Am Samstag

Liegend-Demo in Domstadt: Aktion macht Leid von ME/CFS-Betroffenen sichtbar

Zum internationalen ME/CFS Awareness Day wird Fulda am 9. Mai 2026 erneut Teil einer bundesweiten Protestbewegung: der sogenannten Liegend-Demo.
Foto: Fatigatio e.V., Bundesverband ME/CFS

07.05.2026 / FULDA - Zum internationalen ME/CFS Awareness Day wird Fulda am Samstag erneut Teil einer bundesweiten Protestbewegung: der sogenannten Liegend-Demo. Zwischen 14 und 16 Uhr machen Betroffene und Unterstützer auf dem Universitätsplatz auf eine Erkrankung aufmerksam, die für viele Menschen den vollständigen Rückzug aus dem Alltag bedeutet – Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Dabei handelt es sich um eine schwere, oft postvirale, neuroimmunologische Erkrankung, die zu extremer Erschöpfung und körperlicher Behinderung führt. Ausgelöst wird sie häufig durch Infektionen wie COVID‑19 oder das Epstein‑Barr‑Virus.



Organisiert wird die Fuldaer Kundgebung von der Regionalgruppe des Fatigatio, Bundesverband ME/CFS, der bundesweit an mehreren Aktionen beteiligt ist. Ziel ist es, Betroffenen eine Stimme zu geben und auf gravierende Missstände in Versorgung, Forschung und Aufklärung hinzuweisen. Während der Demonstration legen sich Teilnehmende stellvertretend für schwer Erkrankte auf den Boden. Porträts auf Feldbetten und persönliche Erfahrungsberichte machen sichtbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt.

Im Mittelpunkt stehen klare Forderungen: mehr spezialisierte Anlaufstellen, bessere medizinische Strukturen, gezielte biomedizinische Forschung sowie eine breitere gesellschaftliche und medizinische Aufklärung. Denn trotz Anerkennung als körperliche Erkrankung wird ME/CFS noch immer häufig missverstanden oder fehlgedeutet – mit Folgen wie verspäteten Diagnosen und mangelnder Unterstützung.

Unterstützerinnen und Unterstützer sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen – etwa mit selbst gestalteten Plakaten, Porträts von Erkrankten oder symbolischen Zeichen der Solidarität wie Sonnenbrillen oder Gehörschutz. Ansprechpartner vor Ort ist Joachim Penz, Mitglied des Organisationsteams und selbst Angehöriger eines Betroffenen. Er engagiert sich zudem in einer Angehörigengruppe des Fatigatio.

Die Liegend-Demo in Fulda setzt ein deutliches Zeichen: ME/CFS darf nicht länger übersehen werden. Die Betroffenen fordern konkrete Verbesserungen – und eine Gesellschaft, die hinschaut. (mis/pm) +++

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