Wassertemperatur gesenkt

Sparmaßnahmen im Aquariohm: "Flaues Gefühl, aber wir sind nicht ängstlich"

Das Schwimmbad im Aquariohm in NIeder-Ohmen (Mücke).
Fotos: Luisa Diegel

24.11.2022 / MÜCKE - Erst Corona, jetzt die Energie-Krise: Thermen, Schwimmbäder und Saunawelten haben es aktuell nicht leicht, sich wortwörtlich über Wasser zu halten. Denn die Lage ist angespannt, schwer einzuschätzen. Im Aquariohm in Nieder-Ohmen (Mücke) steckt man deshalb allerdings nicht den Kopf in den Sand. Umrüstungen und Sparmaßnahmen helfen, den Bäderbetrieb auch in Zukunft aufrechterhalten zu können. 

"Wir brauchen eben eine Lösung, wie man dauerhaft Energie sparen kann. Die Zeiten sind ungewiss, aber wir sind nicht pessimistisch - wir im Aquariohm waren von Anfang an in Sachen Energie gut aufgestellt. Ein flaues Gefühl ist da, aber wir sind nicht ängstlich", so Alexander Schmeh, Inhaber einer Dienstleistungsfirma für Schwimmbäder, die auch für das Bad in Nieder-Ohmen zuständig ist. 

Viele Sparmaßnahmen bereits umgesetzt

Das Aquariohm in Mücke bietet für Besucher Schwimm- und Saunaerlebnisse in einem. Und gerade die Saunen brauchen viel Energie - sodass bereits Sparmaßnahmen umgesetzt wurden. Beispielsweise wurden die Öffnungszeiten von Schwimmbad und Sauna um etwa 30 Prozent reduziert. Zudem wurde die Wassertemperatur gesenkt - von 30 auf 28 Grad. Der traditionelle Warmwassertag - jeden Freitag in der Woche - bleibt beibehalten. Hier wurde die Temperatur von 32 auf 30 Grad gesenkt. 



Zudem wurden auch die Preise angepasst. "Das ist keine Energiepauschale, wie sie viele andere Schwimmbäder machen, sondern eine normale Preiserhöhung. Die Mehrkosten an Energie kompensieren wir durch die Reduzierung der Öffnungszeiten", erklärt Schmeh. Weitere Maßnahmen sind bereits in Planung: "Wir werden die Duschköpfe austauschen - sodass eben nicht mehr neun Liter pro Minuten durchlaufen, sondern sechs Liter." Hier müsse zwar neu investiert werden, allerdings gleiche sich dies schnell wieder aus. "Es macht also ganz unabhängig von den Energiekosten Sinn, dies einzusetzen."

Außerdem wurde bereits das Dach des Aquariohms mit Photovoltaik bestückt, die Beleuchtung auf LED umgerüstet, eine Wärmepumpe eingebaut, im Keller wird Wärme entzogen und diese aufs Beckenwasser übertragen. 

"Besucher haben es akzeptiert"

Die Besucher im Aquariohms haben die Sparmaßnahmen bereits zur Kenntnis genommen - bleiben aber deshalb nicht zu Hause. "Sie haben die Maßnahmen akzeptiert und sind froh, dass wir überhaupt offen haben", so Schmeh. Die Zahlen seien nicht explodiert, aber eben auch nicht schlechter geworden. Auch deshalb blickt das Team positiv in die Zukunft - der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr sei gut. "Jetzt heißt es eben abwarten."

Einen Appell für die Zukunft hat Schmeh jedoch noch: "Für das Schulschwimmen bekommen wir einen Zuschuss von der Gemeinde - davon profitieren aber eben Schüler aus dem kompletten Vogelsbergkreis und dem Landkreis Geißen. Warum muss dann die Gemeinde Mücke ein Hallenbad für Schüler aus Nachbarkommunen- oder Landkreisen zahlen? Im Falle einer Insolvenz würde in diesem Fall die Bürgergenossenschaft haften - diese könnte das nicht alles alleine stemmen. Es ist ihnen hoch anzurechnen, dass sie ihren Kopf dafür hinhalten." (ld) +++