Folgen des Irankriegs
Kostet Sprit bald 2 Euro? Das sagen die Tankwarte zu den ansteigenden Preisen
Fotos: Marvin Myketin
04.03.2026 / REGION FULDA -
"1,85 Euro - Wann kostet der Sprit denn zwei Euro?" - Genau solchen Fragen und schlechten Launen müssen sich aktuell die Tankwarte in der Region und darüber hinaus stellen. Das ist eine klare Auswirkung des Krieges in Nahost. Jetzt stellt sich für viele die Frage: Wie soll das noch weitergehen? OSTHESSEN|NEWS hat mit verschiedenen Tankwarten und Kunden im Landkreis Fulda gesprochen.
In Deutschland und in unserer Region wird klar: Der Irankrieg wirkt sich auf Sprit und Heizöl aus. "Am Montag stiegen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Super E10 bereits 1,6 Cent mehr gekostet als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich alleine von Freitag bis Sonntag um 1,3 Cent", heißt es in einem dpa-Artikel.
Kunden beschweren sich bei den Tankwarten
Die Tankwarte der Fuldaer Region zeigen sich unzufrieden, so sagt Marion Jung, Stationsleiterin der Avia-Tankstelle am Andreasberg, gegenüber O|N: "Der Krieg wirkt sich enorm auf unsere Preise aus. Vor zwei Tagen habe ich noch für 1,76 Euro getankt, jetzt sind wir schon bei einem Dieselpreis von 1,89 Euro." Auch andere Tankstellen sind sich einig: Das ist aktuell viel zu teuer. Jürgen Knuth, Stationsleiter der Esso-Tankstelle gegenüber der Ochsenwiese, und Janik Fischer, Tankwart der Oil-Tankstelle in der Künzeller Straße, teilen unabhängig voneinander mit: "Die Kunden tanken erstmal nur das, was sie in diesem Moment brauchen." Das geschehe aus der Hoffnung, dass es bald besser wird. So bezahlen viele aktuell "nur" 20 bis 30 Euro für ihre Tankfüllung. Eileen Dobrialska, Filialleiterin der Shell-Tankstelle in Fulda-Lehnerz, machte im gleichen Zuge auf ein weiteres Problem aufmerksam. "Oft beschweren sich die Kunden über die Preise, aber wir können auch nichts dafür. Wir bekommen dann nur die schlechte Laune ab", schildert sie im Gespräch mit O|N.
"Total beschissen!"
Doch nicht nur die Tankwarte leiden unter den akuten Geschehnissen. Selbstverständlich sind auch die Kunden unzufrieden. Auf die Frage unseres Reporters, wie ein Mann diesen Preisanstieg findet, antwortet dieser nur: "Total beschissen!" Eine weitere Kundin versucht, pragmatisch zu bleiben: "Es ist ein Übel, das wir aktuell nicht verhindern können." Auch Anatoli Ardabiev leidet unter der Situation und sagt: "Innerhalb weniger Stunden ändern sich die Preise enorm. Natürlich ist auch der Krieg selbst schlimm, aber so kann es nicht weitergehen." Eine Lösung ist allerdings weder für ihn noch für andere Kunden in Sicht.