SV Steinbach - FC Gießen 3:3 (1:0)

Mit der letzten Aktion: FC Gießen gleicht beim SV Steinbach aus

Mit der letzten Aktion kassierte der SV Steinbach den Ausgleich
Fotos: Bernd Vogt

19.09.2022 / BURGHAUN - "Dramatischer geht es wohl nicht mehr", fasste Funktionär Berthold Helmke das kuriose 3:3 (1:0) zwischen dem SV Steinbach und FC Gießen in der Hessenliga treffend zusammen.

Für die Hausherren war es eine gefühlte Niederlage, da der SVS zweimal mit zwei Toren Vorsprung führte und erst mit der letzten Aktion des Spiels den Ausgleich hinnehmen musste. Nach einer Ecke legte Routinier Michael Fink klug für Yassine Maingad ab, der zuvor überragende Torhüter Philipp Bagus, der jüngst bei Eintracht Frankfurts U21 trainieren durfte, hatte keine Chance. Der Regionalliga-Absteiger feierte den späten Punktgewinn wie einen Sieg.

Dass die Steinbacher im Anschluss stinksauer auf Schiedsrichter Jannis Jäschke waren, war allerdings kaum angebracht. Berechtigt war die Kritik nach dem Anschlusstreffer von Joker Pietro Besso, als die Gastgeber zuvor wechseln wollten, der Referee die SVS-Ecke aber ausführen ließ und Gießen im Gegenzug per Konter traf. Ansonsten war die Nachspielzeit von drei Minuten aber ebenso gerechtfertigt wie die Gelb-Rote Karte gegen Petr Kvaca, der weit in der gegnerischen Hälfte unnötig taktisch foulte und seiner Elf damit eine 20-minütige Unterzahl einhandelte.

Für Trainer Petr Paliakta die spielentscheidende Szene: "Der Platzverweis war dumm. Wir sind hier sehr enttäuscht, denn ein 3:1 musst du eigentlich über die Bühne bringen." Seiner Elf konnte der Coach trotz überlegenen Gießenern in Hälfte eins trotzdem ein Kompliment aussprechen. Dass es bei Dauerregen und tiefem Platz möglich ist, guten Fußball zu spielen, bewiesen die Hausherren beim Führungstreffer durch Thore Hütsch. Bei den Gießenern herrschte ein wenig Konfusion, denn Schiedsrichter-Assistent Dominik Magel hatte die Fahne gehoben. Im Abseits stand Max Stadler, der griff aber nicht ein, weshalb Jäschke seinen Kollegen zurecht überstimmte.

Auch dank überragendem Bagus: SV Steinbach holt Punkt gegen den FC Gießen


Einfacher erspielte sich der SVS seine weiteren Tore. Beim 2:0 reichte ein langer Ball von Alexander Reith auf Stadler, da FCG-Keeper Aleksa Lapcic nicht aus seinem Kasten kam (64.). Und das dritte Tor erzielte Dumitru Alin Neacsu per Kopf nach Reith-Freistoß (68.). Überraschend vor allem deshalb, weil Gießen einige Hünen in seinen Reihen hatte. Wie 1,98-Meter-Mann Leonid Akulinin, der genau wie Adrian Kireski zunächst per Kopf am Aluminium scheiterte (20., 23.), dann aber die entscheidende Kopfball-Verlängerung zum Tor durch Joker Connor Filsinger gab (67.).

Es folgte eine kuriose Schlussphase, mit dem besseren Ende für Gießen: "Es war in der zweiten Halbzeit ein offener Schlagabtausch. Riesen Respekt vor meiner Mannschaft, wie sie bis zum Ende gefightet hat. Der Ausgleichstreffer ist vom Zeitpunkt her natürlich etwas glücklich, insgesamt war es aber sicherlich kein unverdienter Punkt", konstatierte FCG-Coach Daniyel Cimen. (tg)

SV Steinbach: Bagus; Kehl, Bott, Neacsu, Hütsch – Kvaca, Uth – Paliatka (84. Göb), Reith (90. Aliyev), Halimi (71. M. Wiegand) – Stadler.
FC Gießen: Lapcic; Assar, Kireski, Fink, Abdel – Hagley, Harder (62. Filsinger) – Maingad, de Moura Beal, Calabrese (78. Besso) – Akulinin.
Schiedsrichter: Jannis Jäschke (SG Nieder-Roden).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Thore Hütsch (18.), 2:0 Max Stadler (64.), 2:1 Connor Filsinger (65.), 3:1 Dumitru Alin Neacsu (68.), 3:2 Pietro Besso (83.), 3:3 Yassine Maingad (90.+3).
Gelb-Rote Karte: Petr Kvaca (Steinbach, 73.).+++