Finanzbericht und Konsolidierungskonzept

Bistum Fulda zum Haushalt 2022: Finanzplanung mit Weitblick

Das Bistum Fulda (hier der Fuldaer Dom) hat den Haushaltsplan für das Jahr 2022 vorgelegt, ebenso den Finanzbericht für 2020.
Foto: O|N-Archiv / Christian P. Stadtfeld

13.01.2022 / REGION - Das Bistum Fulda hat den Haushaltsplan für das Jahr 2022 vorgelegt, ebenso den Finanzbericht für 2020. Beide Dokumente wurden vom Kirchensteuerrat als dem zuständigen Entscheidungsgremium verabschiedet. Gleichzeitig hat der Kirchensteuerrat ein Haushalts-Konsolidierungskonzept auf den Weg gebracht: Damit wird die Handlungsfähigkeit des Bistums für die Zukunft sichergestellt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten die Haushaltsplanungen der Diözese wesentlich beeinflusst. Durch gezieltes Gegensteuern in Form von Einsparungen und Budget-Kürzungen konnte das Defizit im Haushalt 2022 begrenzt sowie mittels Umstrukturierungen und Rücklage-Entnahmen ausgeglichen werden. Die Entnahmen waren deshalb möglich, weil in den vergangenen Jahren neben den laufenden Ausgaben konsequent und nachhaltig gespart wurde und damit finanzielle Reserven aufgebaut werden konnten.

Meilenstein gesetzt

"Mit der Verabschiedung des Haushalts 2022 für das Bistum haben wir einen wichtigen ersten Meilenstein erreicht", sagte der Vorsitzende des Kirchensteuerrates, Dr. Joachim Hein, in einer Stellungnahme. "Im Kirchensteuerrat haben wir im Vorjahr ein langfristiges Konsolidierungskonzept angesichts des strukturellen Defizits im Bistumshaushalt angefordert und nach intensiver Diskussion nun auch verabschiedet." Weiter betonte Hein: "Der Kirchensteuerrat berücksichtigte bei seinen Beschlüssen sowohl die Überlegungen des Katholikenrates zu den pastoralen Prioritäten als auch die grundlegenden Ausführungen des Bischofs zum Auftrag der Kirche."

Kernelement und Sparmaßnahmen

Das umfangreiche Konsolidierungskonzept trägt dazu bei, auch in Zukunft die finanzielle Bewegungs- und Aktionsfähigkeit des Bistums zu gewährleisten. Damit ist es ein Kernelement der Haushaltssicherung. Es ist auf mehrere Jahre ausgelegt und Grundlage für langfristige, strategische Budgetentscheidungen. Vor diesem Hintergrund werden dabei auch wiederkehrende Kosten kritisch überprüft.

"Die damit beschlossenen Maßnahmen sichern die Handlungsfähigkeit des Bistums angesichts zurückgehender Kirchensteuerzahler und die durch die Pandemie bedingten Mindereinnahmen", sagte Dr. Joachim Hein. "Unser Bistum Fulda war stark von diesen Effekten im Jahr 2020 und 2021 betroffen. Der Bistumshaushalt wird bei konsequenter Verfolgung der Maßnahmen spürbar entlastet und für die Zukunft stabiler gemacht." Eingespart wird zum Beispiel bei den jährlichen Bauvorhaben, im Bereich bistumseigener Immobilien sowie bei Zuschüssen für Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen.

Engagement ermöglichen

Die neuen Planungen ermöglichen es dem Bistum, sich weiterhin in besonders wichtigen Bereichen zu engagieren. So werden auch in Zukunft genug Finanz- und Personal-Ressourcen für sozial-caritative Projekte und den Sendungsauftrag der Kirche zur Verfügung stehen. Investiert wird unter anderem in die strategische Entwicklung der Diözese sowie in die geistliche Begleitung der bereits begonnenen Entwicklungsprozesse. Das kommt vor allem den Pfarrgemeinden zugute, in denen diese Veränderungen bereits angefangen haben oder noch anstehen.

Aktuelle Haushaltszahlen und Finanzbericht zum Corona-Jahr 2020

Das Bistum rechnet im Haushaltsjahr 2022 mit Einnahmen in Höhe von 137,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 153,7 Millionen Euro. Der größte Aufwandsposten ist dabei weiterhin das Personalbudget mit 73,6 Millionen Euro. Wichtigste Einnahmequelle bleibt die Kirchensteuer mit etwa 73 Prozent. Sie fällt aber, auch Corona-bedingt, mit 97 Millionen Euro um 2 Millionen Euro niedriger aus als im Jahr zuvor.

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen bestimmen auch den gleichzeitig vorgelegten Finanzbericht für das Jahr 2020, der mit einem Defizit von 19,8 Millionen Euro abschließt. Der Jahresbericht wurde durch einen externen Wirtschaftsprüfer geprüft und vom Diözesankirchensteuerrat genehmigt. (pm) +++