"Wir sind jederzeit vorbereitet!"
Zwischen Flammen und Fluten: Welchen Gefahren stellt sich das THW?
Fotos: Laura Struppe
02.12.2025 / FULDA -
Eine Katastrophe, die apokalyptisch wirkte: das Hochwasser im Ahrtal (Rheinland-Pfalz). Der Deutsche Wetterdienst warnte im Juli 2021 vor extremen Niederschlägen, kurz darauf kam es dann zu den ersten Überschwemmungen. Der sonst so ruhig wirkende Fluss - die Ahr - verwandelte sich in kurzer Zeit in einen reißenden Strom. Autos, Wohnmobile und vieles mehr wurden mitgerissen. Ein Seniorenheim, eine Grundschule, Häuser und Wohnungen sind mit Wasser vollgelaufen. Die Flutkatastrophe forderte etwa 135 Leben.
"Wir sind jederzeit vorbereitet, um angefordert zu werden"
Das THW lebt - wie die Freiwillige Feuerwehr - vom Ehrenamt. So arbeitet Fäller als Notfallsanitäter und Bolz als Projektmanager. Deutschlandweit gibt es 668 Ortsverbände. Das THW feierte in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Der Ortsverband Fulda lädt dazu am Mittwoch, dem 3. Dezember, auf sein Gelände in der Ludwig-Beck-Straße 34 ein, um Interessierten einen genauen Einblick zu bieten und im besten Fall weitere Mitglieder dazuzugewinnen. Seit etwa 72 Jahren besteht der Verband in Fulda, heute mit etwa 50 Einsatzkräften und 30 Jugendlichen. Zusammen mit Neuhof und Hünfeld verfügt der Landkreis Fulda über drei THW-Standorte. "Im Landkreis Fulda passieren zum Glück keine großen Katastrophen", fasst Fäller zusammen. Gleichzeitig macht er aber klar: "Wir sind als Technischer Zug jederzeit vorbereitet, um angefordert zu werden. Zum Beispiel im Rahmen des Einsatzverbandkonzepts der Regionalstelle Gelnhausen und Frankfurt können wir gemeinsam innerhalb von sechs Stunden 450 Einsatzkräfte auf die Straßen entsenden." Die Mitglieder sind in unterschiedlichen Bereichen geschult - darunter beispielsweise Retten aus Trümmern und die Notversorgung. Von Hochwasserkatastrophen über Unfälle bis hin zu Brandeinsätzen
Doch wo genau liegen nun die Aufgaben des THW? "Unsere erste Aufgabe ist der Zivilschutz. Wir hoffen natürlich, dass es hier nicht zu einer solchen Katastrophe kommt. Deshalb haben wir uns weiteren Aufgaben wie der alltäglichen Arbeit der Gefahrenabwehr und der technischen Hilfe gewidmet", erklärt der kommissarische Ortsbeauftragte. Bolz ergänzt: "Wir sind vor allem auch auf überregionale Einsätze spezialisiert." Aus diesem Grund war der Ortsverband Fulda auch beim Hochwasser-Unglück im Ahrtal vor Ort. "Damals waren wir etwa acht Wochen im Einsatz. Es ging darum, die entstandenen Schäden zu lindern und die Gefahren einzudämmen. So haben wir auch Zuwege geschaffen und die Infrastruktur wieder hergestellt - das heißt wir haben sowohl beim Straßen- als auch beim Brückenbau unterstützt", so der stellvertretende Ortsbeauftragte im Gespräch mit O|N. Mit Notfalltasche immer einsatzbereit
Wie es sich bereits anhand der genannten Einsätze angedeutet hat, ist das THW selten unter 12 Stunden an den Unfallstellen vor Ort. "Aus diesem Grund ist jeder von uns dazu angehalten, eine Art Notfalltasche zu haben, um im Falle der Alarmierung nicht lange packen zu müssen", schildert Bolz. Dieses Engagement zeigt sowohl die Einsatzbereitschaft der Mitglieder als auch das Vertrauen untereinander. "Wir verlassen uns darauf, dass jeder sein Bestes gibt. Jede Kraft ist wichtig, um vor Ort zu funktionieren." Bedenken haben die beiden definitiv nicht: "Wir sind unglaublich stolz auf die Leistungsfähigkeit hier. Es ist kein Standard, dass unser Team so eingespielt und immer bereit ist, etwas Neues zu lernen." Der THW-Ortsverband Fulda ist also durch und durch zukunftsfähig.