Rent-A-Bürgermeisterin & 100.000 Liter Milch
Hilfe aus Petersberger Bürgermeisterbüro & Rekord-Kuh auf Fronbachhof
Auf dem Frohnbachhof der Familie Leipold schaffte es eine Kuh 100.000 kg Milch zu geben
Fotos: Felix Weigl
02.06.2026 / PETERSBERG -
Gleich zwei Besonderheiten gab es am ersten Juni auf dem Fronbachhof der Familie Leipold in Fulda Petersberg. Zum einen half seit den frühen Morgenstunden Bürgermeisterin Claudia Brandes auf dem Hof aus. Außerdem schaffte es eine Milchkuh in ihrem Leben rekordverdächtige 100.000 Liter Milch zu geben.
Auf dem Hof von Landwirt Stefan Leipold war am Montag einiges los. Nicht nur wurde die Hessische Milchkönigin Hanna I. erwartet, um Kuh "Lotte" zu ehren, zusätzlich war auch seit 06:30 Uhr morgens Petersbergs Bürgermeisterin Claudia Brandes (parteilos) auf dem Hof und packte kräftig mit an. Das geschah unter dem Motto "Rent a Bürgermeister" am Weltbauerntag. Über ein Netzwerk wurden alle jungen Bürgermeister dazu aufgerufen, bewusst einen Tag in der Landwirtschaft zu verbringen, mit dem Ziel, den gegenseitigen Austausch und die gegenseitige Akzeptanz zu fördern.
"Das ist gelebtes Tierwohl"
Kuh "Lotte" steht ihre neue Schärpe ausgesprochen gut. Das Tier von Landwirt Stefan Leipold hat in ihrem Leben eine Leistung von 100.000 Litern geschafft – rekordverdächtig. "Korrekt heißt es 100.000 Kilogramm Milch, nicht Liter", korrigiert die hessische Milchkönigin Hanna I. im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Als hessische Milchkönigin hat sie etwa 60 Termine im Jahr, bei denen sie die hessische Milchwirtschaft und die hießigen Landwirte vertritt. "Man lernt viele Leute kennen - und einiges dazu, auch wenn man Vorkenntnisse hat. Es macht einfach Spaß!"
100.000 Liter – Entschuldigung – Kilogramm Milch in einem Kuhleben sind nichts Selbstverständliches. "Das steht für eine sehr gute Gesundheit der Kuh und ein außergewöhnliches Engagement der Familie Leipold, sonst könnte eine Kuh diese Leistung nicht erbringen. Darauf kann man wirklich stolz sein", ergänzt Hanna I.
Weltbauerntag mit Unterstützung aus dem Bürgermeisterbüro
Nichts ins Rathaus, sondern direkt zum Fronbachhof fuhr am Morgen Claudia Brandes, Bürgermeisterin in der Gemeinde Petersberg. "Ich durfte erstmal mitmelken, füttern, ausmisten, alles, was dazugehört!", so Brandes gegenüber O|N. Wie körperlich anstrengend der Beruf Landwirt ist, merkte sie schnell. Das Melken beginnt hier noch von Hand, das geht auf die Unterarme. Ein Highlight hat ihr besonders gefallen: das Füttern der kleinen Kälbchen "Die fangen sofort an, an der Hand zu saugen, wenn man sich nähert – das ist einfach Zucker", sagt sie breit grinsend.
Auch die Idee des Aktionstags ging auf. Die Wertschätzung für die Landwirte endlich greifbar machen. "Der Tag hat mir gezeigt, wie wichtig der Austausch ist. Auch wenn wir um die gleichen Flächen konkurrieren, wenn wir vernünftig miteinander reden, kann es funktionieren. Und hier in Petersberg funktioniert es sehr gut!"
Den Tag und die Anstrengungen der landwirtschaftlichen Arbeit wird Claudia Brandes sicher nicht so schnell vergessen und besonders am nächsten Tag im Büro deutlich am ganzen Körper spüren. Aber auf diese Art wirklich vor Ort zu erleben, wie anstrengend und wichtig die Arbeit unserer Landwirte ist – sicherlich eine wertvolle Erfahrung für Politik und Landwirtschaft. (fw) +++