Matthias Janka im O|N-Gespräch

Bitter für Jäger und Sportschützen: Munition und Waffen kaum mehr lieferbar

Jäger und Sportschützen gehen immer häufiger leer aus. Der Grund: Munition, Waffen, aber auch Jagdbekleidung schaffen es oft nicht mehr über den großen Teich
Fotos: Miriam Rommel/ Privat

26.11.2021 / FULDA - "Munition ist das neue Toilettenpapier" sagte bereits im vergangenen Jahr der Vize-Präsident des amerikanischen Munitionsherstellers Hornady. Während zu dieser Zeit US-Bürger fleißig Waffen sowie Kugel- und Flintenpatronen horteten, zeichnete sich der Trend, in Deutschland plötzlich leer auszugehen, langsam ab.

Jetzt, rund zwei Jahre nach Pandemiebeginn, wird der Mangel an allem, was zum Schießen dazugehört, immer deutlicher. Die Gründe für leere Regale in den Fachgeschäften sind allerdings vielfältig und nicht nur darin begründet, dass die Amerikaner coronabedingt lieber Großkaliber anstatt Hygieneartikel bunkern.

OSTHESSEN|NEWS sprach mit dem größten Fachgeschäft in der Region. 1951 wurde der Familienbetrieb "Waffen Janka", der seine Anfänge in Tann/Rhön hatte, gegründet. Seit 2006 in Petersberg, vertreiben hier die Brüder Matthias und Christian Janka fast alles, was das Jäger- oder Sportschützenherz begehrt.

"Im Frühjahr wurde es besonders schlimm", erzählt Matthias Janka. "Die Großhändler konnten immer weniger liefern, selbst die größten Importeure hatten plötzlich leere Regale." Durch Glück, meint er, habe er viele Restbestände aufkaufen und so sein Lager dennoch füllen können.  "So kann ich dir vielleicht nicht mehr genau die Patronen anbieten, die du bisher gewohnt warst, aber zumindest noch Alternativen." Ein wenig schwerer gestalte sich beispielsweise die Beschaffung bleifreier Munition, welche in landeseigenen Jagdrevieren verwendet wird. "Da muss man teilweise schon schauen, was noch zu bekommen ist." Aus ganz Deutschland kommen mittlerweile Kunden in Jankas Laden in Petersberg. "Wir führen eben noch Dinge, die es sonst gar nicht mehr zu beziehen gibt."

Aber nicht nur Patronen seien mittlerweile auf dem deutschen Markt Mangelware, auch Waffen wären häufig nicht mehr lieferbar. "Vieles haben wir vor Monaten bestellt, bekommen haben wir es bis heute nicht, das ist schon teilweise frustrierend."

Janka, der sich viel über die Engpässe mit seinen Lieferanten unterhält, glaubt, dass die Wahl des amerikanischen Präsidenten, Joe Bidens, die Situation zugespitzt habe. "Ein ähnliches Szenario erlebten wir, als Barack Obama an die Macht kam." Jedes Mal, wenn ein Demokrat an der Spitze des Landes stünde, befürchteten viele Amerikaner ein verschärftes Waffengesetz. "Also wird dort noch schnell gekauft, was zu bekommen ist." Aber auch die Black Lives Matter- Bewegung hätte der Entwicklung Vorschub geleistet, viele US- Bürger sich neu bewaffnet.

"Munitions- und Waffenhersteller produzieren zwar wie verrückt, in Deutschland kommt allerdings wenig an." Ein Grund dafür könnte sein, dass in den Staaten das Prinzip "America First" nicht bloß leere Floskel sei. Die in den USA betriebene Preispolitik sei ein weiterer. "Selbst an die Rohstoffe kommen die wenigen europäischen Hersteller schlecht heran." (Miriam Rommel) +++