Hohes Maß an stilistischer Sensibilität

"Podium Musikschule" begeisterte das Publikum im Fürstensaal

Alle Mitwirkenden des Podium-Konzerts
Foto: Musikschule der Stadt Fulda

02.06.2026 / FULDA - Die jüngste Auflage des "Podiums Musikschule" – des Konzertabends der fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler der Städtischen Musikschule Fulda – präsentierte sich als Zeugnis langjähriger, kontinuierlicher Ausbildung und künstlerischer Reifung. Die Beiträge zeigten durchweg ein hohes Maß an stilistischer Sensibilität, technischer Sicherheit und musikalischer Gestaltungskraft, das die intensive pädagogische Arbeit der beteiligten Lehrkräfte widerspiegelt.



Den Auftakt bildete das "Adagio" aus Edward Elgars Cellokonzert e-Moll, interpretiert von Mahina Freier (Violoncello, Klasse Maksim Fedcenko-Pietsch) mit Carsten Rupp am Klavier. Die solistische Linie zeichnete sich durch warme Klanggebung und eine bemerkenswert tragfähige Phrasierung aus. In Ludwig van Beethovens Sonate B-Dur (I. Allegro) überzeugte Clara Dahlmann (Querflöte, Klasse Stephanie Vautz) gemeinsam mit Annika Bhandari am Klavier (Klasse Renate Hunold) durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel.

Einen lyrisch-intimen Akzent setzte Sophia Klug mit Beethovens "Hoffnungswalzer" Es-Dur (Klasse Natalia Geras). Die junge Pianistin gestaltete das Werk mit bemerkenswerter Sensibilität für dynamische Nuancen, wodurch der Charakter des Stücks zwischen Nostalgie und leiser Aufbruchsstimmung besonders eindrucksvoll zur Geltung kam.

Im Konzert für Oboe und Violine d-Moll BWV 1060 von Johann Sebastian Bach zeigten Erik Oldenburg (Oboe, Klasse Till Joachim) und Nina Hey (Violine, Klasse Peter Halasz) gemeinsam mit Leo Dongbin Kim am Klavier ein kammermusikalisch äußerst ausgewogenes Musizieren. Die Dialogstruktur des Werks wurde mit klarer Linienführung und hörbarer gegenseitiger Aufmerksamkeit gestaltet. Mit Edvard Griegs "Étude Op. 73 Nr. 5 – Hommage à Chopin" präsentierte Elischa Ortlieb (Klavier, Klasse Maja Zirkunow) eine technisch souveräne und klanglich fein nuancierte Interpretation.

Ein farbenreiches Ensembleerlebnis bot die "Jewish Folk Song Suite" (arr. M. Isaacsen), dargeboten von Alisa Jehn, Adele Bhandari, Fabienne Fuß und Stephanie Vautz (Querflöten, Klasse Stephanie Vautz). Besonders hervorzuheben war die stilistisch überzeugende Umsetzung der charakteristischen melodischen Wendungen, die dem Werk große Authentizität verliehen.

Nach der Pause eröffnete Erik Oldenburg den solistischen Teil mit Beethovens Sonate Nr. 8 "Pathétique" (I. Allegro di molto e con brio) am Klavier (Klasse Maja Zirkunow). Mit kraftvollem Zugriff und klar strukturiertem Aufbau gelang eine spannungsreiche Darstellung des dramatischen Kopfsatzes, der durch sichere technische Kontrolle und expressive Kontraste beeindruckte. In Frédéric Chopins Ballade Nr. 3 As-Dur zeigte Svea Gutmann (Klavier, Klasse Maja Zirkunow) eine differenzierte Behandlung der lyrischen Abschnitte und die souveräne Bewältigung der virtuosen Passagen führten zu einer in sich geschlossenen und emotional überzeugenden Interpretation.

Mit Miroslav Skoryks "Carpathian Rhapsody" überzeugten Fiona Fransen (Violine, Klasse Lidia Koch) und Maria Westerman (Klavier) durch temperamentvolle Gestaltung und eine eindrucksvolle Klangintensität. Einen weiteren Höhepunkt bildete Franz Liszts "Transzendental Étüde Nr. 10 f-Moll", interpretiert von Jonathan Ortlieb (Klavier, Klasse Maja Zirkunow). Die Interpretation zeichnete sich durch große dynamische Bandbreite und eine konsequent durchgehaltene dramatische Entwicklung aus.

Im vokal-instrumentalen Bereich setzte Mihaela Spitelnizu (Gesang, Klasse Raili Orrava) mit Duke Ellingtons "I don’t mean a thing" einen stilistisch sicheren und lebendig swingenden Akzent. Gemeinsam mit dem Orchester "Harmonie" unter der Leitung von Lidia Koch entstand eine mitreißende Performance, die durch rhythmische Präzision und spürbare Spielfreude überzeugte.

Den Abschluss bildete die groß besetzte Orchesterarbeit "Sinfonia per un addio" (G. P. Reverberi / L. Giordano, arr. A. Broshka). Das Orchester "Harmonie" unter Leitung von Lidia Koch präsentierte ein klanglich differenziertes und dynamisch fein abgestuftes Finale. Besonders hervorzuheben war die homogene Streichergruppe mit u. a. Fiona Fransen, Ines Sawatzky, Maria Thiessen, Lena Schwendich, Svea Gutmann, Dora Eszes, Lena Sui, Sophie Pauls, Paula Dörich und Jonah Kwapp, ergänzt durch ein stabiles Cellofundament sowie eine tragende Klavierstimme von Nelli Fransen. Ergänzend trugen weitere Stimmen – darunter Clara Dahlmann und Stephanie Vautz (Querflöte), Lora Kinova (E-Gitarre), George Wagner (E-Bass) und Elisabeth Keller (Schlagzeug) – zur stilistischen Vielfalt und klanglichen Dichte des Ensembles bei.

Gerade solche Konzertformate unterstreichen die fundamentale Bedeutung der musikalischen Jugendförderung. Sie schaffen nicht nur Raum für individuelle künstlerische Entfaltung, sondern fördern auch soziale Kompetenz, Disziplin und Teamfähigkeit im gemeinsamen Musizieren. Damit leisten Musikschulen einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Bildung und zur nachhaltigen Entwicklung einer lebendigen Musiklandschaft. (mp/pm) +++

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