Abwechslungsreiche Vielfalt für Bewohnerinne

Interessante Angebote in DRK Senioreneinrichtungen zum Welt-Alzheimertag

Am 21. September wird auch beim DRK Fulda der Welt-Alzheimertag zelebriert.
Fotos: DRK Fulda

21.09.2022 / FULDA - Unter dem Motto "Demenz – verbunden bleiben" findet am 21. September wie in jedem Jahr der Welt-Alzheimertag statt. In der gesamten "Woche der Demenz" wurden vom 19. bis zum 25. September bundesweit vielfältige Aktionen organisiert, um auf die Situation von Menschen mit dieser Erkrankung und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen. Auch in den sechs Seniorenzentren des DRK Fulda in der Region sowie in Friedewald steht das Leben mit Alzheimer-Demenz in dieser Woche im Vordergrund.

Musik als Schlüssel im DRK St. Lioba

Das DRK Seniorenzentrum St. Lioba hatte die Aktionswoche in Bezug auf das übergeordnete Motto ganz der Musik gewidmet. Unter der Überschrift "Musik ist der Schlüssel zum Herzen und verbindet alles" fand ein Konzert mit Alleinunterhalterin Sabine Hohmann statt, u.a. eingerahmt von Plakaten früherer Interpreten, mit denen die Caféteria des Seniorenzentrums dekoriert war und die zusätzlich zum Austausch untereinander anregten. "Musik ist ein wunderbarer Mechanismus, um auch demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner individueller zu erreichen und zu aktivieren.", so Anne Winterfeldt, Leiterin der Betreuung im Seniorenzentrum St. Lioba. "Bei diesem Konzert war erneut fühl- und sichtbar, welch positiven Einfluss Melodien haben: einer unserer Bewohner hat sogar begeistert mitgesungen, obwohl er im Alltag nicht spricht - das war einfach schön und hat uns unheimlich gefreut!"

Aber auch die, die aus verschiedenen Gründen an diesem Konzert nicht teilnehmen konnten, wurden nicht vergessen: gemeinsam mit ‚Pepper‘ - dem humanoiden Roboter - und durch ‚Qwiek.up‘ - einem Gerät, welches Videosequenzen an die Wand oder die Decke projiziert - konnten diese Bewohnerinnen und Bewohner in den Genuss eines Zimmerkonzerts kommen. ‚Pepper‘ applaudierte während der Musikstücke und animierte zum Mitmachen.

"Wir können mit Hilfe dieser Technik besonders gut auf die Bedürfnisse der Alzheimer-Demenz-Erkrankten eingehen. Die Krankheit, bei der im Laufe der Zeit immer mehr Nervenzellen im Gehirn absterben, hat ganz unterschiedliche Gesichter. In Folge der Erkrankung werden die Betroffenen zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos, aber es treten auch weniger bekannte Symptome auf, z.B. Ablehnung von Gruppenangeboten oder Angst vor abgedunkelten Räumen. Insofern ist es für diese Bewohnerinnen und Bewohner toll, ganz individuell mit den Angehörigen zusammengestellte Musikstücke in gewohnter Umgebung genießen zu können und in Erinnerungen zu schwelgen. Und dank dem speziell für diese Nutzung entwickelten ‚Qwiek.up‘-Projektor kann das sogar ohne Abdunkelung der Räume erlebbar gemacht werden.", erklärt Carmen Farnung, stellvertretende Einrichtungsleitung des Seniorenzentrums St. Lioba.

Mobilität und Vorträge

Auch die anderen Seniorenzentren des DRK boten passend zugeschnittenen Veranstaltungen und Aktionen an, um für das Thema zu sensibilisieren. So gab es beispielsweise im Seniorenzentrum Bruder Konrad in Ebersburg/Weyhers diverse mobilitätsfördernde Angebote in Kombination mit gesunden Snacks und interessanten Vorträgen. Und das Seniorenzentrum St. Kilian in Hilders lud in der Caféteria zu einem Treffen von Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam mit ihren Angehörigen ein. Nach einem durch den ‚Qwiek.up‘ präsentierten thematisch passenden Film und einem informativen Vortrag durch die Pflegedienstleitung Barbara Kaschor, blieb genug Raum für den Erfahrungsaustausch. "Wir wollten diese Woche nutzen, den an Alzheimer-Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihren Angehörigen das Krankheitsbild genauer zu erklären und Tipps zum Leben mit der Erkrankung geben. Manchmal hilft es, sich bestimmte Symptome bewusst zu machen und den Umgang miteinander anzupassen. Zum Beispiel sollte man auf einfache, geschlossene Fragen achten und nicht mehrere Auswahlmöglichkeiten aufzählen. Das überfordert sonst die Betroffenen und macht sie unruhig und fahrig.", macht Barbara Kaschor deutlich.

Im Seniorenzentrum am Schloss in Friedewald hatte man sich ebenfalls etwas Besonderes ausgedacht: dort wurden die Bewohnerinnen und Bewohner in den hauseigenen "Sinnesgarten" eingeladen, wo gemeinsam mit verschiedenen Aktionen alle Sinne angeregt wurden.

Lebensqualität und Lebensfreude erhalten in möglichst allen Lebenslagen - getreu dem Motto: "Rundum in guten Händen" – mit dieser Zielsetzung engagieren sich alle Beschäftigten in den DRK-Seniorenzentren Tag für Tag für das Wohlergehen aller Bewohnerinnen und Bewohner. (pm) +++