Trotz Impfung an Corona erkrankt

RKI: Impfdurchbrüche bei Johnson&Johnson - Wie sicher ist das Vakzin?

Trotz einer Corona-Impfung kann man an dem Virus erkranken
Symbolfoto: O|N/Martin Engel

20.09.2021 / REGION - Die Deltavariante des Coronavirus hat die Karten in Bezug auf die Bekämpfung der Pandemie in vielerlei Hinsicht neu gemischt. Nun scheint sich neben einer verstärkten Übertragbarkeit auf andere Menschen auch eine gewisse Resistenz gegenüber dem Impfstoff von Johnson&Johnson abzuzeichnen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in seinem aktuellen Wochenbericht von gehäuft beobachteten Impfdurchbrüchen beim Wirkstoff von Johnson&Johnson. Ein Impfdurchbruch wird definiert durch eine mittels PCR nachgewiesene Infektion mit auftretenden Symptomen bei einer Person mit vollständigem Impfschutz. Der Impfschutz gilt als vollständig zwei Wochen nach abgeschlossener Impfserie oder im Falle des vektorbasierten Impfstoffes von Johnson&Johnson nach einer Dosis. Laut RKI komme es bei Johnson&Johnson bei einer Millionen Geimpften zu rund 2.000 Durchbruchinfektionen. Bei dem Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer, die zwei Dosen mRNA nutzt, kommt es im Vergleich bei einer Millionen Geimpften zu lediglich 675 Impfdurchbrüchen. Insgesamt haben in Deutschland ca. drei Millionen Menschen den Impfstoff von Johnson&Johnson erhalten. Viele davon aus sozial schwachen Bereichen oder zum Beispiel Obdachlose, da vor allen Dingen mobile Impfteams die Sorge hatten, die Menschen, ohne gutes soziales Netz nicht an zwei Impfterminen erreichen zu können, wie sie bei den anderen Impfstoffen notwendig sind.

Dritte Impfung?

Als Grund für die gehäuften Durchbrüche verdächtigt man laut der Deutschen Gesellschaft für Immunologie die sich nach Johnson&Johnson langsamer ausbildenden Antikörperspiegel. 14 Tage nach der Impfung liege der Antikörperspiegel deutlich unter denen von Menschen, die zwei Dosen der anderen Präparate erhalten haben. Dennoch schütze die Impfung in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle vor einem schweren Verlauf, der Hospitalisierung und dem Tod. Wie Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, gegenüber der dpa berichtete, habe man seitens der Gesundheitsminister die Empfehlung herausgegeben, alle Menschen, die mit AstraZeneca und mit Johnson&Johnson geimpft wurden, nach sechs Monaten mit einer Dosis mRNA Impfstoff erneut zu impfen. Der Hersteller selbst geht von einem stabilen Schutz über mindesten acht Monate aus. Außerdem laufen Studien, die die Effektivität einer zweiten Impfung mit Johnson&Johnson betrachten.

Eine steigende Anzahl an Impfdurchbrüchen ist erwartbar gewesen. Keine Impfung schützt zu 100 Prozent und mit einer hohen Anzahl Geimpfter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus auf einen Menschen trifft, bei dem die Impfung nicht die volle Wirkung entfalten hat. Somit sind die Zahlen nicht verwunderlich, sondern spiegeln die Effektivität der Impfung, die man in der Zulassungsstudien angenommen hat, wider.

Die Impfstoffe schützen die Menschen nach wie vor sehr gut vor dem Coronavirus. Die überwältigende Mehrzahl der Patienten im Krankenhaus, auf den Intensivstationen und der Verstorbenen ist leider noch nicht geimpft. Das zeigt, dass die Impfung sowohl vor leichten als auch vor schweren Verläufen gut schützt. Der generelle Schutz, also der Schutz vor einer Erkrankung, der Impfung liegt in der Altersgruppe 18-59 Jahre bei ca. 87 Prozent und für die Altersgruppe ≥60 Jahre bei ca. 86 Prozent. Der Schutz vor der Einlieferung in ein Krankenhaus ist sogar noch wesentlich besser und beträgt ca. 96 Prozent in der Altersgruppe 18-59 Jahre und bei ca. 95 Prozent in der Altersgruppe ≥60 Jahre. (Adrian Böhm) +++

Die Impfung schützt dennoch vor einem schweren Verlauf
Symbolfoto: O|N/Carina Jirsch