Hochschule bezieht Stellung

Studentin fordert Hybrid-Unterricht: Das steckt hinter der Petition

Ein zu voller Hörsaal? Fuldaer Studentin startete nun eine Online-Petition
Archivbilder: O|N

23.11.2021 / FULDA - In Zeiten der Corona-Pandemie und von stetig steigenden Fallzahlen hat nun eine Studentin aus Fulda eine Online-Petition gestartet. Ihr Begehr: Lernende, die an der Hochschule Fulda eingeschrieben sind, sollen künftig selbst darüber entscheiden können, ob sie bei den Vorlesungen anwesend sind, oder den Unterricht lieber via Webcam verfolgen.

"Es ist aktuell einfach ein komisches Gefühl, in den vollbesetzten Räumen der Hochschule zu sitzen", beginnt Jessica Koch das Gespräch. Zwar trage man während des Unterrichts Maske, spätestens in den Pausen würden diese jedoch fallen. "Klar, wenn man Essen und Trinken möchte, ist das ja auch erforderlich." Verwaltung und Dozenten würden zwar ihr Möglichstes tun, um eine Ausbreitung von Covid-19 auf dem Campus zu verhindern, dennoch sei "zuhause bleiben" derzeit die sicherste Variante, so die 30-jährige Studentin.

"Hybrid-Unterricht wäre für viele einfacher"

Neben dem gesundheitlichen Aspekt, der aus Sicht Kochs für Hybrid-Unterricht spricht, gäbe es allerdings einen weiteren Punkt zu beachten. "Nach wie vor finden einige Veranstaltungen im Online-Format statt. Für einzelne Präsenzeinheiten muss so mancher Student extra nach Fulda kommen." Ein unverhältnismäßiger Aufwand, wie die junge Frau findet.

Nach ihrer Ansicht wäre eine Wahlmöglichkeit zwischen Anwesenheit oder Online-Unterricht die beste Alternative im Zusammenspiel von Freiheit und Gesundheitsschutz. Gleichwohl betont sie, dass ihre Petition nur auf die Veranstaltungen abziele, bei denen eine Übertragung technisch möglich sei.

Kochs virtuelle Unterschriftensammlung umfasst, Stand Montag, 764 Stimmen. "Natürlich, auch wenn einige Kommilitonen ähnlich denken wie ich, gibt es auch genügend, die andere Ansichten haben."

Das sagt die Hochschulverwaltung

Antje Mohr von der Fuldaer Hochschule kann zumindest das bestätigen. "Wir haben im April eine große Umfrage gemacht. Einige unserer Stundenden fanden die ausschließliche Online-Lehre großartig, ein größerer Teil allerdings wollte unbedingt wieder den direkten Kontakt." Die Hochschule, so Mohr, sei eigentlich eine echte Präsenzeinrichtung. "Unsere 9.300 Studierenden haben sich bei uns bewusst eingeschrieben. Viele von ihnen mögen das fast schon familiäre Flair und eben auch das Miteinander an der Hochschule."

Im Kampf gegen die Pandemie habe man zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Lernende und Lehrende gleichermaßen zu schützen, auch tage wöchentlich ein Corona-Stab. "Wir verfolgen derzeit natürlich gespannt die Meldungen aus der Politik. Sollten die Fallzahlen durch die Decke gehen und die Regierung beschließen, dass wieder vermehrt auf Online-Unterricht gesetzt wird, werden wir das sofort umsetzen." Bis dahin, so Mohr, wolle man die Präsenzveranstaltungen nicht weiter schwächen, auch, um möglichst zielgenau auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Studenten eingehen zu können.

Hybrid-Unterricht gar nicht möglich?

Hybrid-Unterricht, so erklärt sie weiter, sei sowieso nichts, dass "auf die Schnelle" umgesetzt werden könne, viele Formate böten sich dafür gar nicht an. "Wir halten, seit Beginn der Pandemie, den Betrieb bestmöglich am Laufen. In den vergangenen drei Semestern haben wir sehr viel dazugelernt und auch tolle Anregungen erhalten." Diese würden geprüft und gegebenenfalls auch umgesetzt werden. Dass die Hochschule Fulda jedoch dauerhaft "zweigleisig" mit Hybrid-Unterricht fahren könnte, kann sich Mohr derzeit jedoch nicht vorstellen.

Hier finden Sie die Online-Petition: https://www.change.org/p/pr%C3%A4sident-der-hochschule-fulda-einf%C3%BChrung-von-hybridunterricht-als-wahlm%C3%B6glichkeit-an-der-hochschule-fulda-wegen-corona (mr) +++

Die Fuldaer Hochschule sieht sich als Präsenzveranstaltungsort