Große Resonanz in der Stadthalle

Veranstaltung gibt wichtige Impulse zur Stärkung der demokratischen Kultur

Rund 80 Teilnehmende waren kürzlich bei der Demokratiekonferenz in der Bad Hersfelder Stadthalle dabei.
Fotos: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

08.05.2026 / BAD HERSFELD - Knapp 80 Menschen sind kürzlich der Einladung zur Demokratiekonferenz in die Bad Hersfelder Stadthalle gefolgt. Die Veranstaltung der "Partnerschaft für Demokratie" und des Landkreises Hersfeld‑Rotenburg setzte wichtige Impulse für die Stärkung der demokratischen Kultur vor Ort und präsentierte mit einer erstmals vorgestellten Situations‑ und Ressourcenanalyse eine fundierte Grundlage für die zukünftige Arbeit im Landkreis.



In Vertretung des Ersten Kreisbeigeordneten Dirk Noll erklärte Kreisausschuss-Mitglied Barbara Eckhardt in ihrem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung: "Unsere Demokratie darf nicht als selbstverständlich angesehen werden. Es ist wichtig, Signale zu setzen, und es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese Konferenz ist eine Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen."

Die mehrstündige Veranstaltung sollte alle Beteiligten zum Netzwerken und Diskutieren einladen. Scheerin Alou von der Partnerschaft für Demokratie: "Wir sind sehr glücklich und positiv überrascht, welch große Resonanz die Veranstaltung erhalten hat. Gerade der Austausch zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus der Region ist von großer Bedeutung und soll nachhaltig wichtige Impulse setzen."

Wachsende Distanz zu demokratischen Institutionen

Nach den einführenden Worten erklärte Scheerin Alou, dass im vergangenen Jahr eine Situations- und Ressourcenanalyse rund um demokratiefeindliche Tendenzen und um Teilhabechancen, insbesondere marginalisierterer Gruppen im Landkreis, in Auftrag gegeben wurde. Dr. Sarah Riese und Sarah Vollmer von der Camino Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich aus Berlin gaben einen Überblick über die aktuelle Lage und Trends im Bereich Demokratiefeindlichkeit und Extremismusprävention.

Inhaltlich wurden dabei verschiedene Parameter, wie die Vereinsstruktur oder die Unterschiede zwischen den Städten und ländlichen Gemeinden, herausgearbeitet. Allgemein zeige sich eine Entwicklung in Richtung Politikverdrossenheit und eine wachsende Distanz zu demokratischen Institutionen. Die Beteiligten verdeutlichten in den Gesprächen, dass dieser Entwicklung aktiv gegengesteuert werden müsse, bevor gesellschaftliche Spaltung zementiert werde.

Dies wurde auch während des Podiumsgesprächs "Demokratie unter Druck! Erkenntnisse. Herausforderungen. Unterstützungsangebote." deutlich. Auf dem Podium vertreten waren Gäste aus der Wissenschaft, aus der Beratung, aus der Extremismusprävention, aus dem Kontext Schule und aus der Zivilgesellschaft. Diese tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und konnten die Analyseergebnisse mit praktischen Beispielen untermauern.

Zum Ende der Veranstaltung bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit, in Kurzworkshops konkrete Handlungsansätze – von der Arbeit mit Jugendlichen über den Umgang mit Desinformation bis hin zur kommunalen Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure – kennenzulernen. (mis/pm) +++

Kreisausschussmitglied Barbara Eckhardt sprach ein kurzes Grußwort zu Beginn der Veranstaltung.

Sarah Vollmer (links) und Dr. Sarah Riese von der Camino Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich aus Berlin präsentierten ihre Ergebnisse.

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