Festpredigt von Bischof Gerber

Bischof em. Heinz Josef Algermissen (78): 25. Jahrestag der Bischofsweihe

Bischof em. Algermissen (r.) feierte sein Silbernes Bischofsjubiläum.
Alle Fotos: Martin Engel

20.09.2021 / FULDA - Feierliches Pontifikalamt im Fuldaer Dom: Am Sonntagnachmittag zelebrierte der Bischof emeritus des Bistums Fulda, Heinz Josef Algermissen (78), sein Silbernes Bischofsjubiläum gemeinsam mit vielen weiteren Gästen aus Kirche und Politik. Die Festpredigt hielt Bischof Dr. Michael Gerber. Er sprach über den aktuellen Kurs der Kirche, über Auseinandersetzungen und die Kraft zur größeren Einheit.

Bischof em. Heinz Josef Algermissen empfing die Bischofsweihe gemeinsam mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und heutigen Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, am 21. September 1996 in Paderborn. Die Weihe selbst erhielt er durch den Paderborner Erzbischof und späteren Kardinal Dr. Johannes Joachim Degenhardt. Im Juni 2001 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fulda ernannt und im September desselben Jahres in sein Amt eingeführt. 17 Jahre leitete er die Geschicke des Bistums Fulda. Mit Vollendung des 75. Lebensjahrs bot er im Jahr 2018 seinen Amtsverzicht an, den Papst Franziskus am 5. Juni 2018 annahm.

Bischof Gerber zeigt große Dankbarkeit

Algermissen dankte zu Beginn der Feier den zahlreichen Gläubigen für das Zusammenkommen. "Ohne Sie wäre ich als Bischof nicht gewesen, mit Ihnen zusammen konnte ich den abenteuerlichen Weg gehen, auf den ich gerne zurückschaue." In seiner Festpredigt würdigte Bischof Dr. Michael Gerber - der direkte Nachfolger - den Jubilar. Es sei ein "besonderes und seltenes Jubiläum". Anschließend drückte er seine große Dankbarkeit aus: "In deinen Jahren als Bischof hast du manchen Akzent gesetzt, dass Menschen, deren Situation in verschiedener Hinsicht zerbrechlich ist, nicht nur eine Stimme, sondern auch ein Obdach haben, eine konkrete Perspektive für ihr Leben."

"Schatz in zerbrechlichen Gefäßen"

"Schatz in zerbrechlichen Gefäßen" – so lautet das Leitwort, das Bischof em. Heinz Josef Algermissen vor 25 Jahren aus dem zweiten Korintherbrief für seinen bischöflichen Dienst ausgewählt hat. Der Glaube sei so ein Schatz in zerbrechlichen Gefäßen, aber auch die Würde eines jeden einzelnen Menschen, stellte Gerber fest.

Aufruf zur Einheit

Unmittelbar bevor sich die deutschen Bischöfe zur Herbst-Vollversammlung am Grab des Heiligen Bonifatius in Fulda treffen und wenige Tage vor der Synodalversammlung in Frankfurt am Main rief Gerber die Vertreter der Katholischen Kirche zur Einheit auf. "Es zeichnet sich ab, dass uns so manches Ringen bevorsteht", sagte Gerber. Bei aller Auseinandersetzung und bei allen unterschiedlichen Positionen sollte immer bewusst sein, "dass die Einheit der einzelnen Glieder des Volkes Gottes immer größer ist als die Differenz der unterschiedlichen Positionen."

Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt

Bei der Frage nach dem Kurs der Kirche erinnerte er an die Glaubensgemeinschaft in Taizé, die sehr viel Erfahrungen mit dem Ringen um die Einheit gemacht habe und die Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gegangen sei. Jedoch sei dabei immer klar gewesen, "dass das, was uns verbindet, immer stärker ist als das, was uns trennt". Diese Erkenntnis sei mehr als eine Überzeugung, so Gerber, es sei vielmehr eine Haltung, die im konkreten Handeln deutlich wird.

Das leitende Motiv bei allen notwendigen Konflikten um den richtigen Weg sei die Sorge um "jene, die verletzt sind und verletzt wurden und die Sorge um jene, die sich jetzt mit ihren Positionen gegenüberstehen". Es sei wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass "mein Gegenüber mit aller mir gegensätzlich erscheinenden Positionierung zuallererst Trägerin und Träger eines Schatzes ist."

Konzelebranten in dem Pontifikalamt waren neben dem Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, der Würzburger Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann sowie Bischof Dr. Philippe Mbarga aus Ebolowa, Kamerun. Sängerinnen und Sänger des Fuldaer Domchores begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Weitere Grußworte nach dem Gottesdienst

Nach der Eucharistiefeier verlas der apostolische Nuntius die Glückwünsche des Heiligen Vaters, Papst Franziskus. Anschließend folgten weitere Grußworte. Neben dem Vorsitzenden des Katholikenrates im Bistum Fulda, Steffen Flicker, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz (CDU): "25 Jahre sind eine bemerkenswerte Zeit, das begeht man in der katholischen Kirche nicht allzu oft." 17 Jahre davon habe er das Bistum Fulda geleitet und sich großen Herausforderungen gestellt. Auch der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) fand lobende Worte: "Es ist mir eine große Freude und Ehre zugleich, Sie im Namen der Stadt Fulda zu beglückwünschen. Es waren bewegte Zeiten seit dem Jahr 2001 mit vielen tiefgreifenden Veränderungen, doch Sie haben immer klar Position bezogen und frühzeitig auf aktuelle Entwicklungen reagiert." (mkr/pm) +++