Aktion: Weg mit dem Hundedreck!

Schlaues Kunstprojekt der 2b endet mit Sachbeschädigung und Diebstahl

Die Klasse 2 b mit den selbstgemalten Warn- und Hinweisschildern gegen Hundekot
Fotos: privat

04.08.2022 / BURGHAUN - Mit einem ungewöhnlichen Projekt zu einem leider weit verbreiteten Phänomen hat sich die Klasse 2b der Ritter-von-Haune-Schule in Burghaun beschäftigt - nämlich mit Hundekot. Das war nicht ganz freiwillig und hatte auch unerwartet heftige Reaktionen von Hundebesitzern zur Folge. Lesen Sie den Bericht der engagierten Schüler:innen, die tatkräftig von ihrer Lehrerin Sonja Winter unterstützt wurden:

"Hundedreck am Schuh ist kein Spaß, das weiß jeder. Wir aber hatten oft dreckige Schuhe, nach zahlreichen Spaziergängen auf dem Radweg und den Feldwegen in Schulnähe. Es stank in unserer Klasse. Das war und ist echt eklig. Deshalb wuchs innerhalb der letzten Monate die Idee, das Thema als Kunstprojekt in unserer Klasse aufzugreifen. Wir sind geschockt, wie viele Häufchen auf dem Radweg, am Radwegrand und auf den Feldwegen liegen. Uns ist unverständlich, warum nicht alle Hundehalter die Kottüten richtig benutzen können und wollen? Die gefüllten Tüten auf dem Weg liegenzulassen, ist nämlich auch nicht schön.

Also begannen wir damit, Verbots- und Gebotsschilder zu malen, um die Hundehalter auf unser Problem aufmerksam zu machen. Das rote Kreuz in der Mitte bedeutet dabei: Dieses Verhalten möchten wir nicht. Bitte keinen Hundekot auf dem Weg oder am Wegesrand liegen lassen. Grün umrandet bedeutet: Schau, so machst du es richtig. Nimm den Hundekot in einer Tüte verpackt bitte zum Entsorgen mit.

Nach Rücksprache unserer Lehrerin mit dem Ordnungsamt der Marktgemeinde Burghaun, der dieses Thema auch sehr am Herzen liegt, verkündeten wir stolz unsere Botschaft und stellten die Kunstwerke mithilfe von mitgebrachten Pfosten an den Wegesrändern entlang der Spazierwege auf. Viele Hundebesitzer zeigten sich aufgeschlossen gegenüber unserem Projekt und lobten uns und unsere Lehrerin für unseren Einsatz. Sollten wir im Eifer des Gefechtes einmal zu aufdringlich auf Hundehalter gewirkt haben, tut uns das leid.

Allerdings blieb es nicht nur bei bestärkenden, verständnisvollen Worten. Am Folgetag zeigten uns Hundehalter beim Aufstellen weiterer Schilder den "Scheibenwischer", schüttelten den Kopf und eine Frau meinte sogar, der Kot sei guter Dünger. Sie sehe da gar keinen Handlungsbedarf.

Der absolute Tiefpunkt unseres Schaffens stellte sich dann leider nach dem Wochenende ein. Bis auf einzelne Schilder stand der Rest nicht mehr an Ort und Stelle. Die Kunst war entwendet worden, lag in den Brennnesseln weiter entfernt oder tauchte zerrissen am Wegesrand wieder auf. Wir hätten die Schilder nach der Aktion wieder ordentlich abgebaut, nun wurden sie als zusätzliche Umweltverschmutzung "vom Winde verweht".

Uns stellt sich abschließend die Frage: WARUM machen die Leute das? Wie sollen wir Kinder Verantwortung lernen, wenn so mit unserem Engagement umgegangen wird? Bestärkt durch unsere Schule und unsere Eltern wenden wir uns nun zusammen mit unserer Lehrerin an die Öffentlichkeit. Denn etwas Wichtiges wünschen wir uns trotzdem: Saubere Wege - für uns, für die Umwelt und für alle anderen Nutzer der Wege!"

Die Klasse 2b der Ritter-von-Haune-Schule mit Frau Winter (pm)+++