Von Krisen und Erfolgen
Handball-Nationaltorwart Späth über seine Karriere
Handball-Nationaltorwart Späth war in Großenlüder unterwegs und löste bei allen pure Begeisterungen aus.
Fotos: Chris Schmitt
19.08.2025 / GROSSENLÜDER -
Großer Andrang in Großenlüder: Handball-Nationaltorwart David Späth war zu Gast beim Sommerfest des DJK-SSV. Der 23-Jährige sprach über seine Anfänge, seine Ziele – und dunkle Phasen in seiner Karriere.
Geduldig erfüllte David Späth alle Autogramm- und Fotowünsche, der große Andrang rund um die Kreissporthalle in Großenlüder brachte ihn nicht aus der Ruhe. Der Handball-Nationaltorwart des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen unterschrieb auf Trikots, Schuhen, Mützen, Handyhüllen – und sogar auf einem Rollator. Bodenständig und sympathisch: Der 23-Jährige präsentierte sich gestern als Star zum Anfassen. Im Rahmen des "Sport-Elite-Talks" der Deutschen Sporthilfe kam der Schlussmann nach Großenlüder und lockte zahlreiche Handball-Fans an. Die Kreissporthalle war fast bis auf den letzten Platz gefüllt.
Im rund 30-minütigen Gespräch mit dem langjährigen Spieler der HSG Großenlüder/Hainzell, Benedikt Dimmerling, und Michael Keller von der Versicherungsagentur Richard Keller erzählte Späth über seinen Werdegang, gab Tipps an die zahlreichen Nachwuchshandballer in der Halle – und teilte auch Einblicke in schwierige Phasen seiner bisherigen Karriere.
"Als ich mir 2021 das Kreuzband gerissen habe, war es mental sehr schwierig für mich. Ich hatte depressive Phasen und auch noch eine Thrombose bekommen", sagte Späth, der 2023 großen Anteil am Pokalsieg der Löwen hatte, anschließend seinen Durchbruch feierte und mittlerweile fester Bestandteil der Nationalmannschaft ist. "Das gebe ich auch der Jugend mit auf den Weg. Glaubt an eure Träume und kämpft, auch wenn es manchmal schwer ist", sagte Späth in Richtung der Kinder.
Der gebürtige Kaiserslauterer kam einst zum Handball, "weil ich mit meinem Bruder nicht zum Fußball wollte. Dann haben wir uns einen Verein gesucht und es wurde halt Handball". Gelächter in der Halle. Erst im Feld, fand der 23-Jährige aber schnell den Weg ins Tor. "Ich habe gemerkt, dass man da nicht so viel laufen muss. Das fand ich cool", sagte Späth – und sorgte wieder für Lacher.
In den vergangenen Jahren ging seine Karriere steil nach oben. Die größten Erfolge mit dem Adler auf der Brust: U21-Weltmeister 2023 und Olympia-Silber 2024 mit der A-Nationalmannschaft. Geht es nach Späth sollen es nicht die letzten Titel bleiben.
Mit leeren Händen verließ der Schlussmann aber auch nicht die Halle in Großenlüder. Keller überreichte ihm den typischen Fuldaer Rucksack mit lokalen Köstlichkeiten und von Christoph Dimmerling von der HSG gab es ein Handtuch – verbunden mit der Hoffnung, das Logo des DJK-SSV einmal im TV zu sehen. Zudem trug sich Späth ins Goldene Buch der Gemeinde Großenlüder ein. (Tobias Herrling) +++