ErneuerBar, Kleidertausch, Nähbar

Bürgerinitative L14 sucht neue Räume - über 16.000 Kontakte jährlich

Der Mietvertrag für die Lindenstraße läuft nächstes Jahr aus, neue Räume werden für die L14zwo gesucht
Archivbilder: O|N

07.08.2025 / FULDA - Seit das Jugendwerk der AWO Nordhessen und zahlreiche freie Initiativen in 2017 aus dem ehemaligen Fabrikgebäude Langebrückenstraße 14 aufgrund des Abrisses ausziehen mussten, sind bereits acht Jahre vergangen. Mittlerweile hat das Kino 35 in der Ohmstraße einen langfristigen Standort gefunden, für das Jugendwerk der AWO und die inzwischen über 30 Initiativen und Projektgruppen stellt der Interimsstandort Lindenstraße 2, besser bekannt als " L14zwo", allerdings nur eine Zwischenlösung dar.



Wie dem Jugendwerk der AWO seitens der Vermieter:innen mitgeteilt wurde, läuft der Mietvertrag im Frühjahr 2026 aus. Dieser Umstand stellt alle Initiativen vor die Herausforderung, in Kürze gemeinsam neue Räumlichkeiten finden zu müssen.

Was in der Langebrückenstraße noch versteckt im Hinterhof begann, erfährt im Herzen der Stadt eine breite und öffentliche Resonanz. Der aktuelle Interims Standort in der Lindenstraße offenbart die Vielfalt, gut sichtbar und offen für alle Interessierten. An den Fensteraushängen können sich alle Menschen über die zahlreichen Angebote im Repair-Café ErneuerBar, im Kleidertausch und der Nähbar, in den freien Ateliers und der Projektwerkstatt informieren.

Um zu verdeutlichen, welche Bewegung sich seit der Entwicklung durch das Jugendwerk der AWO Nordhessen seit 1996 in den Räumen abspielt, hier ein paar Fakten: Im Rahmen der Angebote, Gruppentreffen, Seminare und Workshops sind 30 Initiativen, Gruppen, Vereine aber auch Einzelpersonen aktiv. 200 Ehrenamtliche nutzen den Ort und machen das L14zwo zu einem liebenswerten Ort, der jährlich 16.000 Menschen zusammenbringt. Neben dem Stärken des Zusammenlebens lebt das Haus vor allem von der lebendigen, engagierten Kultur des Teilens und der Nachhaltigkeit. Besonders jene Menschen, die andernorts keinen Ort für Austausch und Engagement finden, schätzen die Offenheit und nicht auf Konsum ausgelegte solidarische Atmosphäre. Auf diesen soziokulturellen Mehrwert kann die Stadtgesellschaft stolz blicken.

Ursprünglich war die Rede von zwei Jahren, in denen Planung und Fertigstellung des von der Stadt Fulda in Aussicht gestellten Bauhofareals als "nicht-kommerzielles Kulturzentrum" Platz für die vielfältigen Initiativen im Quartier vorgesehen und realisiert werden sollte, so das städtebauliche Entwicklungskonzept.

Nun, knapp neun Jahre nach Beginn des Förderprogramms ist kein Fortschritt zu sehen, und das, obwohl der Erhalt und Ausbau der Kultur im Viertel, Teil der Planung war. Wie in der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause bekannt wurde, sei die Finanzierung nicht gesichert, trotz Fördermitteln in Höhe von über vier Millionen Euro und rund ‪785.000 Euro, die laut Stadtbaurat Daniel Schreiner bereits in Planung und Gutachten geflossen sind.

"Deshalb begrüßen wir die Gesprächsbereitschaft der Stadt bzw. des Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld vom 30.06.25, sich einzusetzen, "um gemeinsam nach zukunftsfähigen Lösungen zu suchen".

Gesucht werden Räumlichkeiten im oder rund um den Stadtkern von etwa ‪500-700 m² mit mehreren Räumen und Möglichkeiten der kulturellen Nutzung wie Konzerte und Kleinkunst. So wie es ursprünglich in der Weimarer Straße angedacht war und aus dem Blickwinkel der BI noch immer Kern eines breiten Engagementspektrums ist. Voraussetzung ist auch eine intakte Infrastruktur wie Strom, Wasser, Wärme und ein möglichst barrierefreier Zugang oder die Voraussetzung, einen solchen zu schaffen. "Im Namen aller Initiativen und engagierten Einzelpersonen im soziokulturellen Zentrum L14zwo freuen wir uns über Ihre Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort." Angebote bitte per Mail an BI-L14@gmx.de (pm/ci)+++

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