Derzeit nicht von US-Truppenabzug betroffen

Trotz Trumps Abzugsplänen: Wiesbaden bekommt überraschende Entwarnung

Die Lucius-D.-Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim ist Hauptquartier der "US Army Europe and Africa"
Foto: Wikimedia / Michele Wiencek

05.05.2026 / REGION - Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, deutlich mehr als 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, war die Verunsicherung in Hessen groß. Besonders in Wiesbaden-Erbenheim, wo rund 3.000 US-Soldaten stationiert sind, kursierten Sorgen um die Zukunft des Standorts. Nun gibt es aus US-Militärkreisen erstmals Entwarnung.



Wie der hessenschau bestätigt wurde, ist der Standort Wiesbaden von den geplanten Abzugsplänen vorerst nicht betroffen. Stattdessen soll es Bayern treffen: Das 2. Kavallerie-Regiment in Vilseck, eine Einheit mit rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten, soll abgezogen werden.

Wiesbaden spielt für die US-Armee eine zentrale Rolle. In der Clay-Kaserne befindet sich das Hauptquartier der US-Army für Europa und Afrika. Von dort aus wird auch ein großer Teil der militärischen Unterstützung für die Ukraine koordiniert. Entsprechend groß war die Sorge, dass ein Abzug nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch wirtschaftliche Folgen für die Region haben könnte.

Standort Erbenheim als "ein wichtiges Element für Europas Sicherheit"

Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz (CDU), hatte die Abzugspläne als strategischen Fehler bezeichnet, der beiden Seiten schade. Der Standort Erbenheim sei "ein wichtiges Element für Europas Sicherheit". Auch Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) betonte die Bedeutung der US-Präsenz - sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftlich. Hessen sei "das amerikanischste Bundesland Deutschlands", sagte er.

Rund um die Clay-Kaserne leben nach Angaben von Pentz etwa 20.000 Menschen, darunter Familienangehörige von Soldaten, Ortskräfte und Pensionäre. Viele von ihnen sind seit Jahren Teil des lokalen Lebens geworden – und können nach der aktuellen Lage wohl vorerst bleiben.

Wie dauerhaft die Entwarnung ist, bleibt offen. Die US-Regierung hatte zuletzt widersprüchliche Zahlen zum geplanten Abzug genannt. Klar ist jedoch: Für Wiesbaden bedeutet die aktuelle Einschätzung zunächst eine spürbare Beruhigung. (mis) +++

Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz (CDU), hatte die Abzugspläne als strategischen Fehler bezeichnet, der beiden Seiten schade.
Archivfotos(2): O|N/Carina Jirsch
Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) betonte die Bedeutung der US-Präsenz.

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