Einmal quer durch ganz Hessen

Kriminalhauptkommissarin Sandra Köhler erwandert Spenden fürs Ahrtal

Von Fulda nach Burghaun: Kriminalkommissarin Sandra Köhler mit Ralf Veenker von der Fuldaer Polizei (links) und Erwin Reinl von der IPA
Fotos: Henrik Schmitt, Privat (2)

21.09.2022 / FULDA - Einmal durch ganz Hessen wandern – vom südlichsten Polizeipräsidium in Darmstadt über Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Fulda bis zu den Kollegen nach Kassel. Das war schon immer der Wunsch von Kriminalhauptkommissarin Sandra Köhler vom Erkennungsdienst in Heppenheim. Zu ihrem 30. Dienstjubiläum erfüllt sich die 48-jährige passionierte Wanderin nun diesen Traum und sammelt auf der 415 Kilometer langen Strecke Spenden fürs Ahrtal. Am Wochenende machte Sandra Köhler dabei Station in Fulda und zog am Dienstagmorgen weiter in Richtung Burghaun.

Schon am Montag hatte sich Sandra Köhler in gemütlicher Runde in der "Wiesenmühle" mit Vertretern der International Police Association (IPA) getroffen, einer weltweiten Vereinigung von Polizeibediensteten in inzwischen 68 Ländern mit 360.000 Mitgliedern. Auf Hessen entfallen etwa 4.800, in Fulda sind rund 320 Kolleginnen und Kollegen in der Verbindungsstelle Fulda e.V. organisiert. Deren Leiter Erwin Reinl überreichte Sandra Köhler einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro.

Nach einem Empfang im Polizeipräsidium Osthessen am frühen Dienstagmorgen startete die Kriminalhauptkommissarin die 23 Kilometer lange Etappe nach Burghaun am Lidl-Parkplatz im Fuldaer Stadtteil Niesig. "Entstanden ist die ganze Aktion eigentlich aus einer Schnapsidee heraus", sagt Sandra Köhler gegenüber O|N. "Meine Freundinnen und ich haben gesagt: Wandern ist so ein tolles Privileg. Wenn jeder, der draußen in der Natur unterwegs ist, auch nur 5 Euro spenden würde, käme bestimmt einiges zusammen."

Als dann die Katastrophenbilder aus dem Ahrtal über die Fernseher flimmerten, nahm der Plan schnell Gestalt an. "Wir waren unten vor Ort und haben uns selbst ein Bild gemacht", so Sandra Köhler. "Noch heute sind die meisten unteren Geschosse in der ganzen Region unbewohnbar. Und nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg fehlt es zunehmend an Baumaterial." Zwischendurch hatte Sandra Köhler sogar daran gedacht, die ganze Sache wieder abzublasen. "Ich dachte mir Anfang des Jahres: Wen interessiert zurzeit das Ahrtal, wo wir doch Krieg in Europa haben?"

Nun zieht die engagierte Polizistin ihr Projekt dennoch durch, und die Bewohner aus dem Ahrtal sind darüber sehr dankbar: "Das geht da unten auch durch die Presse, und die Menschen bekommen das Gefühl: Hey, die haben uns nicht vergessen." Los ging’s am 3. September in Darmstadt, heute also Fulda und Burghaun, bis sie am 26. September in Kassel ankommen wird. Sie übernachtet bei Privatpersonen oder in günstigen Hotels und wird auf ihrer Strecke von ihrem Ehemann Uwe unterstützt. "Der läuft auch schon mal eine Etappe mit und versorgt mich mit frischer Wäsche."

1.000 Euro Spendengelder hatte sich Sandra Köhler im Vorfeld der Wanderung als Ziel gesetzt, doch diese sind schon jetzt längst übertroffen. "Und mit ein bisschen Glück habe ich am Ende sogar einen fünfstelligen Betrag zusammen", freut sich Sandra Köhler und beginnt ihren Marsch nach Burghaun zusammen mit Erwin Reinl von der IPA, Oberkommissar Ralf Veenker von der Fuldaer Polizei sowie Peter Schremser vom BKA. Was für eine Eskorte!

Wer Sandra Köhler unterstützen möchte, hier sind ihre Kontaktdaten:

Facebook: Wanderherz Sandra Köhler
Instagram: Wanderherz_Hessen
Mobil: 0177-7747821
E-Mail: wanderherz.hessen@gmail.com (mw) +++