Ist eine Lösung in Sicht?

Nach Personenschaden: MKK-Kliniken greifen durch – Fenster jetzt geschlossen

Das Klinikum in Schlüchtern - auch hier bleiben die Fenster nun verschlossen
Fotos: Andreas Bejm

04.05.2026 / GELNHAUSEN - Ein Vorfall mit ernsten Folgen hat in den Main-Kinzig-Kliniken drastische Konsequenzen ausgelöst! Seit Tagen bleiben in vielen Patientenzimmern die Fenster geschlossen - teilweise sogar komplett verriegelt. Die Maßnahme sorgt für heftige Diskussionen und Unverständnis, doch der Hintergrund ist deutlich: Sicherheit geht für die Klinikleitung vor.



Ausgangspunkt der neuen Regelung war ein Ereignis am Standort Gelnhausen, bei dem es zu einem Personenschaden kam. Genauere Details werden aus Datenschutzgründen nicht öffentlich gemacht. Klar ist aber: Der Vorfall war so gravierend, dass die Klinikleitung sofort reagierte und an beiden Standorten - auch in Schlüchtern - Maßnahmen einführte.

Seitdem gilt: Fenster und Balkontüren bleiben grundsätzlich geschlossen oder dürfen maximal gekippt werden. Damit soll verhindert werden, dass sich ähnliche Situationen wiederholen.

Alltag wird spürbar eingeschränkt

Für viele Patienten ist die neue Realität gewöhnungsbedürftig - und teilweise belastend. In einigen Zimmern lassen sich die Fenster nicht einmal mehr kippen. Frische Luft? Fehlanzeige. Gerade in Mehrbettzimmern führt das zu Unmut, vor allem wenn Gerüche oder stickige Luft nicht entweichen können.

Auch Mitarbeitende berichten von veränderten Abläufen. Die Entscheidung über das Lüften liegt nun beim medizinisch-pflegerischen Personal - individuell und je nach Situation.

Klinik setzt auf kontrolliertes Lüften

Die Klinik mit Standorten in Gelnhausen und Schlüchtern betont jedoch, dass die Versorgung weiterhin sichergestellt sei. Frischluft werde gezielt organisiert: "Stoßlüften in den Zimmern kann jederzeit durch das Personal gewährleistet werden", so eine Sprecherin der Main-Kinzig-Kliniken. Technische Alternativen wie Klimaanlagen sind dabei keine Option: "Aus hygienischen Gründen ist es in den Patientenzimmern nicht vorgesehen, Klimaanlagen für einen Luftaustausch zu installieren."

Immerhin: Die Einschränkungen sollen nicht dauerhaft bleiben. Die Klinik arbeitet bereits an einer baulichen Lösung. "Es handelt sich ausdrücklich um eine vorübergehende Zwischenmaßnahme. Fachfirmen sind bereits mit der Umsetzung einer dauerhaften Lösung beauftragt." Demnach sollen die Arbeiten demnächst abgeschlossen werden. OSTHESSEN|NEWS berichtet ausführlich, sobald dies der Fall ist.

Unterschiedliche Regeln je nach Bereich

Nicht alle Bereiche der Kliniken sind gleich betroffen. Je nach Funktion eines Raumes gelten unterschiedliche Vorgaben. Besonders sensible Stationen wie Intensivbereiche unterliegen ohnehin strengeren Vorschriften, während in anderen Bereichen das Personal individuell über das Öffnen der Fenster entscheidet. (Constantin von Butler) +++

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