Social Media-Stars im Visier
Finanzamt-Fahnder rüsten auf! Auch Influencer müssen Steuern zahlen
Die Influencer-Szene steht in Hessen zunehmend im Fokus der Steuerfahnder. Laut Finanzministerium sind bereits 75 speziell geschulte Betriebsprüferinnen und -prüfer im Einsatz, die sich um steuerliche Fragen rund um Social-Media-Stars kümmern. Anlass dazu ist die besondere Struktur des Influencer-Business: Der Einstieg ins Unternehmertum ist hier besonders niedrigschwellig.
Foto: picture alliance / dpa | Matthias Balk
03.09.2025 / WIESBADEN -
Influencer - sie haben die Social-Media-Welt fest im Griff. Mit nur einem kurzen Reel oder Post können sie enorme Reichweiten erzielen - und oft auch richtig viel Geld verdienen. Ob Werbedeals, Produktplatzierungen oder digitale Geschenke: Schon ein einziger Beitrag kann Einnahmen generieren, die für viele klassische Jobs unerreichbar wären. Jetzt stehen Influencer in Hessen aber im Visier der Steuerfahnder. Der Grund: Die Einkommenssteuer.
Laut dem Finanzministerium in Wiesbaden sind demnach bereits 75 speziell geschulte Betriebsprüferinnen und -prüfer im Einsatz, die sich um steuerliche Fragen rund um Social-Media-Stars kümmern. Anlass dazu ist die besondere Struktur des Influencer-Business: Der Einstieg ins Unternehmertum ist hier besonders niedrigschwellig.
"Man braucht keinen Laden, keinen Meisterbrief, keine großen Ressourcen - oft genügt eine E-Mail-Adresse", erklärt das Ministerium. Das bedeute, dass der Übergang von einem Hobby zur unternehmerischen Tätigkeit fließend sein könne. Influencer erzielen Einkünfte aus unterschiedlichsten Quellen, darunter Werbeeinnahmen, gesponserte Posts oder Geschenke von Marken. Diese Einnahmen zählen nach Angaben des Finanzministeriums in der Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb und unterliegen der Einkommensteuer.
Die Steuerpflicht hängt dabei weder von der Branche noch vom Bekanntheitsgrad ab. "Die Hessische Steuerverwaltung hat das Prüffeld der Influencerinnen und Influencer frühzeitig erkannt", betont das Ministerium. Dazu gehöre auch die regelmäßige Abfrage von Daten bei Social-Media-Plattformen und bei typischen Werbepartnern der Influencer - nicht nur in Hessen, sondern bundesweit.
Das Signal an die Szene ist klar: Viele Klicks ersetzen keine Steuererklärung. Wer Einnahmen erzielt, muss diese korrekt angeben - unabhängig davon, wie groß die Fangemeinde ist! (ms) +++
Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz (CDU).
Archivfoto: ON/ Hendrik Urbin