Inzidenz über 800

Bund-Länder-Konferenz am Montag: Kommen weitere Maßnahmen auf uns zu?

Am Montag kommen wie gewohnt die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen, um über neue Corona-Maßnahmen zu diskutieren.
Symbolbild: O|N / Henrik Urbin

24.01.2022 / REGION - Man kann es wirklich kaum noch hören: Fast täglich gibt es in Sachen Corona-Zahlen neue Negativ-Höchststände. So wie auch am Sonntag. Erstmals meldete das Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 800, an keinem Sonntag wurden jemals zuvor mehr Neuinfektionen (85.440) erfasst. Da kommt die nächste Bund-Länder-Konferenz wohl gerade richtig. 

Denn am Montag kommen wie gewohnt die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen, um über neue Corona-Maßnahmen zu diskutieren. Das Land Hessen hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am frühen Abend ein Statement zu den Beschlüssen abgeben wird.

Offenbar keine weiteren Verschärfungen

Doch kommt es überhaupt zu neuen Beschlüssen? Laut Berichten der Tagesschau wohl nicht. Das Erste schreibt, dass am Montag offenbar keine weiteren Verschärfungen festgelegt werden sollen, auch wenn die Fallzahlen derzeit durch die hoch ansteckende Omikron-Variante schnell ansteigen. 

Der BILD-Zeitung lag am Sonntag bereits die Beschlussvorlage vor, in der es heißt, dass es keine Verschärfungen - aber auch keine Lockerungen - geben soll. Von einer "Öffnungsperspektive", sei laut BILD die Rede, wenn eine "Überlastung von kritischer Infrastruktur im Allgemeinen und Gesundheitssystem im Besonderen ausgeschlossen werden kann". Mit Zunahme der Grundimmunisierung und der Abnahme von Neuinfektionen können laut Beschlussvorlage die Schutzmaßnahmen perspektivisch wieder runtergefahren werden.

Expertenrat: "Schutzmaßnahmen vorbereiten"

Der Expertenrat der Bundesregierung mahnt auf der anderen Seite Vorbereitungen auf eine Verschärfung der Coronalage an. Wegen der rasanten Entwicklung bei den Fallzahlen rechnen die Experten mit einer drastischen Zunahme von Krankenhausaufenthalten und regionale Spitzen-Inzidenzwerte von mehreren Tausend. Deshalb heißt es in dem Bericht: "Wenn in Folge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden, können weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle zukünftig notwendig werden." Diese sollten bereits jetzt vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung rasch umgesetzt werden können. 

"Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Boosterimpfungen sind notwendig, um die Dynamik der aktuellen Omikron-Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die KRITIS zu schützen. Deshalb ist auf eine Intensivierung der Booster-Impfkampagne Wert zu legen. Mit Zunahme der Grundimmunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2-Infektionen und Abnahme der Neuinfektionszahlen und Hospitalisierungsinzidenzen sollten die Kontaktbeschränkungen wieder stufenweise zurückgefahren werden. Langfristig ist es dringend erforderlich, die verbliebenen Immunitätslücken in der Gesellschaft durch Impfungen zu schließen, da ansonsten zyklisch mit erneuten starken Infektions- und Erkrankungswellen zu rechnen ist", heißt es in dem Bericht abschließend.

OSTHESSEN|NEWS ist bei der Pressekonferenz von Ministerpräsident Bouffier dabei und berichtet im Anschluss ausführlich. (ld) +++