Vor der Wahl: Gespräch mit Bürgermeister

Warum Heiko Stolz auf "sein" Neuhof stolz ist

Am Schreibtisch im Rathaus der Kaligemeinde Neuhof: Bürgermeister Heiko Stolz (CDU).
Fotos: Carina Jirsch

21.09.2022 / NEUHOF - Der Amtsinhaber ist der einzige Kandidat: Wenn am Sonntag in Neuhof um 8 Uhr die ersten Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl angekreuzt werden können, dann steht darauf nur ein Name - der von Heiko Stolz. Der 49-jährige CDU-Politiker hat die ersten sechs Jahre als Nachfolger von Maria Schultheis auf dem Chefsessel der Neuhofer Verwaltung hinter sich und zieht im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS eine Bilanz. Und verrät, welche Pläne er mit der Kaligemeinde noch hat. 

Vor dem Bürgermeister liegen mehrere Broschüren, mit denen er im Wahlkampf für seine Politik und  sich geworben hat. Ins Auge fällt der trefflich formulierte Slogan "Stolz auf Neuhof – Stolz für Neuhof", der freilich schon vor sechs Jahren genutzt wurde und vielleicht dazu beigetragen hat, dass der 49-Jährige sich damals mit 63 Prozent gegen Ilona Vogel hatte durchsetzen können. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 51 Prozent, diesmal wäre der einzige Kandidat mit einer Zahl um die 50 Prozent schon sehr zufrieden.

Unterstützung seitens der Familie

Der Ur-Neuhofer, der mit 23 Jahren zu seiner Frau nach Sickels gezogen ist und noch heute in dem Fuldaer Stadtteil wohnt, war vor dem Bürgermeisteramt lange Jahre bei der Sparkasse Fulda tätig und muss schmunzeln, als ihm sein Gesprächspartner sagt, dass Geldinstitute doch eine regelrechte "Kaderschmiede" für Verwaltungschefs seien: Und Stolz zählt sogleich auf und nennt Heiko Siemon und seinen Vorgänger Alexander Altstadt (Schlitz), Markus Röder (Hofbieber), Mario Dänner (Tann) und Timo Zentgraf (Künzell). "Das ist kein Wunder, denn gesunde Finanzen sind nun mal die Basis für eine Kommune", so der Vater von zwei Töchtern, der sich bei seiner Bürgermeistertätigkeit der Unterstützung von seiner Familie sicher sein kann.

Den Wechsel von der Sparkasse ins Rathaus hat Stolz nie bereut, habe er doch nach einer neuen Herausforderung gesucht und empfinde seine jetzige Tätigkeit als "sinnstiftend und erfüllend". Sehr stolz (!) ist der 49-Jährige auf den Zusammenhalt und das gemeinschaftliche Denken der insgesamt 10.800 Bürgerinnen und Bürger, die in den acht Ortschaften inklusive Kernort zu Hause sind. "Wir können uns auf zahlreiche Vereine und auf alleine vier Hilfsorganisationen stützen, die in der Großgemeinde angesiedelt sind: DRK, THW, Feuerwehr und DLRG".

Gemeinschaft und Lebensqualität

Der soziale Aspekt werde ebenso großgeschrieben wie das ehrenamtliche Wirken, was sich beispielsweise beim Gemeindebus zeige, oder auch bei dem Projekt "Leben und Arbeiten", auf das man sehr stolz (!) sei. Ähnlich wie in Poppenhausen/Wasserkuppe und Eichenzell ist auch in Neuhof ein starkes Netzwerk aus Vereinen, Unternehmen, Kirchen, der politischen Gemeinde und "antonius" bestrebt, gemeinsame Wohn- und Lebensmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen. Und weil Stolz noch auf etwas sehr stolz (!) ist, erwähnt er auch die Auszeichnung "Engagierte Stadt" durch das Bundesfamilienministerium, verliehen ebenfalls für die Bemühungen, in den unterschiedlichsten Lebensbereichen für Lebensqualität zu sorgen.

Der Bürgermeister der Kaligemeinde unterstreicht, dass nicht er alleine dafür verantwortlich ist, dass Neuhof so gut dasteht: Dies sei dem Zusammenspiel aller zu verdanken: den politischen Gremien, den Vereinen und Hilfsorganisationen, den Gewerbebetrieben und nicht zuletzt den engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Denn die gut 180 Unternehmen bieten rund 3.500 Arbeitsplätze an, von denen viele im größten gemeindlichen Gewerbegebiet Neuhof-Nord (Dorfborn) zu finden sind. "Und es gibt weitere Anfragen", so Stolz, der natürlich auch nicht die wichtige Funktion von K + S verhehlt, das 750 Stellen anbietet, darunter drei Viertel für Menschen aus dem Südkreis. Gleichwohl werde die geplante Haldenabdeckung sehr kritisch, aber konstruktiv begleitet werden, so Stolz. Es gelte, bei diesem Thema die richtige Balance zu finden. Dies treffe im Übrigen auch auf mögliche Windkraftprojekte, insbesondere natürlich im Gieseler Forst, zu. 

Der Musikfan, der "tiefes Blech" beim Blasorchester Neuhof sowie den "Dixie-Pigs" spielt, hebt an Vorzügen "seiner" Gemeinde die gute Verkehrsanbindung und die "tolle Infrastruktur"  hervor, zu der auch die ärztliche Versorgung, das schulische Angebot, Kindergärten und die Nahversorgung zählten. Das geplante Fachmarktzentrum in der Fuldaer Straße stelle ebenso einen weiteren Baustein zur Bewahrung und zum Ausbau der Lebens- und Wohnqualität dar wie der Ausbau der Digitalisierung, nachhaltiges Energiemanagement und die Ausweisung von Neubaugebieten. Letzteres parallel zur Erschließung von Baulücken. Und auch für die Jugendlichen müsse Einiges getan werden, um sie in der Gemeinde zu halten. 

Sehr gut sei die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Verwaltungschefs im Südkreis, nämlich mit Kalbach und Flieden. Generell, so der Vorsitzende der Bürgermeisterkreisversammlung, liege ihm viel an der Stärkung der interkommunalen Kooperation - dies auf den ganzen Landkreis und auch die Stadt Fulda bezogen.

Abschließend verweist Stolz noch darauf, dass am kommenden Sonntag ab 18 Uhr eine öffentliche Präsentation der Wahlergebnisse im Festsaal des Neuhofer Gemeindezentrums stattfindet. Hierzu seien alle Interessierten herzlich eingeladen. (Bertram Lenz) +++