Unterstützung in Frankreich
Innenminister verabschiedet 34 Einsatzkräfte: "Vegetationsbrände werden mehr"
Foto: HMdI
31.07.2025 / REGION/FRANKREICH -
"Unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen zeigen durch ihren Einsatz über die Landesgrenzen hinweg, wie wichtig ein gut aufgestellter Katastrophenschutz ist" - mit diesen Worten entsandte Innenminister Roman Poseck 34 Einsatzkräfte zur Unterstützung der Waldbrandbekämpfung in Frankreich.
Im Rahmen seiner Sommerreise verabschiedete der Innenminister am Donnerstag hoch spezialisierte Einsatzkräfte aus den Landkreisen Offenbach, Hersfeld-Rotenburg, Odenwald, Fulda und der Stadt Kassel sowie acht weitere Kräfte aus der Hessischen Landesfeuerwehrschule offiziell in ihre zweiwöchige EU-Mission, zum sogenannten "Pre-Positioning", in die französische Region Bordeaux. Dort nehmen sie an der Bekämpfung schwerer Waldbrände teil. Die Mission wird durch die Hessische Landesfeuerwehrschule in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vorbereitet und geführt.
"Ich habe nicht lange überlegt"
Unter diesen Einsatzkräften sind auch Robin Löhler von der Feuerwehr Niederaula und Philipp Apel von der Feuerwehr Bebra (beides Landkreis Hersfeld-Rotenburg). "Als die Ausschreibung für den Auslandseinsatz vorgestellt wurde, habe ich eigentlich nicht lange überlegt - zwei Wochen im Ausland im Dauereinsatz, mit Löschflugzeugen und Profis, die das ganze seit Jahrzehnten machen. Zudem wird das Thema Vegetationsbrand auch bei uns jedes Jahr wichtiger und spätestens seit dem großen Feldbrand in Kruspis ist denke ich vielen klar geworden, wie schlecht wir mit unseren konventionellen Löschtechniken auf diese Art von Bränden vorbereitet sind" erklärte Löhler gegenüber OSTHESSEN|NEWS.Für Apel gehe es darum, das Gelernte umzusetzen. "Trainiert werden der sichere Umgang mit Fahrzeugen in unwegsamem und schwierigem Gelände, Einsatztaktiken bei Vegetations- und Waldbränden und die Zusammenarbeit im Kontingent und mit internationalen Partnern. Alles unter realistischen Bedingungen." Ziel sei es, bei großflächigen Naturkatastrophen, wie Waldbränden, schnelle, koordinierte und wirksame Hilfe zu leisten – und europäische Solidarität mit Leben zu füllen.
"Persönliches Engagement für den Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt"
Poseck betonte in einer Pressemitteilung, dass Waldbrände vor allem in Südeuropa eine wachsende Bedrohung sind. Aktuell brennen große Flächen bei Bordeaux, was die lokalen Kräfte stark belastet. Die hessischen Einsatzkräfte sollen im Rahmen der europäischen Katastrophenschutz-Mechanismen vor Ort helfen und die internationale Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz stärken. Angesichts des Klimawandels und extremer Wetterlagen sind Übungen und Einsätze wichtig, um besser vorbereitet und widerstandsfähiger zu werden. Das zeigt auch europäische Solidarität. Im letzten Sommer wurden über 550 Feuerwehrleute aus zwölf Ländern eingesetzt, um bei Waldbränden in Europa zu unterstützen. Monatelange Vorbereitung der Einsatzkräfte
Die Einsatzkräfte haben über Monate hinweg ihre Freizeit in intensive Ausbildungs- und Vorbereitungsmaßnahmen investiert. "Alle, die für den Einsatz ausgewählt wurden, mussten bereits für die Bewerbung gewisse Grundanforderungen erfüllen. Doch das Wissen, welches wir seitdem neu erlernt haben, steht in keinem Verhältnis zu unserer konventionellen Standortausbildung oder den normalen Lehrgängen an der Hessischen Landesfeuerwehrschule. Wir können alle nur erahnen, was uns in den kommenden Wochen noch erwarten wird und freuen uns darauf, das erlernte anzuwenden und mit jeder Menge Erfahrungen zu festigen und zu erweitern", beschrieb Löhler. Die Hessische Landesfeuerwehrschule koordinierte die Mission und bereitete sie gemeinsam mit 16 Führungskräften über ein halbes Jahr vor. Ein hoch qualifizierter Rettungswagen begleitet die Einsatzkräfte, um die medizinische Sicherheit zu gewährleisten. Zudem stehen psychosoziale Notfallversorgungssysteme des Innenministeriums bereit. Abschließend dankte Poseck der Hessischen Landesfeuerwehrschule, ihrem Direktor Herrn Baumann, den Lehr- und Führungskräften sowie dem BBK für die Unterstützung im EUCP-Verfahren. Auch würdigte er die Arbeit der Abteilung V im Ministerium, die das Konzept bis zur Einsatzbereitschaft entwickelt und umgesetzt hat.
Umfangreiche Investitionen im Brand- und Katastrophenschutz
Die Hessische Landesregierung legt großen Wert auf den Brand- und Katastrophenschutz. Seit Jahren investiert sie in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser, Technik sowie in Ausbildung und Fortbildung. Im letzten Jahr wurden 145 Fahrzeuge und 85 Baumaßnahmen mit rund 20 Millionen Euro gefördert. In den letzten zehn Jahren waren es insgesamt fast 200 Millionen Euro für über 1.700 Fahrzeuge und 550 Maßnahmen. Für 2025 sind weitere Investitionen von etwa 69 Millionen Euro geplant, davon rund 21 Millionen Euro für die kommunale Feuerwehr. (mis/pm) +++