Vier Jungs auf "Golden Hour"-Tour

Indie-Pop-Band Jeremias begeistert ihre Fans im Museumshof

Die Indie-Pop-Band begeisterte das Publikum.
Fotos: Rene Kunze

13.08.2022 / FULDA - Junges Publikum gekoppelt mit bester Stimmung: Nachdem am Donnerstagabend im Museumshof im Rahmen der beliebten "Kultur.Findet.Stadt."-Reihe der zauberhafte Auftakt der Varieté-Show "Dirk Denzers Spirit Dreams" (O|N berichtete) bereits besonderen Anklang fand, folgte auch schon der nächste Act einen Tag später. Dieses Mal auf der Bühne: die Indie-Pop-Band "Jeremias". Um die 1.000 Fans ließen sich das Open-Air-Event nicht entgehen. 

Nach Musikerin Juli Gilde aus Berlin startete Jeremias gegen 21.30 Uhr. Mit viel Jubel begrüßte die Menge die jungen Künstler. Los ging es mit "paris". Die Band aus Hannover mit einem Altersdurchschnitt von 20 Jahren hat sich offiziell 2018 gegründet und gibt an "Disko-Funk" zu machen. Als gemeinsamen musikalischen Nenner definieren Jeremias Heimbach (Gesang/Piano), Oliver Sparkuhle (Gitarre/Synthesizer), Ben Hoffmann (Bass) und Jonas Herrmann (Schlagzeug) Bands und Künstler wie "Parcels", "Tom Misch" oder "Men I Trust". 

Rückblick: Im Oktober 2019 veröffentlichten Jeremias ihre Debüt-EP "Du musst an den Frühling glauben". Produziert hat dies Tim Tautorat, der zuvor mit Alben von Faber und AnnenMayKantereit von sich reden machte. Es folgten erste Festivals und Support-Shows für Bands wie "OK Kid". Wenn die Fans 18 Shows der ersten eigenen Tour im Frühjahr 2020 fast restlos ausverkaufen und eine Klavierballade ("Grüne Augen lügen nicht") so laut wie keinen anderen Song mitsingen, dann reichen weder Pose noch Genre-Begriffe aus, um diese Band zu erklären. Um sich selbst zu erklären. Lieber mit "Disko-Funk" ein neues Genre definieren, als Bestehendes für nicht vergleichbares zu bemühen.

Im Frühjahr 2020 folgte die zweite EP. Ein Intro, vier Songs. "alma" – die "Seele". "Es ist eine EP über die Liebe und den Kummer. Wie theatralisch es auch scheinen mag, hat uns das maßgeblich inspiriert", so Jeremias. Das erste Album "golden hour" erschien am 28. Mai 2021. Mit "hdl" lieferten sie den Auftakt, der die rasche Weiterentwicklung der Band zeigt. Jeremias sind Sturm und Drang und Dringlichkeit. Auf "mio" dezent verpackt in dahinfließende Synthie-Flächen, funky Basslines und groovende Drum-Loops. "Wenn ich's nicht mache, macht es jemand anderes // oh mein Gott, ich hoff so sehr, dass das nicht alles ist." Dass es das auf keinen Fall sein wird, versprechen sie mit Songs wie "nie ankommen" und eben "paris". Insofern steigt immer die Spannung auf die verzaubernde Energie und den Groove ihres Disko-Funks auf Konzerten - so wie an diesem traumhaft sommerlichen Abend im barocken Ambiente.

Sehen Sie weitere Eindrücke des Konzerts von O|N-Fotograf Rene Kunze. (mkr/pm) +++