Nach 43 Jahren Dienstzeit

Bewegende Verabschiedung von Axel Hartmann - "K+S war seine Heimat"

Axel Hartmann blickt wehmütig auf seine Zeit im Werk Neuhof-Ellers zurück. Am Freitag wurde der langjährige Betriebsratschef gebührend in Neuhof verabschiedet
Fotos: Carina Jirsch

13.08.2022 / NEUHOF - Es ist ein bewegender Tag für den ehemaligen K+S-Betriebsratschef Axel Hartmann: Der 63-Jährige wurde am Freitagvormittag im Gasthof Schmitt in Neuhof feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Der Gewerkschafter blickt dabei wehmütig auf eine über 43 Jahre lange Zeit im Werk Neuhof-Ellers zurück (O|N berichtete). "Ich gehe heute definitiv mit einem weinenden Auge nach Hause - aber alles hat seine Zeit", weiß der gebürtige Niedersachse. 

Werksleiter Roland Keidel sprach dem langjährigen Betriebsratschef seinen größten Dank aus und würdigte seine Werkstreue und die Verbundenheit zum Standort Neuhof-Ellers. "Axel hat in seiner Dienstzeit Höhen und Tiefen erfahren. Mit all dem, was er erlebt hat, könnte man vermutlich mehr als ein Buch füllen." Hartmann sei in seiner Zeit bei K+S nicht nur ein besonderer Gewerkschafter, sondern auch Chancen- und Ideengeber gewesen. "Jetzt aber ist es an dir, deine Zukunft zu gestalten und deinen wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Unsere Zusammenarbeit habe ich immer sehr geschätzt", so Keidel abschließend.

In die Fußstapfen des 63-Jährigen tritt Lars Halbleib. "Für Axel war das Werk nicht nur Arbeitgeber - Kali und Salz war seine Heimat", brachte es der zukünftige Betriebsratschef auf den Punkt. "Zuhause war nicht nur da, wo die Kirche, sondern auch dort, wo der Förderturm steht."

"Eine wahre Berufung"

Auch André Bahn, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der K+S betonte, dass der Niedersachse für den Job "genau der Richtige" gewesen sei: "Für Axel war seine Tätigkeit als Betriebsratschef eine wahre Berufung - und das hat man jeden Tag gemerkt. Ich kann mich nur für die unglaublich gute Zusammenarbeit bedanken. Gemeinsam haben wir ein tolles Zukunftskonzept für K+S auf die Beine gestellt. Hinter einem Betriebsrat steht auch immer ein Mensch - Axel ist im Laufe der Jahre für mich zu einem wichtigen Freund geworden."

Sich selbst habe Hartmann in den langen Jahren seiner Tätigkeit oft hinten angestellt. "Er ist ein besonderer Mensch, für den seine Tätigkeit als Betriebsratschef immer oberste Priorität hatte. Sich in seinem Beruf selbst zu verwirklichen und dabei so vielen Menschen etwas Gutes zu tun, ist bei Weitem keine Selbstverständlichkeit - nur so kann man viel bewegen", hob Ralf Becker, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Arbeitnehmervertreter und Landesbezirksleiter Nord der IGBCE die vorbildliche Arbeit des 63-Jährigen hervor.

Vorbildliches politisches Engagement

Die Gemeinde Neuhof bedankte sich bei Hartmann für sein langjähriges Engagement - auch in der Kommunalpolitik. "Es liegt mir wirklich sehr am Herzen, danke zu sagen. Alex Hartmann hat in seiner gesamten Berufslaufbahn immer eine tolle Verbindung zur Gemeinde gepflegt und war auch selbst unglaublich engagiert", so Franz Josef Adam, der in Vertretung für Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz, einige Dankesworte an den Gewerkschafter richtete. 

Eine große Stütze in seiner langjährigen Berufslaufbahn war für Hartmann immer seine Familie - insbesondere seine Frau Heike. "Ich kann einfach nicht genug danken. In dieser Zeit kam die Familie leider immer wieder zu kurz. Umso mehr freue ich mich jetzt auf viele tolle Erlebnisse mit den Liebsten und darauf, den Ruhestand zu genießen", so Hartmann abschließend. Ein rührender Abschied eines leidenschaftlichen Gewerkschafters, dessen Herz aber auch in Zukunft weiterhin für den Bergbau schlagen wird. (Lea Hohmann) +++