gershwin) große stilistische Vielfalt zeigten. Jost Bachmann, Clemens Frisch, Theo Günther und Anna Barbara Albrecht überzeugten hier mit Energie und spürbarer Spielfreude, die unmittelbar auf das Publikum übersprang.

Den festlichen Abschluss gestaltete das Blechbläserensemble "Frisch vom Blech" mit dem französischen Volkslied in einer Bearbeitung von Jérôme Naulais. Der volltönende Ensembleklang, getragen von großer Homogenität und sicherer Intonation, bildete einen stimmungsvollen Schlusspunkt eines abwechslungsreichen Konzertabends. Die jungen Musikerinnen und Musiker überzeugten durch hohe Motivation, stilistische Offenheit und ein bemerkenswertes musikalisches Niveau, das weit über den reinen Ausbildungsrahmen hinausweist. (mp/pm) +++

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