Sonderausstellung im Vonderau-Museum

"Wen verlieren wir, wenn wir nicht handeln?": Globaler und lokaler Artenschutz

Die neue Sonderausstellung des Vonderau-Museums beschäftigt sich mit dem Aussterben von Lebewesen und nennt sich: "The Big 5 - Warum Arten sterben".
Alle Fotos: Martin Engel

04.09.2025 / FULDA - Vom kleinen Feldhamster über die flinke Wildkatze bis hin zum nachtaktiven Igel - all diese Arten sind vom Aussterben bedroht. Doch was können wir aktiv tun? Genau damit befasst sich die neue Sonderausstellung "The Big 5 - Warum Arten sterben" des Fuldaer Vonderau-Museums.



Am Mittwochabend wurde sie in der Kapelle des Museums von der Kuratorin und wissenschaftlicher Volontärin in der Naturkunde-Abteilung Mona Hutter und von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) eröffnet. "Unser Anliegen ist es, möglichst viele Menschen zu begeistern. Viele Arten verschwinden und da sollten wir uns die Frage stellen: Woran liegt das? Die Ausstellung hilft uns zu verstehen, was zum Aussterben führt", fasste Wingenfeld in seiner Eröffnungsrede zusammen. Bis zum 2. November ist die Ausstellung im zweiten Obergeschoss zu bewundern und danach soll ein Teil in die Dauerausstellung umziehen.

"Artensterben ist kein fernes Problem, sondern findet unmittelbar vor unserer Haustür statt"

"Die Ausstellung wird der Frage nachgehen, wen wir verlieren, wenn wir nicht handeln", so Hutter im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. "Artensterben ist kein fernes Problem, sondern findet unmittelbar vor unserer Haustür statt. Aus diesem Grund stellen wir in unserer Sonderausstellung regional gefährdete Arten dar", erklärte die 30-Jährige. Insgesamt sind 98 Lebewesen in der Wandvitrine - die dann Teil der Dauerausstellung wird - zu finden. Hier werden beispielsweise der Feldhamster, das Rebhuhn, der Igel oder auch die Wildkatze gezeigt. Aber auch Arten, die man zuvor noch nie gehört hat, wie die zwei Millimeter kleine Rhön-Quellschnecke, die nur bei uns in der Rhön vorkommt. "Tatsächlich haben wir versucht, querbeet alle Artengruppen mehr oder weniger in diese Vitrine zu präsentieren", erklärte Hutter die Auswahl.

Der Ursprungsgedanke der Ausstellung: den Einfluss der Menschen auf die Lebensräume mit dem Artensterben verbinden - und genau das zeigt die Ausstellung. So werden die "großen fünf" - in Anlehnung an den Titel der Ausstellung - Gründe des Aussterbens gezeigt: die Zerstörung und Veränderung des Lebensraums, die Übernutzung natürlicher Ressourcen (Fischereibetriebe), der Klimawandel, Umweltverschmutzung und invasive Arten, die durch den Menschen neue Gebiete gelangen. So lässt sich also sagen: Der Mensch ist die Ursache und sollte auch die Rettung sein.

Lasst uns alle dem Beispiel des Oberbürgermeisters folgen

Genau das sind auch die Aspekte, die dem Oberbürgermeister zusagen: "Ich denke, dass die Ausstellung sehr gut vermittelt, welche Arten bedroht sind und warum sie bedroht sind. Aber auch, was man selbst vielleicht tun kann, um einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität zu leisten." Er wusste bereits vom Ausmaß der bedrohten Arten, doch: "Ich finde es sehr schade, dass beispielsweise Rebhühner immer seltener zu sehen sind. Auch bei scheinbar alltäglichen Tierarten, wie den Sperlingen oder den Hausspatzen, ist einfach zu beobachten, dass die Zahl der Tiere abnimmt und dass die Artenvielfalt abnimmt. Und das wird hier noch einmal sehr eindrücklich geschildert und plastisch dargestellt."

Die Message der Ausstellung ist für Wingenfeld klar: "Es ist zum einen wirklich ein Appell, dass wir Artensterben nicht mit den fernen Regionen dieser Welt in Verbindung bringen, sondern sensibler für unsere Natur vor Ort werden. Das rüttelt wach und ermutigt aus meiner Sicht, selbst konkrete, kleine Schritte zu tun, um Artenvielfalt zu ermöglichen. Beispielsweise bei der Gartengestaltung."

So sollten wir dem Beispiel des Oberbürgermeisters folgen: "Ich werde weiter meine Totholzhecken im Garten weiter ausbauen, weil sie Artenvielfalt ermöglichen. Und ich denke, das ist viel besser als ein noch so gepflegter Gartenzahn." (Mia Schmitt) +++

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