Vom Bund finanziert
Erster Kreisbeigeordneter informiert über Projekt TiGA
Foto: Sabine Galle-Schäfer/Vogelsbergkreis
10.08.2025 / VOGELSBERGKREIS -
Ein Jahr lang hat der junge Äthiopier im Selbststudium Deutsch gelernt, er hat seinen Hauptschulabschluss gemacht und nun mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen – es sind Geschichten wie diese, die Anna Schweiger und Ralf Stock voller Stolz erzählen. Die beiden sind sogenannte Talentscouts und arbeiten im Projekt TiGA. Diese Abkürzung steht für "Talente integrieren in Gesellschaft und Arbeit".
Vorgenommen hat sich diese Aufgabe die KVA des Vogelsbergkreises, die seit mittlerweile 20 Jahren mit verschiedenen Programmen und Initiativen den Wiedereinstieg ins Berufsleben aufzeigt und begleitet. TiGA ist dabei das jüngste Projekt, das vom Bund finanziert und hier im Vogelsberg umgesetzt wird.
Die Idee dahinter: Wegen des steigenden Fachkräftemangels sollen motivierte Menschen mit Migrationshintergrund gefunden und bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche unterstützt und optimal gefördert werden. "Für eine gelungene Integration ist Arbeit entscheidend", betont denn auch Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug und hebt hervor: "Mit TiGA schlagen wir in der Tat zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir bringen Menschen, die dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen, in Arbeit, zum anderen unterstützen wir Arbeitgeber bei der Besetzung freier Stellen. Dies ist ein weiterer Baustein, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten."
Und wie funktioniert TiGA in der Praxis: "Wir suchen aktiv den Kontakt zu Migranten, wir gehen zum Beispiel zu Treffen von Flüchtlingsinitiativen oder fahren in Unterkünfte", erläutern Anna Schweiger und Ralf Stock im Gespräch mit dem Ersten Kreisbeigeordneten, an dem auch Rene Lippert, der Leiter des Amtes für Soziales und Ausländerrecht, sowie Florian Steuernagel, Fachdienstleiter "Kommunaler Arbeitsmarkt" bei der KVA, teilnehmen. Auch die Betreuungskräfte aus dem Flüchtlingswesen vermitteln an die beiden TiGA-Mitarbeiter. Und mit den Städten und Gemeinden stehen sie ebenfalls in Kontakt. Das Feedback aus den Kommunen fällt übrigens durchweg positiv aus: "Wir hätten euch schon viel früher gebraucht – diesen Satz hören wir ganz häufig", sagt Ralf Stock.
Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Patrick Krug lobt den "guten Projektstart", Stock und Schweiger leisten Pionierarbeit mit dem Projekt TiGA, "sie haben bei null angefangen, aber es ist alles gut angelaufen". Krug unterstreicht die Arbeit der gesamten Kommunalen Vermittlungsagentur. "Die KVA ist ein wichtiger Baustein bei der Fachkräftegewinnung." Gerade im ländlichen Raum macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar, "daher müssen wir jedes Potenzial ausschöpfen".
"Es braucht viele Bausteine für eine gelungene Integration", sagt Krug. "Arbeit und Sprache sind entscheidend. Wir müssen zeigen, welche Werte hier gelebt werden, dann kann Integration gelingen." Es ist wichtig, Menschen, die in Deutschland bleiben können, schnellstmöglich in Arbeit zu bringen, mit TiGA haben wir die Möglichkeit, jedes Talent in Gesellschaft und Arbeit zu integrieren", betont der Erste Kreisbeigeordnete abschließend. (mp/pm) +++