Nächster Gegner der SG Barockstadt

VfR Aalen: Sich stabilisieren - und der Jugend eine Chance geben

Jubel bei den Fußballern des VfR Aalen
Foto: Bastian Graf/VfR Aalen

12.08.2022 / AALEN/FULDA - Im vergangenen Jahr ist der Verein 100 geworden - und er ist am Samstag (14 Uhr, Ostalb-Arena) der zweite Gegner der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Regionalliga Südwest. Gemeint ist der VfR Aalen. Der Ort liegt etwa 70 Kilometer von Stuttgart entfernt in Baden-Württemberg, am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb gelegen. Vielen ist der VfR noch aus seiner zweijährigen Zeit in der Zweiten Bundesliga ein Begriff - von 2012 bis 2014. OSTHESSEN|NEWS stellt den Kontrahenten der SGB vor. 

Der Saison-Einstand endete positiv aus Sicht des VfR Aalen. Mit 2:1 gewann das Team bei Aufsteiger Freiberg.Nachdem Aalen früh in Rückstand lag, drehte die Mannschaft von der Ostalb das Spiel - Jonas Arcalean traf in der Nachspielzeit zum Sieg. "Der Sieg hat enorm viel Wert", sagt Aalens Trainer Tobias Cramer, Freiberg verfüge über einige Spieler mit großer Qualität, auch aus der Dritten Liga. Nach etwa einer Stunde, in denen dem VfR etwas das Spielglück fehlte, drehte das Team auf, war "hinten heraus spielerisch und körperlich die klar bessere Mannschaft", wie der Coach befand. "Wir haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet. Das hat sich ausgezahlt. Wir haben Freiberg tüchtig gestresst in der Schlussphase", beobachtete Cramer.

Der Trainer: Cramer kickte in Willingen und trainierte Hessen Kassel

Aalens Trainer ist alles andere als ein Unbekannter in Nord- und Osthessen. Cramer, mit Beginn dieser Saison Coach beim VfR und bis März bei den Sportfreunden Siegen tätig, kickte einst beim SC Willingen (unter anderen mit dem spielintelligenten Eckhard Vogel aus Rattlar und Uwe Theis, der in den 1990er-Jahren beim Bundesligisten Dortmund zur Probe vorspielte) und trainierte später den KSV Hessen. Cramer, der jetzt in Willingen wohnt und im September 48 wird, stieg 1995 als Spieler mit dem SCW in die Oberliga auf - damals die dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Nachdem er in den Nachwuchsleistungszentren Köln und Paderborn Erfahrungen gesammelt hatte, war der VfL Winterberg, seine erste Trainerstation im Männerbereich, der TSV/FC Korbach die zweite - ehe er bei Hessen Kassel anheuerte. Im Auestadion war er von 2014 bis 2019 tätig, in seinem letzten Jahr scheiterte er mit seinem Team nur hauchzart an der Aufstiegs-Relegation zur Regionalliga.

Ziele und Philosophie: Stark verjüngter Kader - gut vernetzt im Jugendbereich

Ziele und Ausrichtung des VfR Aalen umreißt Cramer klipp und klar. "Wir bewerten die bevorstehende Saison nicht nach dem Tabellenplatz", betont Cramer, "es geht darum, dass wir uns stabilisieren". Vor einem Jahr sei ein Umbruch begonnen worden. Wirtschaftlich sei die Situation des Vereins okay, man wolle und könne sich aber nicht mit anderen Teams der Liga vergleichen. Den Kader habe man total verjüngt, der VfR stellt die viertjüngste Mannschaft der Liga. Der Coach hebt hervor, dass man in der Jugendabteilung sehr gut vernetzt sei, "das ist ein großes Gut, das wir uns bewahren". Man verfüge über eine gute Basis, in der sich junge Spieler entwickeln könnten. "Wir können in dieser Serie auf einem einstelligen Tabellenplatz landen. Das ist aber nicht die Vorgabe", erklärt der Trainer.

Die jüngere Vergangenheit: "Versuchen jetzt, Nachhaltigkeit zu zeigen"

Was seine jüngere fußballerische Vergangenheit angeht, hat der Verein für Rasenspiele Aalen durchaus einiges vorzuweisen. Nachdem der VfR von 2012 bis 2014 in der Zweiten Liga kickte, ging es erst einmal bergab. Bis in die Regionalliga führte der Weg - und Cramer gibt die Marschroute für die nächste Zeit aus. "Wir versuchen, mit einem neuen Trainerteam ein bisschen Nachhaltigkeit und guten Fußball zu zeigen." Seine Philosophie bestehe darin, auch und gerade mit den Fans einen Schulterschluss einzugehen, "damit alle begreifen, dass es ein Verein ist". Was die bevorstehende Serie betrifft, spricht er das aus, was viele denken. "Es wird eine hochinteressante Saison, weil alle Teams ganz eng beieinander sind." Aalens aktueller Kader besteht aus 24 Spielern. 22 Feldspielern und zwei Torhütern. Es gibt vier externe Zugänge - und zwei aus der U19 des VfR.

Aufgabe gegen die SG Barockstadt wird "ein brutales Brett"

Bleibt die Frage, wie er die Aufgabe gegen die SG Barockstadt einschätzt. "Das wird ein brutales Brett. Das sind alle keine normalen Aufsteiger." Die SGB kenne er gut - seit Jahren. "Ich weiß, was an fußballerischer Qualität auf uns zukommt. Ich ziehe den Hut vor ihrer Leistung zuletzt gegen Steinbach Haiger. Die Mannschaft hat mich körperlich beeindruckt." (Walter Kell) +++