O|N-Straßenumfrage

Nach Debatte über Ausreisegenehmigung: Wehrdienstgesetz erntet Kritik

Viele Junge Männer melden sich schon jetzt freiwillig für den Wehrdienst.
Symbolbild: O|N/ Carina Jirsch

09.04.2026 / FULDA - Das am 1. Januar verabschiedete neue Wehrdienstgesetz sorgt schon seit Wochen für Aufsehen und Aufreger von Seiten der Bevölkerung. Während einige junge Männer bereit sind, den freiwilligen Wehrdienst anzutreten, macht sich bei einem Großteil Unmut in Form von Schulstreiks und Demonstrationen breit. Eine Regel stand zwischenzeitlich besonders stark in der Kritik: Männer zwischen 17 und 45 Jahren, die längere Auslandsaufenthalte planen, müssten diese von der Bundeswehr genehmigen lassen.

Verteidigungsminister Pistorius hat bereits Entwarnung gegeben - aktuell muss niemand bei einem Auslandsaufenthalt nach Erlaubnis fragen. OSTHESSEN|NEWS hat sich dennoch in den Fußgängerzonen Fuldas erkundigt und unterschiedliche Meinungen zur Wehrpflicht eingeholt, insbesondere von der demografischen Gruppe, die direkt von der Regelung betroffen ist. Die Meinungen hierbei gingen stark auseinander, hatten mal eine klare Linie oder waren von Unsicherheit geprägt.

Zwischen Unklarheit, Zustimmung und Ablehnung

Etwas, was unser Team immer wieder zu hören bekam, war Folgendes: "Tut mir leid, aber so sehr kenne ich mich mit der Thematik gar nicht aus." Auffällig, denn: Junge Männer stehen bei den Wehrdienstgesetzen im Fokus, es scheint, dass abseits von Streiks und Demonstrationen viele Bürger nicht so recht über die Thematik reden wollten. Andere Befragte hatten allerdings eine klare Meinung zu dieser Thematik.


Ein Vater mit zwei Söhnen erklärte stellvertretend für seine Sprösslinge: "Natürlich gehen meine Jungs zur Bundeswehr, ich war auch dort." Von anderer Seite machten sich Unsicherheit, Unklarheit und vor allem Unverständnis bemerkbar. "Ich habe keine Waffe im Keller, ich wüsste auch nicht, wie ich im Ernstfall damit umgehen sollte", erklärte ein Passant und betonte, dass die Thematik rund um den Wehrdienst sehr undurchsichtig sei. "Wer ist denn nun überhaupt wehrpflichtig? Gehört da auch jemand dazu, der vor Jahren Zivildienst geleistet hat oder ausgemustert wurde? Was ist mit denjenigen, die keinen deutschen Pass haben? Dafür muss es klar kommunizierte Richtlinien geben an die Bevölkerung."

Das Wehrdienstgesetz erntet also vereinzelte Zustimmung, verursacht aber in großen Teilen eher Unbehagen und Unsicherheit über die Lage. Insbesondere die Frage: "Muss auch ich im Kriegsfall zur Waffe greifen?" beschäftigt vielerorts Männer im wehrfähigen Alter, auch wenn sie eigentlich nichts mit der Bundeswehr zu tun haben. Die Hoffnung, nicht im Krieg aktiv werden zu müssen, ist aber bei wahrscheinlich jedem allgegenwärtig. (pg) +++

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