Bayern ändert Recht

Nach Drohnen-Sichtungen am Flughafen: Söder will Sofort-Abschuss

Polizei und Feuerwehr sind nach Drohnensichtungen und Flugausfällen am Flughafen München im Einsatz. Wegen Drohnensichtungen sind am Flughafen in München am Donnerstagabend rund 20 Flüge ausgefallen.
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03.10.2025 / MÜNCHEN - Nach den jüngsten Drohnen-Sichtungen am Münchner Flughafen reicht es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er will die bayrische Polizei Drohnen vom Himmel jagen lassen. "Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können", so zitiert die Bild-Zeitung Söder.



In der Nacht zum Freitag waren siebzehn Flüge wegen einer Drohnen-Sichtung am Münchner Flughafen ausgefallen. Die Ausfälle betrafen rund 3.000 Passagiere. Sie verbrachten die Nacht in aufgestellten Feldbetten in Terminals oder in Hotels. Der Flugbetrieb am Flughafen München läuft seit dem frühen Morgen wieder. Das teilte die Bundespolizei mit.

Auch in Schleswig-Holstein wurden vergangene Woche Drohnen über kritischer Infrastruktur gesichtet - die Staatsanwaltschaft ermittelt. In Dänemark kam es zuletzt mehrfach zu Störungen des Luftverkehrs durch Drohnen. Unklar ist derweil, ob eine konkrete Gefahr für den Flugverkehr bestand oder ob es sich um vereinzelte Sichtungen ohne unmittelbare Bedrohung handelte. Offen ist auch, ob es eine Verbindung zwischen den Drohnen-Sichtungen in München, Schleswig-Holstein oder Dänemark gibt.

"Der Iron Dome für Deutschland muss kommen"

Für den bayrischen Regierungs-Chef ist derweil klar: "Der Iron Dome für Deutschland muss kommen. Wir brauchen endlich einen wirksamen Schutz unserer gesamten Infrastruktur und militärischen Einrichtungen. Bayern macht dazu ein Schnellgesetz. Wir behandeln das schon am Dienstag im Ministerrat. Auch der Bund muss schleunigst das Flugsicherheitsgesetz anpassen. Es geht nicht nur darum, Spionage zu verhindern. Unsere Infrastruktur muss jederzeit funktionsfähig bleiben. Wir brauchen Hoheit über unseren Luftraum."

Wie genau das Schnellgesetz aussehen soll und wann es verabschiedet wird, lässt der Ministerpräsident offen. Unklar ist auch, inwieweit andere Länder dem bayrischen Vorstoß folgen werden. (mmb) +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder reicht es.
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