Neue Perspektiven
Sprache, Begegnung und Selbstwirksamkeit: Erste Fri:Da-Abschlüsse gefeiert
Foto: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fulda e.V.
04.09.2025 / FULDA -
Anfang Juli wurde im Rahmen des Projekts Fri:Da ein bedeutender Meilenstein gefeiert: 15 Teilnehmerinnen blickten stolz auf ein Jahr intensiver Arbeit zurück und nahmen ihre Teilnahmebescheinigungen bei einer feierlichen Zeremonie entgegen. Die Veranstaltung war weit mehr als ein offizielles Ende – sie spiegelte die Verbundenheit und das gegenseitige Vertrauen wider, die das Projekt von Anfang an geprägt haben.
Begleitet von einem gemeinsamen Picknick auf der Grünfläche zwischen Gallasiniring 1 und 30 wurde nicht nur der erfolgreiche Abschluss gewürdigt, sondern auch die starke Gemeinschaft sichtbar, die sich über die Monate hinweg entwickelt hat.
Soziale Integration war ein voller Erfolg
Das Integrationsangebot Fri:Da des AWO-Kreisverbands Fulda, gefördert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie die Stadt Fulda, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Sprachförderung, Empowerment, Alltagsorientierung und Netzwerkbildung gehen Hand in Hand. Besonders hervorzuheben ist dabei die kontinuierliche und niedrigschwellige Begleitung, die Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung nicht nur sprachlich, sondern auch sozial in ihrer neuen Lebensrealität unterstützt.Viele der Frauen standen zu Beginn des Kurses vor ähnlichen Herausforderungen: begrenzte Sprachkenntnisse, Isolation, Unsicherheit im Umgang mit Institutionen und Alltagsstrukturen. Die zurückliegenden zwölf Monate haben gezeigt, wie sich durch gezielte Unterstützung und einen sicheren Lernraum individuelle Potenziale entfalten können. "Die Teilnehmerinnen haben sich von Einzelkämpferinnen zu einer solidarischen Gruppe entwickelt", sagt Projektkoordinatorin Laura Groß. Neben der sprachlichen Weiterentwicklung war die soziale Integration ein zentrales Ziel – und ein voller Erfolg.
"Wir freuen uns sehr, dass sich durch Fri:Da auch konkrete Perspektiven ergeben haben"
Ein wesentliches pädagogisches Ziel des Projekts besteht in der Verstetigung von Lernerfolgen und sozialer Teilhabe. Auch über das Kursende hinaus sollen die Frauen begleitet und motiviert werden, sich aktiv weiterzubilden und in bestehende Strukturen einzubringen. "Wir möchten die entstandenen Gruppenstrukturen erhalten und weiter fördern", so Groß. Aus diesem Grund plant die AWO, unter ihrer Koordination regelmäßige Austauschtreffen für Ehemalige zu etablieren. So sollen Kontakte gepflegt und individuelle Bildungswege kontinuierlich unterstützt werden.Die Teilnehmerinnen des ersten Jahrgangs sind nun gut vorbereitet, um an einem B1-Sprachkurs teilzunehmen – ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur beruflichen Integration. Obwohl das Projekt keine arbeitsplatzbezogene Maßnahme darstellt, konnte eine der Absolventinnen erfolgreich als Küchenhelferin an ein ansässiges Projekt vermittelt werden – ein schöner Nebeneffekt der individuellen Stärkung. "Wir freuen uns sehr, dass sich durch Fri:Da auch konkrete Perspektiven ergeben haben", betont Sarah Heitz vom Projektteam. "Diese Vermittlung zeigt, dass Empowerment und Teilhabe in der Praxis wirken – wenn Frauen die Chance bekommen, ihre Stärken zu zeigen."
Am 18. August 2025 startete bereits der nächste Kurs mit 18 neuen Teilnehmerinnen. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, die Wartelisten lang. Dies unterstreicht nicht nur den Bedarf, sondern auch die Qualität des Angebots. Die Fortführung und Verstetigung des Projekts ist aus pädagogischer Sicht ein zentraler Baustein für gelingende Integration im kommunalen Raum. Am Ende der Projektlaufzeit plant die AWO ein gemeinsames Fest für alle Teilnehmerinnen der vergangenen Jahre – mit Raum für Rückblick, Austausch und Würdigung individueller Wege. Denn eines ist bereits jetzt deutlich: Fri:Da ist mehr als ein Kurs – es ist ein Ort des Ankommens, des Wachsens und der gegenseitigen Ermutigung. (mis/pm) +++
Symbolfoto: pixabay
Foto: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fulda e.V.