Trotzdem Mensch: Suscha Korte zeigt Werte
Die Sonderausstellung spürt dem Menschsein nach - ohne ihn darzustellen
Fotos: Stadt Hünfeld
02.10.2025 / HÜNFELD -
Die große Sonderausstellung "Trotzdem" mit Werken von Suscha Korte ist am Sonntag im Museum Modern Art in Hünfeld eröffnet worden. Die Künstlerin aus Köln zeigt mit ihren Arbeiten, dass das Genre Malerei topaktuell ist. Bis Ende des Jahres ist die Ausstellung in Hünfeld zu sehen. Schon mal vormerken: Am Sonntag, 5. Oktober, um 15.30 Uhr findet ein Künstlergespräch im Museum statt.
In Suscha Kortes Kunstwerken geht es um den Menschen und seine Gefühle – allerdings kommen in ihren Bildern und Objekten Menschen als solche so gut wie gar nicht vor. Als "menschenleere Portraits" beschreibt sie ihre Werke. Alltagsgegenstände - entweder akribisch-realistisch gemalt oder auf die Leinwand angeschraubt oder geklebt - stehen sozusagen als Zeitzeugen. Eine bildliche Abwesenheit des Menschen, bei der paradoxerweise der Mensch umso präsenter ist.
Alltagsgegenstände als Spiegel des Lebens
"Meine Werke porträtieren das Menschsein an sich. Ich versuche das symbolisch mit einfachen Dingen zum Ausdruck zu bringen, die in unserem Leben irgendwie eine Rolle spielen, wie beispielsweise Geschirr, Briefe und Postkarten, Spielzeuge, Koffer oder Erziehungssprüche", verdeutlicht Suscha Korte und ergänzt: "Es sind Dinge, mit denen wir leben und Dinge, die man nach dem Ableben zurücklässt."Immer wieder taucht in ihren Werken Geschirr auf, das Geschirr "für gut". "Diese Teller wurden gehegt und gepflegt, kamen aber kaum zum Einsatz - für mich steht das stellvertretend für gescheiterte Hoffnungen und unerfüllte Träume", erklärt die vierfache Mutter. Das habe sie sehr berührt, und sie habe dem Teller so seinen Platz als zentrales Element in ihren Bilderwelten eingeräumt.
Titel mit Botschaft: "Trotzdem"
Der Titel der Ausstellung "Trotzdem" ist eine Hommage an das echte Leben, aber auch ein Appell an Courage, Mut und Zuversicht sowie die aktive Auseinandersetzung mit den Problemen der Zeit. Das geschriebene Wort - etwa als Graffiti-Zitat oder Neonschriftzug - spielt in den Werken eine wiederkehrende Rolle. Es soll zum Nachdenken anregen.In Zeiten von High-Speed-Internet und digitaler Kommunikation hat sich die 62-Jährige bewusst für das Standbild, die Entschleunigung und das Analoge entschieden. "Das Innehalten ist so wichtig. Bei meinen Werken muss man auch mal zweimal hinschauen. Was ist genäht? Was ist gemalt? Was ist geklebt?"
Besondere Installation im Gasometer
Besonders sehenswert: Die Installation "Room without protection", die nur noch bis Sonntag, 5. Oktober, in den Gasometern des Museums Modern Art zu sehen ist. "Wie fühlen wir uns, wenn wir keinen Rückzugsort haben?", war die Frage, die die Künstlerin dabei beschäftigt hat. Zu Beginn begrüßte Erste Stadträtin Martina Sauerbier die Künstlerin und Besucher der Vernissage. Sie dankte den Musikern Dino Wurtinger und Berthold Möller sowie dem Förderverein des Museums Modern Art, der sich um die Bewirtung kümmerte und mit einer großzügigen Spende die Ausstellung unterstützt.