Bürger können sich beteiligen

Volksbank Mittelhessen gründet die Energiegenossenschaft ZukunftsEnergie

(von links): Niklas Henkel, Jan Schäfer, Kristoffer Schröder, Angela Dorn-Rancke, Benjamin Wagner, Sebastian Waldschmidt und Tobias Habermann
Fotos: Volksbank Mittelhessen

04.05.2026 / REGION - Mitgliederförderung und regionale Wertschöpfung gehören seit jeher zum Kern der Volksbank Mittelhessen. Die Strategie der Bank gründet sich aus dem traditionellen Selbstverständnis als regionale Genossenschaft, ihren Mitgliedern Lösungen anzubieten, von denen sowohl die Gemeinschaft als auch der Einzelne profitieren.



Mit der Gründung einer eigenständigen Energiegenossenschaft setzt die Bank nun einen weiteren wichtigen Baustein. Die ZukunftsEnergie eG ist offen für Mitglieder und für Bürgerinnen und Bürger, die in der Nachbarschaft von Windkraft- oder Solarprojekten leben.

"Damit die Energiewende gelingt, unterstützen wir unsere Mitglieder und Kunden schon heute dabei, ihren eigenen Strom zu erzeugen oder von günstigem Strom aus erneuerbaren Quellen über Mieterstromkonzepte zu profitieren", sagt Angela Dorn-Rancke, Generalbevollmächtigte der Volksbank Mittelhessen. "In den vergangenen Jahren haben wir als Volksbank Mittelhessen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Erneuerbare Energieprojekte investiert, von denen unsere Mitglieder mittelbar profitieren konnten. Nun möchten wir unseren Mitgliedern und Kunden die Möglichkeit bieten, sich direkt an ausgewählten Projekten in und um Hessen zu beteiligen, die ohne unser Netzwerk für sie nicht zugänglich wären."

Vorstandssprecher Dr. Lars Witteck ergänzt: "Die Gründung der Genossenschaft ZukunftsEnergie eG basiert auf der Überzeugung, dass die Energiewende nur gelingt, wenn viele Menschen mitgestalten und profitieren können. Deshalb wollen wir Menschen in unserer Region den Zugang zu erneuerbaren Energieprojekten ermöglichen – transparent, gemeinschaftlich und zum Nutzen aller. Dafür verzichtet die Bank bewusst auf Rendite, indem Anteile der Anlage an die Energiegenossenschaft abgegeben werden. So schaffen wir lokale Wertschöpfung, stärken den Zusammenhalt und sichern eine lebenswerte Zukunft."

Die Volksbank Mittelhessen investiert kontinuierlich in Projekte erneuerbarer Energien und bildet mittlerweile fast die gesamte Wertschöpfungskette ab. In den kommenden Jahren werden einige weitere eigene Projekte in und um Hessen entwickelt und vorangetrieben.

"Ein besonderes Anliegen ist der faire Umgang innerhalb der genossenschaftlichen Familie", sagt Vorstandssprecher Dr. Witteck: "Wir sorgen dafür, dass durch die neue Energiegenossenschaft keine Konkurrenz zu bestehenden lokalen Energiegenossenschaften um lokale Flächen und Projekte entsteht. Vielmehr sollen bankeigene Projekte zielführend den Mitgliedern in der Region zur Verfügung gestellt werden."

Erste Beteiligung der Genossenschaft: Windpark Wettesingen

Die ZukunftsEnergie eG agiert unabhängig von der Volksbank Mittelhessen, um gezielt Anteile an Anlagen zu erwerben. Betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in direkter Nähe zu den Projekten wird so an erster Stelle die Möglichkeit gegeben, an jeder Umdrehung und jedem Sonnenstrahl mitzuverdienen.

Aber auch die Mitglieder der Volksbank sollen in den Genuss dieser Partizipation kommen können. Alle Mitglieder der Volksbank Mittelhessen sind herzlich eingeladen, ebenfalls Mitglied bei der ZukunftsEnergie eG zu werden. Damit möglichst viele davon profitieren können, sind sehr geringe Einstiegshürden vorgesehen. Die Genossenschaft wird digital organisiert, sodass eine unkomplizierte und kostengünstige Abwicklung ermöglicht wird.

Das erste Projekt ist bereits in Sichtweite. Über das Volksbank-Joint-Venture Zephyros Energy, das Windprojekte entwickelt und umsetzt, erhält die Energiegenossenschaft Zugriff auf bis zu 20 Prozent am Windpark Wettesingen bei Breuna in der Nähe von Kassel. Dort werden fünf ältere Windräder repowert und durch vier effizientere Anlagen ersetzt. Ab sofort gibt es die Möglichkeit, sich auf eine Interessentenliste einzutragen.

Beteiligungsmöglichkeiten ab 50 Euro

Über die Zeichnung eines Genossenschaftsanteils wird man Mitglied und erhält eine Stimme. Ein Geschäftsanteil beträgt 50 Euro, maximal können 2.000 Anteile gezeichnet werden, höchstens also im Wert von 100.000 Euro. In der Generalversammlung hat jedes Mitglied eine Stimme, egal wie viele Anteile es hält. Genossenschaftsanteile sind dividendenberechtigt. Darüber hinaus kann man sich zusätzlich direkt an Einzelprojekten über attraktiv fix verzinste Nachrangdarlehen beteiligen.

Die Mitgliedschaft ist zeitlich unbefristet und kann zum Jahresende mit einer Kündigungsfrist von zwei Jahren gekündigt werden. Nach einer Anlaufzeit wird im Jahr nach dem ersten vollen Betriebsjahr einer Anlage mit ersten Erlösen zu rechnen sein. In der Regel erfolgen erste Rückflüsse im dritten bis fünften Jahr. Alle Informationen finden interessierte hier: www.unsere-zukunftsenergie.de

Genossenschaft ist eigenständig

Zum Start besetzt die Volksbank Mittelhessen mit ihrer Expertise in Erneuerbare-Energie-Projekten und der Erfahrung zum Betrieb einer Genossenschaft die Gremien. Beim Aufsichtsrat stoßen fachkundige Dritte aus dem Netzwerk der Volksbank Mittelhessen hinzu. Mit der Gründungsversammlung und der ersten Generalversammlung der ZukunftsEnergie eG i. Gr. wurde der Grundstein für die Genossenschaft gelegt. Sie muss nun noch im Genossenschaftsregister eingetragen werden.

Zu den ersten Vorstandsmitgliedern der ZukunftsEnergie wurden Kristoffer Schröder aus Lohra und Niklas Henkel aus Wetzlar bestellt. Beide sind Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Benjamin Wagner und zu seinem Stellvertreter Tobias Habermann gewählt. Benjamin Wagner ist Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen, Tobias Habermann ist Rechtsanwalt. Weiteres Aufsichtsratsmitglied ist Jan Schäfer, ebenfalls Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen. (mp/pm) +++

(hinten von links): Volksbank-Mitarbeiter Sebastian Waldschmidt, Aufsichtsratsmitglied Jan Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender Benjamin Wagner, Volksbank-Generalbevollmächtigte Angela Dorn-Rancke und Tobias Habermann (stv. Aufsichtsratsvorsitzender), (vorne von links): die Vorstandsmitglieder Niklas Henkel und Kristoffer Schröder.

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