Wenn die Luft zur Belastung wird
Mehr Pollen, längere Saison: Darum wird Heuschnupfen immer intensiver
Symbolbild: Pixabay
06.05.2026 / REGION -
Die Augen jucken, die Nase läuft und die Luft wird knapp: Viele Menschen mit Heuschnupfen merken inzwischen jedes Jahr früher, dass die Pollensaison nicht nur zeitiger beginnt, sondern oft auch intensiver ausfällt. Verantwortlich dafür ist unter anderem der fortschreitende Klimawandel. Mildere Winter und längere Vegetationsperioden sorgen dafür, dass Pflanzen früher blühen und mehr Pollen produzieren. Studien zeigen, dass sich die Pollensaison in Mitteleuropa in den vergangenen Jahrzehnten um mehrere Wochen verlängert hat. Diese Entwicklung hat spürbare Folgen für Allergiker.
Die Beschwerden sind für Betroffene oft belastend und können den Alltag erheblich einschränken. Typisch sind anhaltender Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende, gerötete und tränende Augen. In schwereren Fällen können auch Husten, Abgeschlagenheit oder sogar Atemprobleme auftreten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zusätzlich ein allergisches Asthma vorliegt. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten "Etagenwechsel", wenn sich die allergische Reaktion von den oberen auf die unteren Atemwege ausdehnt. Ursächlich für diese Symptome ist eine Fehlreaktion des Immunsystems. Harmloser Blütenstaub wird vom Körper als Bedrohung eingestuft. Beim Kontakt mit den Pollen kommt es zur Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin, die eine Entzündungsreaktion auslösen und damit die typischen allergischen Beschwerden hervorrufen.
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, stehen verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Antiallergische Augentropfen und Nasensprays können vorbeugend eingesetzt werden, während sogenannte Antihistaminika akute Beschwerden lindern. Wirkstoffe wie Cetirizin oder Loratadin sind weit verbreitet und gut verträglich. Bei stärkeren Symptomen kommen auch kortisonhaltige Nasensprays zum Einsatz, die entzündungshemmend wirken. Als einzige ursächliche Therapie gilt die spezifische Immuntherapie, auch Desensibilisierung genannt. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum schrittweise an das Allergen gewöhnt. Diese Behandlung kann nicht nur die Symptome langfristig deutlich reduzieren, sondern auch das Risiko verringern, dass sich ein allergisches Asthma entwickelt. Neue Studien zeigen, dass frühzeitig begonnene Therapien besonders erfolgreich sind.