Von pomponförmig bis kaktusartig

Mitten im Herzen der Domstadt: Ein Feuerwerk der Farben im Dahliengarten

Der Dahliengarten in Fulda zeigt sich in seiner vollen Pracht.
Fotos: Maria Franco

20.09.2021 / FULDA - Es ist ein Ort voller Sinneseindrücke: der Fuldaer Dahliengarten. "Alleine schon die Pflanze an sich - mit ihren kräftigen Farben und unterschiedlichen Formen - zeigt eine unglaubliche Vielfalt und ist ein wahrer Blickfang. Der Garten ist mitten in der Stadt, aber dann doch ein in sich geschlossener Platz umgeben von historischen Mauern mit Blick auf den Dom", erklärt die Dahlien-Expertin Christine Euler gegenüber O|N.

Auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern sind in diesem Jahr 58 verschiedene Dahliensorten vertreten. "Die Zahl variiert immer, es gibt jährlich vier bis fünf neue Sorten", so die Fachfrau. Dazu zählt beispielsweise die lilarosane "Harpet Elite" mit gelbem Grund (Klasse: Seerosendahlie) sowie das "Sommerlachen" (Klasse: dekorative Dahlie) mit rot-weißen Spitzen oder die rote "Marie Schnugg" (Klasse: Orchideenblütige Dahlie). Jede punktet mit ihrer ganz eigenen Blütenblätterform. Zusätzlich sorgt die Randbepflanzung der Beete mit Salbei für reges Insektentreiben. "Vor allem die Fuchsia-Sorte ist bei den Bienen besonders beliebt."

Beliebter Rückzugsort in der Innenstadt

Euler gestaltet und pflegt den Dahliengarten schon seit Jahren, kann zurecht als "Mutter der Dahlien" betitelt werden. "Ich bin schon seit Anfang an mit dabei. Der Dahliengarten ist im Jahr 1994 im Rahmen der ersten Hessischen Landesgartenschau entstanden." 2019 folgte eine Umgestaltung mithilfe von Lehrlingen. "Da es hier immer frequentierter wurde, musste ein richtiges Wegnetz her, dass bei Regen und Gießen standhält."

"Die Königin des Herbstes": Blütezeit bis zum ersten Frost

Dahlien sind laut Euler "pflegeintensive Pflanzen". Man müsse sie beispielsweise regelmäßig von verwelkten Blüten befreien oder an die Stäbe binden für mehr Halt. "Von Ende Juni bis zum ersten Frost ist die Blütezeit. Die Hauptsaison ist im September." Bevor die kalte Jahreszeit beginnt, heißt es gemeinsam mit dem Team: anpacken. "Die Knollen müssen dann ausgegraben und in einem nahegelegenen Gewölbekeller überwintert werden." Im Frühjahr folgt dann wieder das Einpflanzen in die Beete. Die mühevolle Arbeit lohnt sich. Den Besuchern bietet sich hier immer wieder aufs Neue eine riesige Farbenvielfalt, das Interesse ist groß. "Ich erhalte viele positive Rückmeldungen und Nachfragen zu den Dahlien." Kein Wunder: Denn in der Ruhe-Oase gibt es viel zu entdecken - sei es mit oder ohne Kamera. (Maria Franco) +++