Der Stadtpfarrer bei O|N
Impuls von Stefan Buß: "Gott führt jeden seine eigenen Wege."
Archivfoto: ON
08.04.2026 / FULDA -
Sie wurde 1891 als Jüdin geboren, war eine brillante Philosophin, suchte lange nach der Wahrheit – und fand schließlich im Glauben an Christus ihre geistige Heimat. Sie trat in den Karmel ein und nahm den Namen Teresa Benedicta vom Kreuz an. Ihr Weg führte sie schließlich nach Auschwitz, wo sie 1942 ermordet wurde. Ein schwerer, unfassbarer Weg – und doch ein Weg des Glaubens, den sie im Vertrauen auf Gott ging. Ihr Leben zeigt: Gottes Führung bedeutet nicht, dass alles leicht ist. Gottes Wege sind nicht immer die Wege, die wir uns aussuchen würden. Aber sie sind Wege, auf denen Gott selbst mitgeht.
Manchmal vergleichen wir uns mit anderen: Warum ist ihr Leben einfacher? Warum hat er mehr Erfolg? Warum scheint ihr Weg klarer zu sein als meiner?
Der Glaube bedeutet deshalb vor allem Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Gott auch dann führt, wenn wir den Weg nicht verstehen. In der Bibel sagt Gott oft nicht: "Ich zeige dir den ganzen Weg." Er sagt vielmehr: "Komm – folge mir." So ist das Leben mit Gott: ein Weg Schritt für Schritt.
Und vielleicht ist gerade das die tröstliche Botschaft dieses Wortes von Edith Stein: Du musst nicht den Weg eines anderen gehen. Du musst nicht alles verstehen. Du musst nur den nächsten Schritt gehen – im Vertrauen darauf, dass Gott dich führt. Möge uns dieses Vertrauen begleiten: dass Gott mit uns geht, dass er unsere Wege kennt, und dass er jeden von uns auf einem einzigartigen Weg zu sich führt. (Stefan Buß) +++