Tragischer Absturz

Kurz nach dem Start verunglückte die Ikarus: So lief die Bergung

Der Unglücksflieger
Fotos: Moritz Pappert, Henrik Schmitt

10.06.2021 / GELNHAUSEN - Ein grausames Unglück überschattet die Region. Ein Leichtflugzeug vom Typ Ikarus C42 (6,40 Meter lang, Spannweite 9,50 Meter) ist am Dienstag in einen Baum gestürzt. Zwei Männer ein 67-Jähriger aus Alzenau und ein 53-Jähriger aus Wächtersbach starben noch an der Unfallstelle. Auch zwei Tage nach dem Unglück, ist noch nicht klar, wie es zu diesem tragischen Absturz kommen konnte.

Wie unsere Recherchen ergaben, waren beide Männer erfahrene Piloten. Neben dem Fluglehrer soll auch der Co-Pilot fertig ausgebildet gewesen sein. Es handelte sich dabei auch nicht um einen Übungsflug, sondern um einen Check-Flug, der alle zwei Jahre bei Piloten fällig ist. Das einmotorige Propeller-Fluggerät kam mit der Front an der Böschung und mit dem Heck im Baum- und Heckenbewuchs hängend zum Stillstand.

Vor allem für die Einsatzkräfte war dieser Einsatz nicht alltäglich. Besonders dabei war die gute Zusammenarbeit zwischen THW, Feuerwehr und dem Rettungsdienst. Kai Heger, Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Gelnhausen, kam zufällig an die Unfallstelle und war somit einer der ersten am Absturzort. "Der Flieger hat ungünstig gelegen und war von außen kaum sichtbar. Als die Kollegen der Feuerwehr eingetroffen sind, wurde eine Notöffnung am Flieger geschaffen. Da wurde schnell klar, dass beide Personen verstorben sind".

Explosionsgefahr bei der Bergung

Da auch die Angehörigen der Opfer später an der Unfallstelle eingetroffen sind, wurde ein Kriseninterventionsteam angefordert. Mit einem Kran wurde das Flugzeug mit Hilfe des THW auf einen Tieflader zur weiteren Begutachtung sichergestellt.

Die beiden Leichname konnten zunächst nicht aus dem Wrack geborgen werden, da das in dem Flieger verbaute Notfallrettungssystem augenscheinlich noch nicht ausgelöst war. Dabei handelt es sich um eine Art Sprengkapsel, die im Notfall bei Zündung einen großen Rettungsfallschirm aktiviert. Aufgrund der dadurch anfangs noch bestehenden Explosionsgefahr wurde zunächst ein Sicherheitsradius eingerichtet, der es den hinzugezogenen Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes ermöglichte, die Sprengkapsel kontrolliert auszulösen.

Ursache unklar

Warum die Maschine verunglückte, ist bislang noch unklar. Der Absturz soll offenbar kurz nach dem Start auf dem besagten Flugplatz geschehen sein. Die Staatsanwaltschaft Hanau, die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sowie beauftragte Gutachter haben die Ermittlungen zur Absturzursache bereits an der Unfallstelle aufgenommen.

Die Kriminalpolizei sucht nun insbesondere Zeugen, die Angaben zum Flugverlauf unmittelbar vor dem Absturz machen können, und bittet um Kontaktaufnahme unter der Rufnummer 06051 827-0. (Moritz Pappert)