Nur 15 Waffenverstöße festgestellt

Erste Bilanz zur Waffenverbotszone in Fulda: Polizei zieht positives Fazit

Seit dem 1. März 2025 gilt in Teilen der Fuldaer Innenstadt eine Waffenverbotszone. Nun hat die Polizei Osthessen gegenüber OSTHESSEN|NEWS eine erste Bilanz bis zum 23. August 2025 gezogen.
Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber | R7172

04.09.2025 / FULDA - Seit dem 1. März 2025 gilt in Teilen der Fuldaer Innenstadt eine Waffenverbotszone. Nun hat die Polizei Osthessen gegenüber OSTHESSEN|NEWS eine erste Bilanz bis zum 23. August 2025 gezogen. Diese zeigt: Bei etwa 800 Kontrollen wurden kaum Verstöße festgestellt. Zudem stärkt die erhöhte Polizeipräsenz das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern.



Auch in Städten wie Bad Hersfeld und in Hanau wurden bereits erfolgreich Waffenverbotszonen etabliert. Ein Messer ist zunächst oft nichts weiter als ein Gebrauchsgegenstand - ein Werkzeug in der Küche, ein Hilfsmittel beim Camping oder einfach Teil des Alltags. Doch abhängig vom Kontext kann es seine Rolle ändern: Was eben noch nützlich und harmlos wirkt, wird im falschen Moment und am falschen Ort zur potenziellen Waffe.

Wie das Polizeipräsidium Osthessen erklärt, führten die Beamtinnen und Beamten in diesem Zeitraum insgesamt 88 Kontrollen im Bereich der Waffenverbotszone durch. Dabei wurden 791 Personen kontrolliert. Aus diesen Personenkontrollen resultierten 439 Durchsuchungen von Personen und mitgeführten Sachen.

Kaum Verstöße

Bei den Kontrollen kam es zu 22 vorläufigen Festnahmen. Gründe waren unter anderem erforderliche Folgemaßnahmen oder bestehende Haftbefehle. Zudem wurden 15 Verstöße gegen die Waffenverbotszone registriert, was einer Beanstandungsquote von 1,88 Prozent entspricht.

"Seit 01. März 2025 kam es (ebenfalls mit Stand 23. August 2025) zur Sicherstellung von 13 Messern (von einfachen Haushaltsmessern bis grundsätzlich verbotene Spring-/Fallmesser und Butterflymesser) und 2 sonstigen verbotenen Gegenständen, wozu eine erlaubnisfreie Federdruckwaffe (sog. Luftgewehr) und eine PTB-Waffe mit Patronen zählen. Insgesamt sind drei Straf- und zehn Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. Teilweise wurden parallel dazu weitere strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen Personen wegen anderer Delikte (z. B. grundsätzlich verbotene Waffen/Gegenstände nach WaffG) eingeleitet", erklärt Polizeisprecher Marc Leipold dazu.

Mehrheit der Bürger begrüßt Polizeipräsenz

Bei Bürgergesprächen überwog deutlich das positive Feedback. Viele Fuldaerinnen und Fuldaer begrüßten die verstärkte Polizeipräsenz und gaben an, sich dadurch sicherer zu fühlen. Allerdings kam es vereinzelt auch zu Irritationen: Einige Menschen zeigten sich zunächst verunsichert über die starke Präsenz von Einsatzkräften und vermuteten andere besorgniserregende Hintergründe.

Weiterhin heißt es von der Polizei: "Die Einrichtung der Waffenverbotszone in Fulda wird grundsätzlich als sinnvoll erachtet. Zwar ist eine fundierte Gesamtbewertung erst im Rahmen einer längerfristigen Auswertung möglich, dennoch kam es seit Bestehen der Waffenverbotszone bislang glücklicherweise zu keinen öffentlichkeitswirksamen Gewaltdelikten in diesem Bereich."

"Grundsätzlich wird alleine durch die polizeiliche Präsenz sowie die Sicherstellung von gefährlichen und verbotenen Gegenstände die Gefahr, Straftaten mit diesen zu begehen, reduziert beziehungsweise gänzlich verhindert. Die Waffenverbotszone bietet nicht nur nunmehr eine klare Rechtsgrundlage für polizeiliches Handeln in Bezug auf die Kontrollbefugnis, sondern steigert – wie aus den Bürgergesprächen hervorgeht – auch maßgeblich das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung." (ms) +++

X