"Keine ungenehmigte Rodung"
Nach Fällungen am Lützbach: Bürgermeister Heiko Stolz weist Vorwürfe zurück
Diese abgestorbenen Bäume haben in den vergangenen Tagen in Neuhof für viel Aufruhr gesorgt.
Foto: Gemeinde Neuhof
08.05.2026 / NEUHOF -
Nach den massiven Baumfällungen entlang des Lützbachs in Neuhof im südlichen Kreis Fulda (OSTHESSEN|NEWS berichtete) hat sich nun auch Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) zu den Vorwürfen geäußert. Die Arbeiten seien "aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht und zur Abwehr akuter Gefahren" erfolgt, erklärt der Rathauschef in einer Stellungnahme und weist dabei die Vorwürfe entschieden zurück.
Was war geschehen? Entlang des Lützbachs in Neuhof wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Bäume gefällt - mitten in der Brut- und Setzzeit. Viele Anwohner reagierten geschockt und warfen Fragen zum Natur- und Artenschutz auf. Besonders kritisch gesehen wurde, dass sich in dem Bereich zuletzt auch Biber angesiedelt hatten und die Ufervegetation als wichtiger Lebensraum gilt. Ein Leser berichtete von einer "erschreckenden Entdeckung" und kritisierte unter anderem, dass die Bäume bislang Sicht- und Lärmschutz zum nahegelegenen Kaliwerk geboten hätten. Zunächst war unklar, wer die Arbeiten veranlasst hatte und ob dafür naturschutzrechtliche Genehmigungen vorlagen. Die Fällungen sorgten deshalb für große Empörung und Diskussionen in der Gemeinde.
Bürgermeister Heiko Stolz meldet sich gegenüber OSTHESSEN|NEWS zu Wort
Demnach habe die Gemeinde bereits zum zweiten Mal in dem Bereich tätig werden müssen. Hintergrund sei eine "durch die Aktivitäten des Bibers verursachte Anhebung des Wasserstandes" gewesen. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden sei der Wasserspiegel kontrolliert abgesenkt worden. Erst dadurch sei das tatsächliche Ausmaß der Schäden sichtbar geworden. "Mehrere Bäume waren bereits abgestorben beziehungsweise massiv geschädigt und wiesen eine erhebliche Umsturzgefahr auf", so Stolz gegenüber O|N.
"Keine großflächige oder ungenehmigte Rodung"
Wegen "Gefahr im Verzug" seien die betroffenen Totbäume kurzfristig entfernt worden, um Risiken für Menschen, Fahrzeuge sowie die angrenzende Infrastruktur auszuschließen. Laut Bürgermeister sei die zuständige Naturschutzbehörde vorab informiert worden. Außerdem habe es vor Beginn der Arbeiten eine Kontrolle auf Vogelnester und besetzte Brutstätten gegeben. "Es wurden ausschließlich abgestorbene beziehungsweise nicht mehr standsichere Bäume entnommen", betont Stolz.
Der Darstellung, es habe sich um eine großflächige oder gar ungenehmigte Rodung gehandelt, widerspricht die Gemeinde deutlich. "Die Darstellung, es habe sich um eine großflächige oder ungenehmigte Rodung gehandelt, entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten", heißt es weiter. Ziel der Maßnahme sei ausschließlich die Gefahrenabwehr unter Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Vorgaben gewesen. "Unsere Kommune nimmt den Schutz sensibler Lebensräume sehr ernst und steht hierzu weiterhin im Austausch mit den zuständigen Fachbehörden." (ms) +++