Feuerwehr blickt auf zwei Jahre

"Denn jeder möchte schnelle und kompetente Hilfe - auch in Zukunft"

Ehrungen bei der Feuerwehr Niederaula
Fotos: Feuerwehr Niederaula

18.09.2021 / NIEDERAULA - Unterschiedlicher können zwei Jahre kaum sein. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Marktgemeinde Niederaula blickten die Mitglieder und ihre Gäste auf die vergangenen beiden Jahre zurück. Während das Jahr 2019 von vielen "normalen" Tätigkeiten in einer Feuerwehr geprägt war, gab es im vergangenen Jahr lediglich zu Jahresbeginn einige Aktionen und Ausbildungen etwa bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr und den Einsatzabteilungen.

Die Entwicklung der Feuerwehr Niederaula stimmt die Führungskräfte trotzdem optimistisch. Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk stellte die Statistiken der beiden Jahre während der Versammlung in der Fahrzeughalle im Feuerwehrgerätehaus in Niederaula vor. 191 Kameradinnen und Kameraden sind aktiv, was eine Zunahme von 13 Einsatzkräften gegenüber dem Jahr 2018 bedeutet. Die Feuerwehr Niederaula hat zudem 57 Atemschutz-Geräteträger.

Im Jahr 2019 wurden die Feuerwehren in der Marktgemeinde 99-mal alarmiert, im Jahr 2020 gab es 91 Alarmierungen. Dies bedeuten 1.198 Einsatzstunden im Jahr 2019 und 939 Einsatzstunden im vergangenen Jahr. Auch in Sachen Aus- und Fortbildung sind die Unterschiede der beiden Jahre sichtbar. 49 Kameradinnen und Kameraden absolvierten vor mittlerweile fast zwei Jahren verschiedene Lehrgänge auf Gemeinde- Kreis- und Landesebene. Im Jahr 2020 waren nur einzelnen Lehrgänge möglich. Insgesamt 31 Beförderungen wurden oder sollen ausgesprochen werden.

Bauprojekte und neue Einsatzfahrzeuge

Neben dem Feuerwehr-Alltag stehen mehrere Bauprojekte und Neuanschaffungen im Blickpunkt. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 für die Feuerwehr Kerspenhausen wird ein Dienst gestellt. Für die Feuerwehren in Mengshausen und Hattenbach soll in Kürze jeweils ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) beschafft werden. Während das neue Feuerwehrgerätehaus im Ortsteil Niederjossa bereits übergeben wurde, befindet sich die Fahrzeughalle im Ortsteil Kleba im Bau. Im Ortsteil Mengshausen wird eine neue Garage gebaut. Nach langwierigen und intensiven Diskussionen vor allem über den Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Niederaula laufen aktuell die Planungen für einen neuen Stützpunkt mit acht Fahrzeughallen. In den Gemeindevertretersitzungen wurde vor allem über die Standortfrage und die Größe des neuen Feuerwehrgerätehauses diskutiert. Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk dankte den Kameradinnen und Kameraden, die "sich an diesen Abenden engagierten und vor Ort Interesse, Zusammenhalt oder einfach nur Standvermögen zeigten."

"Der Förderantrag für den Bau in Niederaula wurde fristgerecht am 27. August 2021 eingereicht", sagte Bürgermeister Thomas Rohrbach in seinem Grußwort. Zunächst aber bedankte sich Rohrbach bei den Einsatzkräften: "Sie haben ehrenamtlich mit Ihrer Einsatzbereitschaft und Tatkraft zum Schutz von Leben, Gesundheit sowie Hab und Gut ihrer Mitmenschen, nicht nur in der Marktgemeinde Niederaula maßgeblich beigetragen. Die gemeindlichen Gremien sind stolz auf Sie", sagte Rohrbach.

Hutzelfeuer, Jugendflamme, Zeltlager, Kanufahren, Feuerwehrausbildung, Kreisvölkerballturnier: Diese Aufzählung nennt einige Beispiele für die Aktionen der Jugendfeuerwehr. Gemeindejugendfeuerwehrwart Thorsten Nuhn berichtete von den Aktionen für und mit dem Nachwuchs. Und er nannte interessante Zahlen: Im Jahr 2019 sind sechs Kids von den Löscheulen in die Jugendwehr gewechselt und elf Jugendliche in die jeweilige Einsatzabteilung. Zum Jahreswechsel 2020/2021 sind in den Jugendfeuerwehren 44 Jugendliche dabei, bei den Löscheulen 33 Kinder.

"Ich hoffe, dass die Jugendarbeit durch das Thema Corona nicht zu sehr gelitten hat, denn ich finde, dass die Arbeit der Löscheulen und der Jugendfeuerwehren eine wichtige Arbeit in Richtung Zukunft unserer Freiwilligen Feuerwehr ist. Denn jeder möchte schnelle und kompetente Hilfe erhalten, auch in Zukunft", sagte Gemeindefeuerwehrwart Thorsten Nuhn abschließend.

Die Brandschutzerziehung hat bei der Feuerwehr Niederaula seit über 16 Jahren einen hohen Stellenwert. Unter der Regie von Jörg Keileweit wurden im Jahr 2019 verschiedene Aktionen in den Kindergärten, Grundschule und in der Gesamtschule organisiert. Aber auch die Brandschutzerziehung musste im vergangenen Jahr ausfallen.

Der Landtagsabgeordnete und mittlerweile Landrat Torsten Warnecke dankte den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für ihre ehrenamtlichen Leistungen. Der Verbandsvorsitzende Thomas Specht überbrachte die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes und motivierte, das Ehrenamt, insbesondere die Führungskräfte, zu unterstützen und zu fördern. Kreisjugendfeuerwehrwart Stephan Albracht dankte für die geleistete Jugendarbeit.

Der Kreisbrandinspektor Marco Kaufunger überbrachte die Grüße des Landkreises und berichtete von einigen Neuerungen etwa im Lehrgangsbetrieb und dem Ausbau der Landesfeuerwehrschule. Kaufunger überreichte einige Ehrungen und Anerkennungen.

Ehrungen und Beförderungen

Leistungsabzeichen:

In Bronze: Marco Alles, Tobias Diener und Dorian Pfaff, in Silber für Marian Alles und in Gold für Andreas Thamer. Das Brandschutzehrenzeichen in Silber erhielten Jörg Keileweit und Stefan Wolfert und in Gold Peter Herrmann.

Kreisjugendfeuerwehrwart Stephan Albrecht überreichte die Florian-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Gold an Jörg Keileweit und Matthias Schenk.

Bürgermeister Thomas Rohrbach überreichte dem bisherigen stellvertretenden Wehrführer Helmut Huras (Kleba) die Entlassungsurkunde und Nico Ludwig die Ernennungsurkunde.

Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk konnte folgende Beförderungen überreichen: Mario Weppler zum Feuerwehrmann, Matthias Baumgardt zum Hauptfeuerwehrmann, Nico Ludwig, Lothar Pfaff und Peter Herrmann zum Löschmeister und Andre Hasselbach und Dorian Pfaff zum Oberlöschmeister. Schenk dankte Roland Pfaff für seine 37-jährige Tätigkeit als Atemschutz-Geräteträger und überreichte ihm ein Präsent. Jörg Keileweit dankte Schenk für seine Tätigkeit als gemeindlicher Sachbearbeiter der Feuerwehr und überreichte ihm ebenfalls ein Präsent. (Hans-Hubertus Braune) +++