Der ReserveCup kehrt zurück

Spaß, Stimmung und Tore - Zigarren, Eierpfannen und Daisy

Am Freitag geht's los in Ransbach
Foto: Verein

22.01.2023 / HOHENRODA - Dieses Datum sehnen viele herbei. Wenn sich am kommenden Freitag, 27. Januar, in der Sporthalle Hohenroda der Vorhang hebt zur 29. Auflage des ReserveCups im Hallenfußball, sind viele Dinge garantiert in der vom TSV Ransbach ausgerichteten Traditionsveranstaltung: Spaß, Spannung, Tore und Spektakel - bisweilen auch ein bisschen Party. Zwei Wochenenden bleiben, bis sich der Sieger herausschält: am nächsten Wochenende wird an drei Tagen - Freitag, Samstag und Sonntag - die Vorrunde ausgetragen. Ehe am 4. Februar die Zwischen- und Endrunde stattfinden.

Der Unterhaltungswert ist groß beim beliebten Wettbewerb, an dem seit vielen Jahren 40 Mannschaften teilnehmen, die in acht Fünfer-Gruppen die Vorrunde aufnehmen. Das ahnte Anton Kolep noch nicht, als er einst die Idee hatte, eine Konkurrenz für Reserveteams - in vielen Vereinen oft das fünfte Rad am Wagen - aus der Taufe zu heben. 1993 gab es das erste Turnier, Sieger war der FV Bebra. Für die Attraktivität des ReserveCup spricht, dass es seitdem nie einem Sieger gelang, den Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Immer wieder erklang das Niedersachsen-Lied

Kein Wunder, dass sich viele Geschichten um die Veranstaltung ranken, die - vielleicht auch deswegen - im Laufe der Jahre Kult-Charakter angenommen hat. Schon als 2012 die 20. Auflage anstand, blickten die Veranstalter auf zünftige Feiern zurück. Als 1994 der Ausrichter gewann, war nicht nur lokales Kolorit ausgebrochen - er feierte mit Zigarren und Eierpfannen. Beim Millenium-Turnier im Jahre 2000 siegte nicht nur die spielstarke U18 der JSG Hohenroda - auch die Alten Herren des TSV Lutterberg machten auf sich aufmerksam. Mit gerade einmal fünf Spielern in einer Stretchlimousine angereist, stellten sie mit einem 58-Jährigen den Torschützenkönig der Vorrunde. Sie feierten bis in die frühen Morgenstunden. Immer wieder erklang das Niedersachsen-Lied.

Wissen Sie noch, was sich 2010 ereignete? Richtig, das Sturmtief Daisy fegte über Deutschland. Auch über Hohenroda. Gefühlt schneite es tonnenweise, Schneeverwehungen und widrige Bedingungen begleiteten es. Dennoch reisten alle Team pünktlich an, und es gab einen geregelten Spielbetrieb. Das Tief aber brachte es mit sich, dass ein Beteiligter in Ransbach übernachtete.

Schlagzeilen produzierte der ReserveCup zur Genüge. Etwa 2104 mit dem "Spiel der Generationen", als Vater und Sohn gemeinsam in einem Team standen. Gemeint sind Raíner und Julian Jost, die für den TSV Ufhausen kickten - auch dieser Verein ist ein gutes altes Stück Tradition des Wettbewerbs. Ein Jahr später lautete die Überschrift "Mit Kraken-Amen" - die Rede war von Christoph Voland, dem Torwart und heutigen Abteilungsleiter des Kreisoberligisten VfL Phillppsthal, dem die Alten Herren des VfL den Turniersieg zu verdanken hatten, da er einige Neunmeter hielt. Apropos VfL: Auch Markus Ruppel, heutiger Trainer der FSG Hohenroda, ist ein Gesicht des ReserveCups. Einst kam der Schiri aus Philippsthal "mit dem Anzug in die Halle", da er die Zeit nutzte zwischen Zwischen- und Endrunde, um für seinen VfL zu kicken. Und er später musste er zur Hochzeit.

"Pech im Hitchcock-Duell"

"Pech im Hitchcock-Duell" hieß es ebenso wie "Es macht Spaß hier", als die stimmgewaltigen Fans des VfL Heimboldshausen für eine Atmosphäre sorgten, die man sich wünscht. Viele Gruppen verdienen an dieser Stelle Erwähnung - eine aber darf nicht fehlen: die Alten Herren des TSV Ransbach. "Kämpfen wie die Bullen", meinte Oliver Vock einst. Heutzutage ist oft und vorschnell von Kampfansagen die Rede - das war eine. Auch die SG Hülsa aus der Schwalm, der FSV Mernes aus dem Kreis Schlüchtern oder die SG Diemelsee, dem Herkunftsort des Hohenrodaer Bürgermeisters Andre Stenda, sind fest mit dem ReserveCup verbunden. 

Natürlich lebt jede Veranstaltung von Menschen, die antreiben und unterstützen. Die sich für ein Projekt einsetzen. Von Menschen der ersten oder zweiten Reihe. So sind Thorsten Burghardt und Thomas Köhler "Kinder ersten Stunde". Thorsten, jüngerer Bruder des Ransbacher Fußball-Urgesteins Ralf, organisierte einst den Spielbetrieb, hielt den Kontakt zu den Vereinen aufrecht, erstellte eine Datenbank und sorgte für den Internet-Auftritt. Heute werkelt er eifrig im Hintergrund - an seine Stelle ist seit Jahren schon Andi Bittorf getreten. 

Köhler kümmerte sich einst um die umfangreichen Aufgaben des Ein- und Verkaufs sowie des Sponsorings. Und das Beste: Ralf Burghardt unterstützt als heutiger 1. Vorsitzender des TSV Ransbach den ReserveCup, wo er nur kann. Nicht zuletzt er war von Anfang an mit dabei, der Ehrgeiz trieb ihn stets an. Sie alle eint eins: die Freude der Wiederbelebung des ReserveCups. (wk) +++