Verabschiedung vom Minenjagdboot Fulda
OB Heiko Wingenfeld aus Kiel zu O|N: "Einsatz erfüllt uns mit tiefem Respekt"
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05.05.2026 / KIEL/FULDA -
Das Minenjagdboot "Fulda" ist am Montagmittag vom Marinestützpunkt in Kiel ins Mittelmeer ausgelaufen (OSTHESSSEN|NEWS berichtete bereits). Dort soll das Schiff zunächst in Bereitschaft bleiben. Ein möglicher späterer Einsatz könnte die Besatzung in den Persischen Golf führen, um in der Straße von Hormus Seeminen aufzuspüren und zu räumen.
Abschied mit starker Symbolik
"Es war sehr beeindruckend", äußerte sich Wingenfeld am Montagabend - im Anschluss an die Zeremonie - exklusiv gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern des Magistrats war der OB einer Einladung der Marine gefolgt, um die Besatzung beim Auslaufen zu begleiten. Für die Stadt Fulda hat das Minenjagdboot eine besondere Bedeutung. Seit 1959 besteht eine enge Patenschaft, die über Jahrzehnte hinweg durch regelmäßige Begegnungen gepflegt wurde. Entsprechend emotional fiel auch der Besuch des Oberbürgermeisters aus.Musikalischer Rahmen und persönliche Note
Begleitet wurde die Abschiedszeremonie vom Musikkorps der Marine unter der Leitung von Korvettenkapitän Inga Hilsberg. Sie ist in Fulda keine Unbekannte: 2019 und 2024 war sie Dirigentin des komplette Bonifatius-Musical und damit musikalisch veranwortlich. Auch diese Verbindung unterstrich die enge Beziehung zwischen der Stadt und "ihrem" Schiff. Einsatz in unsicherer Lage
Der mögliche Einsatz in der Straße von Hormus erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in der Region. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öl- und Gastransport. Eine Blockade oder Verminung hätte unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und den globalen Handel. Ob die "Fulda" tatsächlich in den Persischen Golf verlegt wird, hängt jedoch von politischen Entscheidungen ab. Voraussetzung ist ein Mandat des Deutschen Bundestages, das derzeit noch nicht vorliegt. Entscheidend dafür ist unter anderem die weitere Entwicklung der Sicherheitslage. Spezialisten für gefährliche Aufgaben
An Bord des Minenjagdboots befinden sich rund 40 Marinesoldaten, darunter speziell ausgebildete Minentaucher. Sie sind darauf spezialisiert, Seeminen aufzuspüren und unschädlich zu machen. Unterstützt werden sie durch moderne Technik wie ferngesteuerte Unterwasserdrohnen und Sonarsysteme, die den Meeresboden systematisch absuchen.