Zwei Jahre Umbau, 39 beteiligte Betriebe

Sparkasse feiert Wiedereröffnung - drei Millionen Euro für neues Schmuckstück

Am Mittwoch hat die Sparkasse Fulda ihren Standort Künzell nach zweijährigem Umbau wiedereröffnet.
Fotos: Moritz Bindewald

08.05.2026 / KÜNZELL - 56 Jahre, eine Generalüberholung und drei Millionen Euro später erstrahlt die Sparkassen-Filiale in der Georg-Stieler-Straße in neuem Glanz. Am Mittwoch hat die Sparkasse Fulda ihren Standort Künzell nach zweijährigem Umbau wiedereröffnet und dabei einem Gebäude, das 1969 errichtet wurde, eine Zukunft gegeben.



Abreißen und neu bauen? Die Idee war schnell vom Tisch. "Wir haben ganz viele treue Mieter", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Horst Habermehl beim Festakt. Und: "Ich finde es gut investiertes Geld."

Von 220 auf 350 Quadratmeter

Die Servicefläche ist von 220 auf 350 Quadratmeter gewachsen, knapp 60 Prozent mehr Platz für Kunden und Berater, dazu deutlich mehr Tageslicht und eine technische Ausstattung, die digitale Beratungsangebote besser unterstützt. "Digital und lokal - wir wollen und können beides", so Habermehl.

Energetisch wurde das Gebäude von Grund auf erneuert: Luftwärmepumpe, Gastherme für Lastspitzen, Photovoltaik auf dem Dach, gedämmte Fassade, neue Fenster. Auch die Mieter im Wohntrakt über der Filiale profitieren davon, außerdem von neuen Bädern und erneuerten Abwasserleitungen.

39 Firmen, fast alle aus der Region

39 Unternehmen waren am Umbau beteiligt, nur sechs kamen von außerhalb des Geschäftsgebiets. Bürgermeister Timo Zentgraf, selbst ehemaliger Banker, lobte die Handwerker in seinem Grußwort: "Die haben es wieder einmal geschafft, just in time fertig zu werden."

Den symbolischen Schlüssel übergab Franziska Magdanz vom Göttinger Büro Kranz & Partner an Filialleiter Markus Erb. Dessen Urteil fiel knapp aus: "Die Filiale ist mega gut geworden." Sein Team habe in den Umbaumonaten einiges ertragen müssen, vor allem den Lärm. "Aber wir kommen jeden Morgen gerne hierher."

Der Geldautomat und das neue Gesetz

Eine Randnotiz mit Unterhaltungswert: Als im August 2025 der neue SB-Bereich öffnete, trat gleichzeitig das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft. Die neuen Geldautomaten hingen nach Beschwerden angeblich zu niedrig. Habermehl nahm es sportlich: "Selbst meine Frau musste in die Knie gehen." Nach einer Nachkorrektur war das Thema erledigt.

Weniger heiter sprach er über Tresorsicherheit. Er verwies auf einen Einbruch bei der Sparkasse Gelsenkirchen, die er ausdrücklich als Positivbeispiel nannte, weil auch sie technisch alles getan habe. Trotzdem: hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Konkrete Angaben zu den Schutzmaßnahmen machte er folgerichtig keine. Filialleiter Erb sieht das gelassen: "Wir sind hier mitten im Ortszentrum und nicht an einer Straße mit Autobahnanbindung. Von daher haben wir da keine Bedenken."

Spende statt Bratwurst

Früher gab es bei Filialeröffnungen Bratwurst und Volksfeststimmung. Das ist vorbei. Stattdessen überreichte die Sparkasse Spendenschecks an Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie an Schulen und Kitas aus Künzell.

Und Zentgraf? Der nutzte sein Grußwort auch für einen praktischen Hinweis: In den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren wird die Straße vor der Filiale neu gebaut. Weniger Verkehr, vielleicht mehr Parkplätze. Und ein Appell an die Tiefbauer: "Bitte achten Sie drauf, wenn die Kanalrohre verlegt werden - dass Sie nicht in den Tresor reinbohren." (Moritz Bindewald) +++

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